Osnabrücker Rennen lebt wieder auf Fledder Rad-Event: Hannoversche Straße wird zur Radrennbahn

Von Johannes Giewald

Von 1999 bis 2003 gab es das Radrennen auf der Hannoverschen Straße. Im Juni gibt es die Neuauflage des Events. Archivfoto: Hermann PentermannVon 1999 bis 2003 gab es das Radrennen auf der Hannoverschen Straße. Im Juni gibt es die Neuauflage des Events. Archivfoto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Gute Nachrichten für den Osnabrücker Radsport: Nach 15 Jahren Pause wird die Hannoversche Straße wieder zu einer Radrennbahn umfunktioniert. Die Radrenn-Gemeinschaft Osnabrück richtet am Sonntag, 17. Juni, das Fledder Rad-Event aus. Einiges von dem früheren Radrennen wird übernommen, andere Dinge sollen dagegen verändert werden.

750 Meter Vollgas, heiße Reifen und brennende Oberschenkel: Fünf Jahre in Folge haben sich Radrennfahrer auf der Hannoverschen Straße packende Rennen geliefert. Das war in den Jahren 1999 bis 2003, seither ruhten die Räder auf der Strecke im Osnabrücker Süden – bis zum 17. Juni 2018. Helmut Philipp und die Radrenn-Gemeinschaft Osnabrück bringen das einstige Radevent zurück in den Fledder. „Die Leute haben mich über die Jahre immer wieder darauf angesprochen“, sagt der Vorsitzende Philipp. Auch das Osnabrücker Sportamt habe großes Interesse daran gezeigt, das Radrennen wieder aufleben zu lassen.

Amateure statt Profis

Nun kehrt die Veranstaltung zurück an die Hannoversche Straße, allerdings in einem etwas anderem Gewand: Früher sind Profis im Fledder gegeneinander angetreten, darunter Rennfahrer wie Andy Kappes oder die Olympiasieger Olaf Pollack und Jens Lehmann. Die von den professionellen Startern erwarteten Preisgelder konnte die RRG aber irgendwann nicht mehr stemmen: ein Grund für das Aus des Rad-Events. Bei der Neuauflage im Juni sollen stattdessen Amateure gegeneinander antreten. Die Bahnszene sei ohnehin mehr in den Amateurbereich übergegangen.

Derny-Rennen als Höhepunkt

In vier Bahndisziplinen messen sich zehn Teams mit je drei Radrennfahrern: Zunächst geht es beim Rundenrekordfahren im klassischen Sinne um die Rundenzeiten. Beim Ausscheidungsfahren scheidet pro Runde der Letzte der anfangs 30 Fahrer aus, bis nur noch ein Fahrer übrig ist. „Wenn nur noch fünf bis sechs Fahrer übrig sind, geht es richtig in den Sprint“, sagt Philipp. Auf der Strecke können Geschwindigkeiten von bis zu 50 Kilometern pro Stunde erreicht werden. Punkte für bestimmte Kategorien wie dem besten Sprint in einem Abschnitt oder der schnellsten Runde werden beim Punktefahren vergeben.

Ein Derny im Einsatz beim Sechstagerennen in Berlin. Foto: imago/Matthias Koch

Als außergewöhnlicher Höhepunkt bildet das Derny-Rennen den Abschluss des Renn-Events. Hierbei müssen die Fahrer den sogenannten Dernys hinterherjagen. Dabei handelt es sich um leichte Motorräder, die den Schritt für die Radfahrer vorgeben. Entscheidend ist hier das enge Fahren unmittelbar hinter dem Derny, um den idealen Windschatten auszunutzen. „Wenn du das nicht beherrschst, kommt direkt der Wind“, erklärt Philipp. Er habe die Neuauflage des Radrennens auch als Amateurrennen gestaltet, um den nicht-professionellen Radfahrern mal die Möglichkeit zu geben, an einem solchen ungewöhnlichen Derny-Rennen teilzunehmen.

Singlespeed-Rennen für alle

Zwischen den Disziplinen plant die RRG ein Singlespeed-Rennen. Dabei können Osnabrücker, die ein solches Fahrrad mit nur einem starren Gang, auch Fixie genannt, besitzen, über mehrere Runden über die Rennbahn rasen. Normalerweise sind solche Fahrräder im Straßenverkehr nicht zugelassen, weil sie keine Bremsen haben.

Die Hannoversche Straße bleibt während des Events zwischen den Kreuzungen Großer Fledderweg und Narupstraße gesperrt. Der Verkehr wird über die parallelen Straßen umgeleitet.


Das Event beginnt um 11.30 Uhr und endet um 16.30 Uhr. (Hinweis: Anstoß des ersten deutschen Gruppenspiel bei der WM gegen Mexiko ist um 17 Uhr)