OSC und OTB weiten Kooperation aus OTB zieht Frauen aus der 2. Basketball-Bundesliga zurück

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Setzen auf eine Zusammenarbeit im Sinne des Basketballs: OSC-Geschäftsführer Hendrik Witte und OTB-Vorsitzender Matthias Strauß (von links). Foto: Swaantje HehmannSetzen auf eine Zusammenarbeit im Sinne des Basketballs: OSC-Geschäftsführer Hendrik Witte und OTB-Vorsitzender Matthias Strauß (von links). Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Der Osnabrücker Sportclub und der Osnabrücker Turnerbund weiten ihre Kooperation im Basketball aus. In diesem Zuge zieht der OTB seine Titans aus der 2. Frauen-Bundesliga zurück und konzentriert sich vornehmlich auf die Männer. Der OSC nimmt die Frauen stärker in den Fokus.

Das haben OSC-Geschäftsführer Hendrik Witte und der OTB-Vorsitzende Matthias Strauß bekannt gegeben. Eine Kooperationsvereinbarung muss noch schriftlich gefasst werden. „Das ist aber das geringste Problem“, sagt Strauß. Die Eckpunkte, Strauß und Henning Stöbitsch für den OTB sowie Witte und Stefan Eggers für den OSC ausgehandelt haben, stehen.

Was sind die Beweggründe?

Henning Stöbitsch, stellvertretender Leiter der Basketballabteilung im OTB, spricht von einer „Kopfentscheidung“. Der OTB verfüge nur über eine sehr junge weibliche Nachwuchsmannschaft, ansonsten fehlt der Unterbau. „Letztlich macht es auf Dauer weder sportlich noch ökonomisch Sinn, sich Konkurrenz zu machen, nur um unsere Egos zu streicheln“, sagt OTB-Vorsitzender Strauß. Die Titans spielten nach dem Aufstieg im Jahr 2016 zwei Saisons in der 2. Bundesliga, beide Male mit dem Klassenerhalt als Ziel. „Wir wollten mit jungen Osnabrückerinnen spielen, haben dann aber doch externe Spielerinnen geholt. Da geht der Sinn und Zweck des Ganzen verloren“, sagt Strauß. Die jungen Spielerinnen, die vor der Saison vom OSC zu den Titans gewechselt waren, dann aber beim OTB oft auf der Bank saßen, fehlten ihrem alten Klub: Wegen der knappen Personaldecke geriet die zweite OSC-Mannschaft in der 1. Regionalliga in Abstiegsgefahr. Die wurde erst gebannt, als die OTB-Spielerinnen mit einer Doppelspielberechtigung die OSC-Reserve verstärkten. Generell sei es das „Ziel, Osnabrück zu einer Festung im Basketball zu machen. Es gibt ein basketballbegeistertes Umfeld“, sagt Witte. Da die Zahl der Talente irgendwo aber auch begrenzt sei, sei es sinnvoll seine Kräfte zu bündeln und zusammenzuarbeiten.

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Wie schwer ist die Entscheidung gefallen?

„Die Derbys waren ein Höhepunkt der Saison“, trauert Strauß den lokalen Duellen mit dem OSC schon jetzt nach. „Wir haben uns die 2. Bundesliga über Jahre erkämpft. Insofern haben wir lange überlegt, und die Entscheidung war ein schwerer Schritt.“ Was Strauß Hoffnung macht: In der 1. Regionalliga habe die Kooperation zum Ende der vergangenen Saison gut funktioniert. Die Zusammenarbeit solle „nicht nach einer Saison enden, sondern Jahrzehnte halten“, sagt der OTB-Vorsitzende. OSC-Geschäftsführer Witte ist zuversichtlich, was das Zusammenspiel angeht: Die Spielerinnen beider Klubs würden sich schon lange kennen und seien miteinander befreundet. „Bei vielen Spielerinnen stößt das auf Verständnis und Vorfreude“, sagt Witte.

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Wie geht es bei den Frauen weiter?

Der OSC spielt weiter in der 2. Bundesliga. „Ein, zwei Spielerinnen vom OTB sind vielleicht für unsere erste Mannschaft interessant“, sagt Witte. Ein Sprungbrett für Talente aus der Region soll die zweite OSC-Mannschaft in der 1. Regionalliga sein. Der OTB tritt nur noch mit seiner bisherigen zweiten Mannschaft in der Oberliga an – ein Team, das aus altgedienten Spielerinnen besteht, die zwar ambitioniert sind, aber Basketball nicht mehr als Leistungssport sehen.

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Wie geht es bei den Männern weiter?

Der OTB bleibt in der 2. Regionalliga das Aushängeschild in der Stadt Osnabrück. Die Männermannschaft sei in der vergangenen Saison ein bisschen hinten runtergefallen, räumt Strauß ein und hofft, dass die Konzentration auf das Team nun mehr Aufmerksamkeit bringt – und sportlichen Erfolg. „Ein Aufstieg ist nicht zu planen, aber wir wollen in der 2. Regionalliga eine bessere Rolle spielen und oben mitspielen“, sagt Strauß. Trainer wird aller Voraussicht nach Chad Prewitt, der zuletzt die OSC-Männer betreute. Es gebe in dieser Personalie gute Gespräche, sagten Witte und Strauß. Der OSC behält sein Team in der Bezirksoberliga und arbeitet hier enger mit dem TuS Bad Essen zusammen – es könnte unter dem Strich eventuell sogar für zwei Teams reichen. Zudem soll die OSC-Halle A ein weiterer Spielort für Partien der Titans neben der OTB-Halle werden. „Wenn am Samstagabend die OTB-Männer zum Beispiel das Derby gegen Bramsche spielen und am Sonntagnachmittag die Panthers in der 2. Frauen-Bundesliga ein Heimspiel haben, wir den Aufbau der Halle so lassen können und nur die Werbebanden umdrehen müssen, gibt uns das ganz andere Möglichkeiten in der Vermarktung“, sagt Witte. Finanziell arbeiten beide Klubs aber unabhängig voneinander mit ihren eigenen Werbepartnern.

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Wie geht es in der Jugend weiter?

Der OSC will wieder eine weibliche Mannschaft in der U18-Bundesliga (WNBL) stellen. Die jüngeren Teams sollen für den Trainings- und Spielbetrieb zusammengelegt werden. Egal, ob in der kommenden Saison OSC oder OTB draufsteht: Die Teams setzen sich aus Spielern beider Vereine zusammen. Es bringe keinen weiter, wenn beide Vereine ein paar Talente hätten, es aber für beide Klubs am Ende nicht reiche, um höherklassig mitzuspielen, erklärt Strauß. Hier sei es sinnvoll, die Kräfte zu bündeln, findet auch Witte. In der U16 gebe es zum Beispiel 15 bis 20 Kinder, die unter dem Arbeitstitel „Team Osnabrück“ bereits gemeinsam trainieren und in der kommenden Saison in den Spielbetrieb starten. Diese Kooperation zwischen OSC und OTB sei auch für talentierte Spieler anderer Vereine offen. Ziel ist es, in ein bis zwei Jahren eine Mannschaft mit Potenzial für die U16-Bundesliga (JBBL) aufzubauen.


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