Zu stark für die weibliche Konkurrenz U-13-Fußballerinnen des Osnabrücker SC treten gegen Jungs an

Von Benjamin Kraus

Zugepackt haben sowohl die Jungs von Belm-Vehrte als auch die OSC-Mädchen um Luise Richter. Foto: Swaantje HehmannZugepackt haben sowohl die Jungs von Belm-Vehrte als auch die OSC-Mädchen um Luise Richter. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Sie sind einfach zu stark für die lokale weibliche Konkurrenz ihrer Altersklasse – also spielen sie jetzt gegen Jungs, und auch das richtig gut. Die U-13-Fußballerinnen des Osnabrücker SC treten in diesem Frühjahr als Mädchenmannschaft in der 2. Kreisklasse der männlichen D-Junioren an – und sind nach drei Siegen aus vier Spielen Tabellenführer.

„Wir mussten schon einige Überzeugungsarbeit beim Verband leisten, um zu erreichen, dass unsere Mädels gegen Jungs antreten dürfen. Aber es hat sich gelohnt“, sagt Thobias Eschmann. Der Trainer der U-13-Juniorinnen des OSC will seine Mädchen um Tochter Chiara möglichst optimal fördern – auch mit Blick darauf, dass in der U-17-Altersklasse, in der der Osnabrücker SC auch in der kommenden Saison in der Bundesliga antreten wird, große Herausforderungen auf die Mädchen warten, sollten sie bis dahin dem Fußball erhalten bleiben. „Gegen Mädchen in ihrem Jahrgang haben wir zuletzt stets hoch gewonnen, das war einfach keine Herausforderung mehr. Gegen Jungs ist nun gewährleistet, dass alle Mädchen auf dem Feld immer gefordert werden“, erklärt Eschmann den auf den ersten Blick ungewöhnlichen Schritt.

Der aber für alle Beteiligten sinnvoll ist, wie die Partie gegen die JSG Belm/Vehrte zeigte: Auffällig war, dass sich die Jungs aus Respekt vor den Mädchen in den Zweikämpfen zuerst ein wenig zurückhielten. Bald aber merkten sie, dass die OSC-Fußballerinnen selbst alles andere als zimperlich agieren und zudem richtig gut kicken können. Also wehrten sie sich und schalteten ihrerseits in den Kampfmodus – heraus kam ein tolles Spiel vor vielen gebannt mitfiebernden Eltern mit ständig wechselnden Führungen, das die OSC-Juniorinnen am Ende mit 4:3 gewannen. „Ein guter Vergleich – technisch und spielerisch waren uns die Mädchen überlegen“, erkannte Guido Meyer als Trainer der JSG Belm/Vehrte an.

„Erst fand ich die Idee komisch, gegen Jungs zu spielen, weil ich dachte, dass die immer so angeberisch und aggressiv sind beim Fußball. Jetzt aber merken wir, dass wir auf viel höherem Niveau spielen und richtig kämpfen müssen, um zu gewinnen. Deswegen ist das ein super Fortschritt“, findet OSC-Spielführerin Merith Funke. Als Motto und Kabinen-Soundtrack für dieses Frühjahr hat ihre Mannschaft den Spielfilm „Bibi & Tina: Mädchen gegen Jungs“ ausgewählt. Auf dem Feld brauchen die Mädchen aber keine magischen Kräfte wie jene der Hexe Bibi Blocksberg – dort reichen schlicht ihre Fähigkeiten am Ball.