Abbruch im Derby in Lechtingen Amateurfußball Osnabrück: Rassismus-Vorwürfe in der 2. Kreisklasse

Von Benjamin Kraus

Die Anlage der Sportfreunde Lechtingen. Foto: Gert WestdörpDie Anlage der Sportfreunde Lechtingen. Foto: Gert Westdörp

Wallenhorst. Ein schlechtes Ende nahm am Wochenende das Fußballderby zwischen den dritten Herrenteams der Sportfreunde Lechtingen und Eintracht Rulle in der 2. Kreisklasse Nord B. Die Ruller werfen einem Spieler der Gastgeber rassistische Äußerungen gegenüber einem ihrer Spieler mit dunkler Hautfarbe vor und weigerten sich deshalb, zur zweiten Halbzeit wieder anzutreten. Die Partie wurde abgebrochen und beschäftigt nun das Sportgericht.

„Weil es bereits im Hinspiel im Oktober Vorfälle in diese Richtung gab, haben wir intern ein solches Vorgehen schon vorab besprochen für den Fall, dass es wieder rassistische Äußerungen geben wird“, sagte Marcel Bergmann. Der Trainer der Ruller hatte in der Halbzeit beim Stand von 6:0 für Lechtingen III dem Schiedsrichter erklärt, dass die Ruller auf die Fortsetzung der Partie verzichten. Zu ausfällig seien sowohl die Zweikampfführung als auch die auf dem Feld getätigten Aussagen eines Lechtinger Fußballers gegenüber einem ihrer dunkelhäutigen Spieler gewesen.

Der Ruller hatte kurz vor der Pause vom Schiedsrichter die Rote Karte gesehen. Die vorangegangene Tätlichkeit – ein Tritt in den Hintern eines Lechtingers – bestätigten Vertreter beider Mannschaften, wobei die Ruller anführen, dass ihr Spieler vorab mehrmals provoziert und attackiert worden sei. Beim Verlassen des Spielfeldes habe der Ruller dem Lechtinger zudem den Mittelfinger gezeigt. Dieser soll daraufhin mit Blick auf das schwarze Trikot der Gäste zu ihm gesagt haben, dass man seinen Finger nicht sehen könne.

Ruller Spieler und Verantwortliche werfen dem Lechtinger weitere rassistische Ausfälle vor. Lechtinger Spieler und Verantwortliche bestätigten diese nicht. Nach dem Verzicht der Ruller auf die Fortführung der Partie habe es keine weiteren Vorfälle gegeben, alle Fußballer hätten ruhig das Gelände verlassen. Der Fall beschäftigt nun das Sportgericht.