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Nächstes Gastland offen Horses & Dreams-Sieger Denis Nielsen: Das ist der Wahnsinn

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Hagen a.T.W. Denis Nielsen musste erst einmal sein Pferd beruhigen. „Cashmoaker war sehr wild nach dem Umlauf. Ich musste ein bisschen mit ihm reiten, damit er zur Ruhe kommt“, sagte der 28-Jährige aus Löningen nach seinem Sieg im Großen Preis von Horses & Dreams.

Im Stechen war der zwölfjährige Hengst aber alles andere als gemütlich gewesen und hatte seinen Reiter in einem schnellen, aber unruhigen Durchgang auf Platz eins des Großen Preises geführt, der gleichzeitig erste Wertungsprüfung der DKB-Riders Tour war.

Nielsen, der sich mit seiner Freundin, der Dressurreiterin Victoria Michalke, vor einem Jahr auf dem Gut Daxau in der Nähe von München selbstständig gemacht hat, war nach dem Abspielen der deutschen Nationalhymne zunächst etwas sprachlos. „Hallo Hagen, das ist der Wahnsinn“, bemerkte der Sieger, während sein Pferd wieder Sperenzchen machte. Auch auf dem Abreiteplatz war Cashmoaker noch total aufgedreht.

„Stand jetzt ist das mein Lieblingsturnier“, meinte der zur Perspektivgruppe von Bundestrainer Heinrich-Hermann Engemann gehörende Deutsche Meister von 2015, der immer wieder für Überraschungen gut ist. Er war am Samstag in der Qualifikation zur ersten von sechs Riders-Tour-Etappen bereits auf Rang drei gelandet. Zudem hatte er am Borgberg eine weitere schwere Prüfung gewonnen. Für den Sieg im Großen Preis kassierte er 18750 Euro.

Christian Rhomberg, der zweitplatzierte Österreicher, machte seinem Kontrahenten ein großes Kompliment. „Denis war unglaublich schnell. Da konnte ich nicht mithalten.“ Im letzten Jahr war Rhomberg als Führender zur letzten Riders-Tour-Entscheidung nach München gefahren, musste aber schließlich Markus Beerbaum den Vortritt lassen. Der Thedinghausener wurde Vierter hinter dem Iren Cameron Hanley auf Quirex.

„Ich habe ein bisschen an meiner Schnelligkeit gearbeitet. Aber ganz gereicht hat es nicht“, war Beerbaum auf Cool Hand Luke mehr als sechs Zehntelsekunden langsamer als der Sieger, aber nicht enttäuscht. „Für den Auftakt war das okay“, meinte der 47-Jährige. „Das war eines der schönsten Turniere, das wir ausgerichtet haben. So eine Stimmung habe ich noch nicht erlebt“, resümierte Gastgeber Ulli Kasselmann und lobte die Unterstützung des Königshauses aus Jordanien. Auch für seinen Sohn Francois hatte er anerkennende Worte übrig. „Ich bin hier ja nur der Begrüßungsonkel. Mein Sohn ist der Macher. Er kennt die Szene und hat das gut im Griff.“ Francois Kasselmann ist der Gesamtverantwortliche für den Sport bei Horses & Dreams.

Weiter feilen wollen die Hagener Macher an den Showelementen. „Das hat am Samstagabend einen gewaltigen Eindruck hinterlassen“, hob Kasselmann die Atmosphäre bei dem Unterhaltungsspektakel „The Magic of Arabia“ hervor. Dressur-Star Kristina Bröring-Sprehe habe sich sicherlich gefreut, dass sie mal mit einem Kamel einreiten durfte bei der Siegerehrung und nicht auf ihrem Hengst Desperados“, lachte Kasselmann, der während der fünf Turniertage rund 67000 Besucher auf seinem Hof begrüßen konnte. Die Rekordzahl resultiert aus dem Jahr 2012, als zu Horses & Dreams meets Great Britain 68500 Zuschauer kamen. „Die ersten beiden Tage waren nicht so gut besucht. Aber dann war die Resonanz beeindruckend“, bilanzierte Kasselmann. Das neue Gastland will er in den nächsten vier Wochen bekannt geben. Er verriet nur so viel: „Es ist ein großes europäisches Land.“

Stolz auf seine Söhne war Martin Haunhorst. „Mick hat alle seine drei Prüfungen gewonnen. Das ist klasse“, freute sich der Hagener Stallbesitzer über den 13-jährigen Junior, der bei den Nachwuchsprüfungen wie dem Cup der Sparkasse ganz vorne landete.

Bruder Max ist mit seinen 17 Jahren schon bei den Großen dabei. Beim Zwei-Phasen-Springen belegte er auf Chaccara den guten dritten Platz. Er reitet entspannt, aber konzentriert und misst sich ohne Hemmungen mit der namhaften Konkurrenz. „Man konzentriert sich auf den Parcours. Die Anspannung ist schnell weg. Ich finde es toll, dass ich hier starten darf. Da kann ich viel lernen“, meinte der Hagener, der zum deutschen Nachwuchskader 1 der U18-Junioren gehört.

Max Haunhorst konnte aber ebenso wenig wie der Osnabrücker Patrick Stühlmeyer in die Entscheidung beim Großen Preis eingreifen. Beide verfehlten den Einzug in die Finalrunde. Max Haunhorst wurde 30., Stühlmeyer gab nach einer verkorksten Runde auf.


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