Lob für Stühlmeyer und Haunhorst Bundestrainer Engemann sieht deutsche Springreiter auf gutem Weg

Von Michael Jonas

Heinrich-Hermann Engemann
              
                Foto: Helmut KemmeHeinrich-Hermann Engemann Foto: Helmut Kemme

Hagen a.T.W. Heinrich-Hermann Engemann, Disziplin-Bundestrainer und Chef der Perspektivgruppe der deutschen Springreiter, sieht den deutschen Nachwuchs auf einem guten Weg. „Wir haben viele talentierte Reiter. Leider haben nicht alle gute Pferde. Dennoch ist mir nicht bange um die Zukunft des deutschen Reitsports“, sagte der 58-jährige Bissendorfer am Rande von Horses & Dreams.

Herr Engemann, wie steht es um die Nachwuchsarbeit im deutschen Springsport?

Wir haben hervorragende Nachwuchsarbeit geleistet. Wenn ich sehe, was in den letzten Jahren an U25-Reitern nach vorne gekommen ist, kann ich nur sagen: Wir sind auf dem richtigen Weg.

Auch bezüglich Championats-Teilnahmen?

Ja. Da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Allerdings ist die Dominanz der deutschen Reiter nicht mehr so stark, weil andere Nationen aufgeholt haben. Sie investieren viel Geld in den Reitsport, holen sich gute Trainer und kaufen Top-Pferde. Es gibt keine Geschenke mehr. Das sieht man auch an den Weltcupfinals. Früher waren wir dort mit fünf, sechs Reitern vertreten, diesmal waren es in Paris mit Daniel Deußer und Marcus Ehning nur zwei. Unsere Priorität liegt jetzt auf der Weltmeisterschaft im September in Tryon in den USA.

Was rechnen Sie sich aus?

Das Minimalziel ist ein Platz unter den ersten fünf, um die Qualifikation für Olympia zu erreichen. Klar haben wir mit der Mannschaft und im Einzel auch Medaillen im Visier.

Dient Horses Dient Horses & Dreams hier in Hagen schon als WM-Sichtung?amp; Dreams hier in Hagen schon als WM-Sichtung?

Nein. Aber wir verschaffen uns erste Eindrücke, wie die Reiter in die Freiluftsaison kommen. Wir haben schon starke Leistungen gesehen etwa von Katrin Eckermann, Gerrit Nieberg und Denis Nielsen. Bei der Nominierung für die WM bleiben die Leistungen von Hagen im Hinterkopf.

Wer gehört denn zu den Reitern, von denen wir noch hören werden?

Laura Klaphake zählt dazu. Sie wollte in Hagen starten, ist dann aber für den Nationenpreis im slowakischen Samorin berufen worden. Maurice Tebbel ist ein Kandidat. Maximilian Lill gehört ebenfalls zu den hoffnungsvollen Talenten. Außerdem sind da noch Marcel Marschall, Justine Tebbel, Beeke und Teike Carstensen, um nur einige zu nennen. Simone Blum gehört ja sowieso zum Olympiakader.

Was ist mit Reitern aus der Osnabrücker Region?

Patrick Stühlmeyer, der zum Perspektivkader gehört, muss sich mit seinem neuen Beritt bei Paul Schockemöhle zurechtfinden. Er hat mit dem Wallach Chacanno jetzt aber ein gutes Pferd. Patrick hat das Rüstzeug, er ist nervenstark und kann bei großen Turnieren mithalten. Das hat er ja öfter unter Beweis gestellt. Auffällig ist natürlich Max Haunhorst. Dass er mit seinen 17 Jahren dem Druck im Feld der Großen standhält, ist bemerkenswert. Er ist einer von den jungen Leuten, dem das Reiten in die Wiege gelegt worden ist. Er hat es verdient, dass er zum deutschen U18-Kader gehört. Wenn er so weiter macht, liegt eine große Zukunft vor ihm.

Gibt es nach dem Rücktritt von Ludger Beerbaum eigentlich so etwas wie einen Leitwolf im deutschen Kader?

Marcus Ehning ist die Führungspersönlichkeit. Er ist in die Rolle von Ludger geschlüpft und hat so ein bisschen die Vaterrolle für die jungen Reiter übernommen. Auch Philipp Weishaupt, der in Samorin recht erfolgreich ist, gehört zu den Reitern, auf den die Jugendlichen hören.

Sie sind Stammgast bei Horses Sie sind Stammgast bei Horses & Dreams. Welchen Stellenwert messen Sie der Veranstaltung bei?amp; Dreams. Welchen Stellenwert messen Sie der Veranstaltung bei?

Das Turnier gehört zu den Top-Events in Deutschland. Die Reiter hofieren die Veranstaltung. Ein Beispiel: Zurzeit finden die holländischen Meisterschaften statt, dennoch sind einige gute Reiter aus den Niederlanden auf dem Hof Kasselmann am Start. Für sie ist es ein sportliches Highlight. Jedes Jahr gibt es hier Verbesserungen. Die Familie Kasselmann und ihr Team berücksichtigen die Wünsche der Reiter und die der Sponsoren und bieten den Besuchern eine Vielfalt an Möglichkeiten. Es sind ja nicht nur Reitsportfans, die nach Hagen kommen. Aber vielleicht wecken wir ja das Interesse für den Reitsport.