Das Pferd trifft die richtige Wahl Belgier gewinnt Hauptprüfung bei Horses & Dreams

Meine Nachrichten

Um das Thema OS-Sport Ihren Nachrichten hinzuzufügen, müssen Sie sich anmelden oder registrieren.


Hagen. Es war der Tag der „Haßmänner“ am Borgberg. Felix Haßmann belegte in der Hauptprüfung am Freitag den dritten Platz, die Mittlere Tour gewann bei Horses & Dreams meets the Royal Kingdom of Jordan sein Bruder Toni. Im Zwei-Phasen-Springen der Vier-Sterne-Kategorie siegte der Belgier Francois Mathy Jr auf Casanova de L’Herse mit der schnellsten fehlerfreien Zeit.

Platz zwei ging überraschend an den Türken Derin Demirsoy auf Dadjak Ter Puttenen vor Felix Haßmann auf Sig Captain America. Seine gute Form unterstrich der Hagener Max Haunhorst, der mit Chaccara den ausgezeichneten fünften Rang schaffte. Auch der Osnabrücker Patrick Stühlmeyer ließ als Neunter mit Shere Kahn du Banney aufhorchen.

Bei einem Zwei-Phasen Springen geht es in der ersten Phase darum, den Parcours ohne Fehler zu absolvieren. Auch die zweite Phase sollte ohne Abwurf bleiben. Wird die erste Phase fehlerfrei überwunden, muss der Teilnehmer sofort mit der zweiten Phase beginnen. Hat der Reiter im ersten Durchgang einen Fehler, wird er abgeläutet.

Francois Mathy Jr hörte es nicht klingeln. Er zeigte bei seinem ersten Auftritt auf dem Hof Kasselmann einen Ritt, der so nicht vorgesehen war. Eigentlich wollte der Belgier nicht so rasant durch den gut gestalteten Parcours rasen, bis ihm sein Pferd die Entscheidung abnahm. „Ich wollte etwas mehr auf Sicherheit reiten, nicht ganz so schnell. Aber Casanova de L´Herse hat das einfach so gemacht“, schilderte der WM-Teilnehmer von Rom seinen Auftritt. Jetzt strebt er nach Höherem. „Die belgischen Reiter sind zurzeit sehr stark. Ich werde kämpfen. Vielleicht schaffe ich es einmal zu Olympia“, erläuterte der sympathische Pferdesportler seine Ziele. Die hat sein Vater François Mathy schon erreicht. Bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal gewann er im Einzel und mit der Mannschaft die Bronzemedaille.

Die erste Nationalhymne im Springstadion erklang am Freitag um 13.57 Uhr und wurde einem deutschen Reiter zuteil. Toni Haßmann aus Lienen hatte das Springen der Mittleren Tour gewonnen. Auf dem Abreiteplatz blühte der Flachs. „Perfekt war das nicht“, schmunzelte der Zweitplatzierte Jan Wernke, als der Sieger an ihm vorbeiritt. „Für dich hat es immerhin gereicht“, lachte Haßmann. Der 42-Jährige aus Lienen ist Stammgast in Hagen. „Ich glaube, ich war nur einmal nicht dabei. Sonst immer. Das ist ja wie ein Heimspiel für mich, direkt vor der Haustür“, freute sich der dreifache Sieger des Deutschen Springderbys in Hamburg. Auf dem Hof Kasselmann reitet er die mittlere Tour und die Youngster Tour. „Für die ganz großen Sachen habe ich kein Pferd“, meinte der Springreiter, für den ein Start in Hagen stets ein Vergnügen ist. Als viertletzter Reiter blieb er auf Maicon in 61,16 Sekunden ohne Fehler und löste Warnke, der mit Calouso (0/61,60) unterwegs war, als Führenden ab. Auf Rang drei landete Philip Rüping mit Chaccobel (62,21)).

Guter Siebter wurde Mathis Schwentker. Der Berufsreiter-Champion von 2017 vom Hagener Stall Haunhorst brauchte für seinen Nullfehlerritt 63,37 Sekunden. Max Haunhorst hatte auf Condor einen Abwurf, war aber dennoch mit seinem bisherigen Abschneiden zufrieden. „Ich war Dritter in der Mittleren Tour, Fünfter im Zwei-Phasen-Springen und hoffe, dass ich mich am Samstag für den Großen Preis qualifiziere“, meinte der talentierte Hagener. Der Große Preis, der gleichzeitig erste Wertungsprüfung für die DKB-Riders-Tour ist, ist am Sonntag (14.30 Uhr) der Höhepunkt von Horses & Dreams im Springstadion.

In der Dressur gewann der Däne Daniel Bachmann Andersen mit Blue Hors Veneziano die Qualifikationsprüfung zum Louisdor-Preis. Auf Platz zwei und drei folgte Reitmeister Hubertus Schmidt mit seinen Pferden Escorial und Chrysler. Isabell Werth belegte auf Nachwuchspferd DSP Belantis Rang vier. Die sechsfache Olympiasiegerin ist bereits wieder in Topform. Mitte April verteidigte sie ihren Titel beim Weltcupfinale in Paris mit einer anspruchsvollen und begeisternden Kür. Mehr als 90 Prozent waren eine Demonstration der Weltklasse.

Starts in Hagen lässt sich die Dressur-Königin in der Regel nicht entgehen. Am Borgberg wird sie ihre Championatspferde Don Johnson und Emilio in der Grand Prix Kür und im Grand Prix Special (Sonntag, 13.45 Uhr) reiten. Überhaupt ist die Dressur top besetzt. Jessica Bredow-Werndl ist mit ihren Toppferden Unee, Dalera und Zaire-E dabei. Sönke Rothenberger und Kristina Bröring-Sprehe gehören ebenfalls dem Olympiakader an.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN