Moneta gewinnt Vier-Sterne-Springen Horses & Dreams: Bröring-Sprehe siegt mit Desperados

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Hagen a.T.W. Kristina Bröring-Sprehe strahlte über das hübsche Gesicht. Beim ersten Draußen-Auftritt ihres Hengstes Desperados nach langer Verletzungspause gewann die Mannschaftsolympiasiegerin von Rio mit großem Vorsprung gleich die Qualifikation für die Grand-Prix-Kür bei Horses & Dreams meets Jordanien.

Auf dem Hof Kasselmann bekam sie für ihre gelungene Darbietung 79,109 Prozent. Platz zwei belegte der Spanier Severo Jesus Jurado Lopez auf Deep Impact (75,152) vor dem Schweden Patrik Kittel mit Delauney Old (75,109). Charlott-Maria Schürmann aus Gehrde belegte auf Burlington Platz elf (70,609).

Auch Bundestrainer Monica Theodorescu war zufrieden. „Das war eine Werbung für den Dressursport. Eine überragende Darstellung. Kristina hat sich sehr gut vorbereitet, ist kontrolliert, sehr konzentriert und präzise geritten. Bis auf zwei kleine Unebenheiten war das super“, freute sich die deutsche Dressurchefin über das gelungene Freiluftcomeback des schwarzen Hengstes, der sich zu Beginn 2017 verletzt hatte und über ein Jahr pausieren musste. Nachdem Kristina Bröring-Sprehe ihn behutsam wieder aufgebaut und ihn langsam auf Grand-Prix-Niveau gebracht hatte, konnte das Paar seinen ersten großen Erfolg mit Siegen im Grand Prix sowie Grand Prix Special im März 2018 in der Dortmunder Westfalenhalle feiern.

Bröring-Sprehe: Wir können noch eine Schippe drauflegen

In dieser Form gehören die 31-jährige Teamweltmeisterin von 2014 und Desperados zum Favoritenkreis bei den Weltreiterspielen im September in Tryon/USA. „Ich bin froh, dass er wieder so fit ist. Besser hätte es nicht laufen können. Desperados und ich können aber noch eine Schippe drauflegen“, meinte eine glückliche Siegerin. Auch Theodorescu sah noch Luft nach oben, lobte aber die Olympiazweite mit der Mannschaft von 2012 in London, deren Karriereverlauf eng mit ihren Auftritten auf dem Hof Kasselmann zusammenhängt. Denn dort begann vor sieben Jahren der steile Aufstieg in die Weltklasse.

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„Ein bisschen Zeit zum Shoppen bleibt“

Wie sehr sie sich in Hagen wohlfühlt, zeigte sie nach dem Siegergespräch. In bester Laune ließ sie sich mit Pedro Chebulka fotografieren, der große Reitsportturniere in aller Welt begleitet und sich jedes Mal in der Tracht des Gastlandes präsentiert – diesmal als Scheich. Am Freitag hat Kristina Bröring-Sprehe Pause. Vorbereiten auf den Samstag mit der Grand-Prix-Kür muss sie sich dennoch. Also nur Sport in Hagen? Nicht ganz. „Ein bisschen Zeit zum Shoppen bleibt“, will sie den Rundgang über das Gelände mit seinen vielen Einkaufsmöglichkeiten nutzen. Der Familie Kasselmann machten die Dressurreiterin und ihr Sponsor ein dickes Kompliment. „Manchmal denkt man, mehr geht nicht. Aber es gibt immer wie was Neues bei Horses & Dreams.“

Moneta gewinnt Springen vor Epaillard

„Julian Epaillard on fire in Hagen“, schrieben einige Fachzeitschriften, nachdem der Franzose vor zwei Jahren das erste Springen der Großen Tour auf dem Hof Kasselmann gewonnen hatte. Es war sein Turnier. Am Donnerstagnachmittag sah er auf Quatrin de La Roque erneut wie der sichere Sieger aus. Bis Luca Maria Moneta kam. Der 50-jährige Italiener ritt in einem spannenden Vier-Sterne-Springen drauflos und überflügelte auf Neptune Brecourt den schnellen Franzosen. Bei teilweise strömenden Regen blieb Moneta in 56,85 Sekunden fehlerfrei. Der Franzose benötigte 57,08 Sekunden. Dritter wurde David Will mit Chelsea (0/59,64) vor Pius Schwizer aus der Schweiz mit Leonard de La Ferme (0/59,69).

Mit alternativen Methoden bis zu Olympia?

Moneta, auch als „Carrot Man“ bekannt, ist einer der wenigen Springreiter der internationalen Klasse, der mit alternativen Methoden wie der natürlichen Reitkunst versucht, eine tiefere Bindung zu seinen Sportpferden während des Trainings und in den Prüfungen herzustellen. Dass er seine Pferde nach jeder Parcoursrunde mit einer Möhre belohnt, ist kein PR-Gag. Für ihn ist der Respekt vor der Natur des Pferdes das Maß aller Dinge. „Ich bin glücklich, dass ich hier gewonnen habe. Hagen beflügelt mich. Hier muss man einfach gut reiten“, meinte Moneta, dessen beste Platzierung der zehnte Platz im Einzel bei der EM 2013 war. Sein Traum: „Ich hoffe, einmal bei Olympia starten zu können.“


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