Kasselmann: Reiten soll sexyer werden Beerbaum: Achtjährige Tochter als Sponsorin für Horses & Dreams

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Sieger im Einlaufspringen in Hagen: Deins Nielsen im Sattel bei Horses & Dreams meets Jordanien. Foto: Helmut KemmeSieger im Einlaufspringen in Hagen: Deins Nielsen im Sattel bei Horses & Dreams meets Jordanien. Foto: Helmut Kemme

Hagen. Ibrahim Hani Bisharat freute sich wie ein kleines Kind: „Es ist ein großes Glück, hier meine Heimat als Gastland zu präsentieren.“ Der jordanische Springreiter ist einer der bekanntesten Sportler in dem Wüstenstaat, der bis Sonntag auf dem Hof Kasselmann die Fans in seinen Bann ziehen will. Arabische Träume bei Horses & Dreams.

Sportlich musste sich der dreifache Olympiateilnehmer noch hinten anstellen. Auf Bowie Z belegte er Rang 21. Das erste Springen des Turniers gewann der deutsche Meister von 2015, Denis Nielsen, auf Taquadriga mit dem schnellsten Nullfehlerritt in 62,29 Sekunden vor Toni Haßmann aus Lienen auf Maicon (62,77) und dem Dänen Sören Pedersen mit Tailormade Chabalou (63,50). Starker Vierter wurde Mathis Schwentker aus dem Hagener Stall Haunhorst. Mit Landprincess blieb er in 64,18 Sekunden ohne Abwurf.

Welche sportliche Bedeutung hat Horses & Dreams? Als 4-Sterne-Turnier besitzt Hagen einen großen Wert. Zwar ist die Veranstaltung keine offizielle Sichtung für die WM im September in Tryon/USA; sie gibt aber Aufschlüsse über die Form von Pferd und Reiter zu Beginn der Grünen Saison. „Wir achten schon auf die Leistungen der Reiter und lassen Hagen in die Gesamtbeurteilung einfließen, wenn wir den WM-Kader benennen. Das Turnier lassen wir uns nicht entgehen“, so Disziplin-Bundestrainer Heiner Engemann. Sein Chef Otto Becker begleitet deutsche Reiter im slowakischen Samorin, wo zeitgleich ein Nationenpreisturnier stattfindet.

Welche bekannten Springreiter sind dabei? Bis auf Olympiasieger Ludger Beerbaum, dem eine Bronchitis zu schaffen macht, gibt es keine Absagen. Im Gegenteil. „Ich bekomme jeden Tag zigtausend Anrufe von Reitern, die noch gerne melden wollen. Aber wir sind dicht“, berichtete der sportliche Leiter des internationalen Pferdesportfestivals, Francois Kasselmann. Der bei Itzehoe lebende Schwede Rolf-Göran Bengtsson gehört ebenso wie der Niederländer Gert Jan Bruggink oder die Schweizer Christina Liebherr und Pius Schwizer zu den klangvollen Namen im Springsport. Die Deutschen Farben vertreten am Borgberg etwa Ex-Weltcupsiegerin Meredith Michaels-Beerbaum und Ex-Europameister Marco Kutscher oder Holger Wulschner.

Wie sieht es in der Dressur aus? Kristina Bröring-Sprehe, die 2016 Olympiagold mit der Mannschaft holte, startet wieder mit ihrem Paradepferd Desperados, das über ein Jahr verletzt war. Vor fast genau sieben Jahren feierte die Lohnerin bei Horses & Dreams ihr Kür-Debüt mit dem schwarzen Hengst. Der Schwede Patrik Kittel, Emile Faurie (Großbritannien) sowie Olympiasiegerin Isabell Werth, Anabel Balkenhol und Hubertus Schmidt sind Dressurreiter der Weltklasse. „Jedes Jahr entwickelt sich das Turnier weiter. Tolle Organisation, tolle Böden, gute Abreite-Plätze. Hier finden wir alles, was den Aufenthalt und den Sport angenehm macht. Bei Kasselmanns macht es Spaß zu reiten“, sagte Reitmeister und Mannschaftsweltmeister Schmidt, der Stammgast in Hagen ist und die Konkurrenz schätzt. „Die Prüfungen sind immer extrem gut besetzt, es ist nicht leicht, hier vorne mitzureiten.“ Das tat er aber und gewann auf Toscana die erste Dressurprüfung in Hagen.

Wie hoch ist das Preisgeld? Mit 80 000 Euro ist der Große Preis am Sonntag dotiert. Insgesamt gibt es laut Turnierchef Francois Kasselmann 250 000 Euro zu gewinnen.

Was ist neu auf dem Turniergelände am Borgberg? „Wir haben die Infrastruktur verbessert, neue Abwasserkanäle geschaffen und wollen mit Entertain TV, das erstmals Dressurprüfungen überträgt, unseren Sport moderner und sexyer präsentieren“, erklärte Gastgeber Ulli Kasselmann.

Gibt es sonst etwas Besonderes? Eine lustige Geschichte erzählte Riders-Tour-Sieger Markus Beerbaum. Er reitet die Stute Charmed, die seiner achtjährigen Tochter Brianne Victoria gehört. „Ich habe das Pferd vierjährig in Verden bei einer Auktion gekauft. Meine Schwiegereltern haben Charmed dann Brianne geschenkt. Und sie hat mir erlaubt, dass ich die Stute reiten darf. Meine Tochter ist sozusagen meine Sponsorin“, lächelte Beerbaum, der vor einem Jahr in Hagen den Grundstein für sein fulminantes Turniercomeback legte. Am Teutoburger Wald sammelte er die ersten Punkte für die DKB-Riders Tour, die er mit dem Gesamtsieg für sich entschied und zum Rider of the Year 2017 gekürt wurde. „Klar ist die Titelverteidigung in diesem Jahr ein Ziel. Aber in Hagen möchten sich natürlich alle gut präsentieren, die Konkurrenz ist groß in Deutschland. Ich möchte mich natürlich auch für Nationenpreiseinsätze empfehlen und würde auch gerne nochmal bei einem Championat mitreiten“, erklärte der Thedinghausener.


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