Motorsport-Spektakel auf Nahner Waldbahn Anspannung im Sattel, Spaß am Grill

Von Lennart Albers


Osnabrück. Erst Tempo, dann Geschicklichkeit: Mit diesem Mix hat die AMG Osnabrück auf der Nahner Waldbahn traditionell ihre Rennsaison eröffnet.

Um Geschicklichkeit und Koordination ging es morgens beim Trial. In verschiedenen Parcours im Wald neben der Grasrennbahn versuchten die Fahrer zwischen 8 und 70 Jahren, möglichst fehlerfrei über die Hindernisse zu kommen. Dabei ging es mal über dicke Baumwurzeln, große Betonröhren oder Steinhaufen, ehe enge Schikanen zwischen zwei Bäumen gemeistert werden mussten. Fehlerpunkte gab es, wenn der Fuß den Boden berührte, das Hindernis verfehlt wurde oder der Fahrer gar stürzte.

Zu den erfahrensten Aktiven gehörte Lokalmatador Martin Fischer, der vor 50 Jahren sein erstes Trial bei der AMG absolvierte und damit ein besonderes Jubiläum feierte. Als er vor seiner letzten Runde steht, holt er sich durch ein kurzes Nicken noch die Starterlaubnis und lenkt dann sein Motorrad zwischen zwei Betonröhren hindurch. Sein Blick ist hoch konzentriert, die Zunge stets leicht aus dem Mund gesteckt. Ein kleiner Fehler unterläuft ihm trotzdem: Nach einer engen Kurve kommt er leicht aus dem Tritt und stützt sich kurz mit dem Fuß auf. Fischer schüttelt kurz den Kopf und murmelt leise in sich hinein, ehe er den Rest des Parcours absolviert. Am Ende steht ein Fehlerpunkt. „Das kurze Aufsetzen war ein Sicherheitstritt“, erklärt er später. In seiner Klasse hat er keine anderen Mitstreiter: „Hätte ich größere Konkurrenz, hätte ich mit mehr Risiko fahren müssen.“ Trotzdem war er am Ende mit seiner Leistung zufrieden und freute sich, auf der engen und anspruchsvollen Strecke vieles auszuprobieren.

Von den 40 Fahrern setzten sich am Ende Niko Wecker, Antonio Indenbirken, Laurenz Dülffer, Franka Spieler und Malte Riedel bei der Jugend jeweils in ihrer Klasse durch. Bei den Erwachsenen siegten Werner Hägerbäumer, Frank Derbogen, Sascha Hannig, Rico Geppert, Lars Behrens und Mirco Hoffmann.

69 Runden mit dem Mofa

Rasanter und mit deutlich mehr Tempo ging es beim 18. Mofarennen zu. In zwei Stunden und 15 Minuten versuchten die 120 Fahrer in 54 Teams, so viele Runden wie nur möglich zu drehen. Dabei standen jedoch vor allem der Spaß am Motorsport und das gesellige Miteinander rund um die Strecke im Vordergrund. So nutzten viele Teams das gute Wetter, um im Lager direkt neben der Strecke zu grillen und bei Fachgesprächen die Sonne zu genießen. Siegreich war am Ende das Team „Zündapps letzte Rache“ mit 69 Runden um Fahrer Rainer Dreier aus Paderborn. Mit einer Runde weniger wurde „Zündapps vorletzte Rache“ Zweiter. Damit es den Teamnamen nicht zweimal gab, haben sich die Fahrer um Joachim Schäfers und Florian Sandbothe die kreative Namensänderung überlegt.

Am Ende des Wochenendes zog der AMG-Vorsitzende Dieter Glatzer ein positives Fazit. „Es war absolut perfekt“, strahlte er über die Wetterbedingungen und das Ausbleiben von Verletzungen. „Hinsichtlich des Grasbahnrennens am 27. Mai können wir darauf nur aufbauen“, sagte er.


Weitere Angebote, Produkte und Unternehmen der noz MEDIEN