Hochkarätiger Neuzugang Radsportler Ruffing wechselt zur RRG Osnabrück

Von Peter Vorberg

In neuer Umgebung: Pascal Ruffing erkundet per Rad die Osnabrücker Region. Foto: Michael GründelIn neuer Umgebung: Pascal Ruffing erkundet per Rad die Osnabrücker Region. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Radrenngemeinschaft (RRG) Osnabrück freut sich über einen Zugang. Den Saarländer Pascal Ruffing verschlug es beruflich bedingt nach Norddeutschland. Der 28-Jährige hat sich einige Ziele gesetzt und möchte unter anderem den Radsport am Gymnasium Carolinum in Osnabrück hoffähig machen.

Beim Fototermin an der Sutthauser Mühle zeigt Pascal Ruffing, dass er etwas von seinem Metier versteht. Über dem Radlenker liegend, braust er am Fotografen vorbei, danach das Posing auf und hinter seiner Rennmaschine. „Wie hättet ihr es denn gerne?“, fragt der Gymnasiallehrer mit den Fächern Biologie, Erdkunde und Sport mit einem schelmischem Lachen, für den ein solches Fotoshooting kein Neuland ist. Ruffing hat bereits eine bewegte Radsportkarriere hinter sich.

Teilnahme an internationalen Klassikern

Mit zehn Jahren fing für ihn im saarländischen Oberbexbach alles an, einer Radsporthochburg im Südwesten. Vater Norbert, einst erfolgreicher Amateurfahrer, ist noch heute 1. Vorsitzender des Clubs RV Blitz. So fand der Teenager ebenfalls Gefallen am Radrennsport und gehörte von der U13 bis zur U19 dem saarländisch-rheinlandpfälzischen Auswahlkader an. 2009 kam mit 18 der Wechsel ins halbprofessionelle Team „FC Rheinland-Pfalz Saar Mainz“, für das er eine Saison in der U-23-Bundesliga fuhr und so etliche internationale Klassiker-Rennen bestritt. Dazu gehörten die bekannten U-23-Rennen „Henninger Turm“ in Frankfurt, die Tropheo Carlsberg und Paris–Roubaix, der Frühjahrsklassiker schlechthin.

Rennen gegen Kittel und Degenkolb

„Nach dem Jahr bin ich aber zurück zu meinem Heimatverein Oberbexbach, mein Studium in Trier hatte absoluten Vorrang“, sagt der Radrennfahrer aus Leidenschaft. „Irgendwann musste ich erkennen, dass es für ganz oben nicht reicht. Rennen bin ich aber dennoch immer gefahren.“ Der Saarländer denkt nach wie vor gerne an die alten Zeiten zurück. „Damals bin ich öfter gegen Marcel Kittel und John Degenkolb gefahren. Mein Metier war mit meinen 58 Kilo Kampfgewicht das Bergfahren. Am Berg habe ich die zwei immer stehen lassen, im Flachen sind Kittel und Dege aber immer wieder an mir vorbeigezogen und haben die Rennen gewonnen. Das war schon frustrierend. Der Kittel hatte damals schon die ganz dicken Pakete an den Oberschenkeln.“

Familiäre Atmosphäre

Ab sofort startet Ruffing im gelb-blauen Dress der RRG Osnabrück und spult gemeinsam mit Christian Schürmann (derzeit verletzt), Stephen Lange, Heiko Nordmann und Co seine Trainingskilometer ab.. „Mich hat der Verein sehr an den RV Blitz erinnert. Das ist alles sehr familiär hier. Dazu organisiert die RRG, vor allem Helmut Philipp, zahlreiche Rennen. Das ist so wie bei uns.“ Ruffing kam bereits Anfang letzten Jahres gemeinsam mit Freundin Ute Rembrink (Lehrerin am Gymnasium Bersenbrück) nach Osnabrück, fuhr erst mal jedoch weiter für den RV Blitz Oberbexbach überwiegend Rennen in Süddeutschland und Frankreich. Highlight 2017 war der Sieg beim Heimrennen. „Ein unglaublich toller Abschluss für mich“, strahlt Ruffing.

Werbung für Radsport in der Schule

1500 Trainingskilometer fuhr der Saarländer, der sich als aktueller C-Fahrer wieder in die B- und A-Klasse hocharbeiten möchte, vor Ostern im Rahmen eines zehntägigen Trainingslagers auf Mallorca. Ein weiteres persönliches Ziel liegt in der Schule. Da will der Sportlehrer mit Projekttagen Werbung für den Radsport machen. „Beim ersten Mal ist das schon richtig gut angekommen. Die Schüler sind mit mir und meinem Kollegen Matthias Heck 80 Kilometer am Tag gefahren. Jetzt wollen wir versuchen, eine Mannschaft für die Mountainbike Niedersachsen-Schulmeisterschaft im Juni am Alfsee aufzustellen“, hofft Ruffing, dass die Jugendlichen über ihn auch hier am Radsport mehr und mehr Gefallen finden.