Nach gutem Beginn nachgelassen Panthers-Coach Zurkowski: Die zweite Halbzeit war der Killer

Von Christoph Schillingmann

Eine Etage höher gegen Osnabrücks Milica Milosev (am Ball) sprangen Wolfenbüttels Brianna Rollerson und Christine Hyde (von links). Foto: Guido WietheuperEine Etage höher gegen Osnabrücks Milica Milosev (am Ball) sprangen Wolfenbüttels Brianna Rollerson und Christine Hyde (von links). Foto: Guido Wietheuper

Wolfenbüttel. Die Girolive-Panthers haben das erste Finalspiel um den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga auswärts gegen Wolfpack Wolfenbüttel verdient mit 68:84 verloren. Nachdem die Osnabrückerinnen bis zur Pause mitgehalten hatten, fehlte es den Gästen in der zweiten Hälfte an mentaler Stärke.

„Die zweite Halbzeit war der Killer. Da haben wir aufgehört, Basketball zu spielen und es verpasst, die Intensität mitzunehmen. Wolfenbüttel ist heiß gelaufen, das haben sie gut gemacht“, erkannte Panthers-Trainer Mario Zurkowski die Auftaktniederlage in der Finalserie neidlos an.

Dabei hatte die Auswärtspartie in der Wolfenbütteler Sporthalle LaPla vor etwa 500 Zuschauern gut für die OSC-Frauen begonnen. Schnell führten die Panthers mit 16:4. Vor allem Milica Milosev erwischte einen guten Start und traf gerade in den Anfangsminuten nach Belieben. Das Team aus Wolfenbüttel hielt dagegen und stellte seine aktuelle starke Form unter Beweis. Die Wolfpack-Spielerinnen Christine Hyde und Leonie Rosemeyer trafen jeweils einen Dreier und ließen Osnabrücks Vorsprung wieder schmilzen. Für das Wolfpack wirkten diese beiden Treffer wie ein verspäteter Startschuss, denn sie drehten das Spiel zum Ende des ersten Viertels zum 24:29 aus Panthers-Sicht. „Wolfenbüttel hat sehr hochprozentig getroffen, das war Wahnsinn. Sie haben im ersten Viertel fünf von sechs Dreiern getroffen. Das ist eine unfassbare Quote“, sagte Zurkowski. Das Anfangsviertel war Werbung für den Basketball. Es war ordentlich Tempo drin und die Spielerinnen präsentierten sich auf beiden Seiten sehr treffsicher.

Pfiffe gegen Milosev

Im zweiten Viertel rückte das Sportliche für kurze Zeit in den Hintergrund. Milosev und Hyde gerieten nach einem Zweikampf aneinander, standen Brust an Brust und tauschten sich Nettigkeiten aus. Das blieb für beide Spielerinnen nicht ohne Folgen, die sich dafür jeweils ein technisches Foul einhandelten. Nach dieser Szene wirkte die Serbin, die bei jedem Ballkontakt vom Wolfenbütteler Publikum ausgepfiffen wurde, verunsichert und erzielte im gesamten Spiel keinen Punkt mehr. „Wir haben dadurch leider nicht die mentale Kontrolle behalten“, sagte Zurkowski. „Hyde hat das hervorragend gemacht, hat permanent die Provokation aufgenommen. Leider war Mili in der Situation sehr empfänglich dafür. Das passiert, aber das wird ihr nicht noch einmal passieren.“

Nachdem sich beide Teams wieder auf das Sportliche konzentriert hatten, entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe und auf einem hohen Niveau. Bis zur Pause gab es ständige Führungswechsel. Schließlich gingen die Panthers mit einem 40:41 in die Halbzeit. „Der Spielplan ist aufgegangen, es war alles in Ordnung“, sagte Jenny Strozyk zur ersten Hälfte. Aber nach Wiederbeginn habe die mentale Qualität gefehlt. Die Panthers erwischten in der Tat keinen guten Start ins dritte Viertel. Die Würfe fielen nicht mehr und bei den Rebounds zogen die OSC-Frauen meistens den Kürzeren. Vor allem gegen die Wolfenbütteler Spielerin Brianna Rollerson fand die Osnabrücker Defense selten ein probates Mittel, um sie unter dem Korb zu stoppen. Die US-Amerikanerin, die insgesamt 21 Rebounds holte, setzte sich in manchen Aktionen selbst gegen zwei Verteidigerinnen durch. „Wir hatten vielleicht Angst vor der eigenen Courage“, meinte der Coach der Panthers.

Vertane Chance

Folglich liefen die Osnabrückerinnen einem Rückstand hinterher und gingen mit 48:59 in den letzten Spielabschnitt. Auch darin schafften es die Panthers nicht mehr, die Wende herbeizuführen, obwohl sich die OSC-Frauen kurzzeitig wieder auf fünf Punkte herangekämpft hatten. „Auswärtsspiele in Wolfenbüttel sind immer heftig, das sind toughe Spiele. Es war nicht ganz leicht, als wir ins Hintertreffen geraten sind“, sprach Zurkowski von einer vertanen Chance in Spiel eins. Die zweite Partie derFinalserie steigt am Sonntag, 22. April, in der OSC-Halle in Osnabrück.