Bald nur noch viertklassig? Mögliches Ende einer Ära bei der TSG Burg Gretesch

Von Björn Richter

Der Einsatz stimmt:bei der TSG Burg Gretesch. Foto: Michael GründelDer Einsatz stimmt:bei der TSG Burg Gretesch. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Die Frauenfußballmannschaft der TSG Burg Gretesch steht als Gründungsmitglied der Regionalliga Nord in ihrer 16. Spielzeit vor ihrem ersten Abstieg. Allerdings sieht es nicht nach einem sportlichen Abstieg in die Oberliga aus als einer der beiden Tabellenletzten – wegen der Spielklassenreform in der 2. Bundesliga zur kommenden Saison steht sie vor einem Zwangsabstieg.

Die bis dato zweigeteilte zweithöchste Spielklasse Deutschlands wird bundesweit eingleisig, sodass aus den Ligen Nord und Süd insgesamt zehn Mannschaften in die fünf Regionalligen absteigen. In der Nord-Liga haben der SV Henstedt/Ulzburg und TV Jahn Delmenhorst mindestens 15 Punkte Rückstand auf das rettende Ufer und werden in die Regionalliga Nord absteigen. Dazu kämpft der BV Cloppenburg auf dem ersten Nichtabstiegsplatz ums Überleben.

Die TSG Burg Gretesch muss somit in der Regionalliga mindestens Tabellenplatz acht erreichen, um in der dritthöchsten Liga zu bleiben. Der Abstieg wäre ein Einschnitt: Seit dem Jahr 1989 spielt die TSG mindestens drittklassig, zwischenzeitlich agierte man in der alten Oberliga sogar auf noch höherer Ebene.

Als aktueller Tabellenzehnter der Regionalliga schmerzte die 1:2-Niederlage am Sonntag gegen den Achten VfL Jesteburg: Vor den letzten sechs Spielen beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer nun sieben Punkte. „Wir geben nicht auf und werden alles daransetzen, um das Ziel doch noch zu erreichen. Der Zusammenhalt der Mannschaft ist klasse. Der Wille ist da“, so TSG-Teammanager Frank Bohlecke.

Gründe für die aktuelle Situation sieht Bohlecke in der fehlenden Konstanz und individuellen Fehlern, die in der Regionalliga eiskalt ausgenutzt werden. Wie auch am Sonntag gegen Jesteburg reichten den Gästen vier Torchancen zu einem 2:1-Sieg in Gretesch. „Das ist in vielen Spielen der kleine Unterschied gewesen, dass wir im Moment nur Zehnter sind. Wir schießen leider auch zu wenig Tore“, so der langjährige Teambegleiter. Lena Gosewinkel ist als Mittelfeldspielerin mit acht Treffern die gefährlichste Schützin und traf auch gegen Jesteburg mit einem satten Fernschuss.

Unabhängig davon, in welcher Liga die TSG in der kommenden Saison spielt, sind die Planungen schon weit vorangetrieben. Das Trainerduo Anja Siegers und Steffi Willmann bleiben in Gretesch, ebenso wie fast der komplette Kader. „Wir sind sehr gut aufgestellt und führen junge Talente aus den eigenen Reihen heran. Unser Youngster Laura Wolf ist voll integriert, und Anna-Catharina Niemann hat auch schon Luft geschnuppert“, sieht der 64-jährige Bohlecke eine gute Basis.

Sollte es mit dem Klassenerhalt nicht klappen, wollen die Gretescherinnen zumindest noch im Niedersachsenpokal ein großes Ziel erreichen. Mit einem Sieg am 1. Mai im Halbfinale gegen Hannover 96 will die TSG ins Endspiel nach Barsinghausen einziehen.