Im eigenen Keller spielen gelernt Tischtennis: Robert von BW Schwege gewinnt 100 Spiele in Serie

Von Luis Rewwer

100 Siege in Folge: Michael Robert bleibt „konzentriert und fokussiert“. Foto:Hermann Pentermann100 Siege in Folge: Michael Robert bleibt „konzentriert und fokussiert“. Foto:Hermann Pentermann

Glandorf. Michael Robert kommt aus dem Jubeln nicht mehr heraus. Der Tischtennis-Enthusiast von Blau-Weiß Schwege feierte seinen 100. Sieg – in Serie. Dabei spielt das für ihn gar keine große Rolle.

„Nach außen ist er ruhig, doch im Inneren brodelt er“, beschreibt ihn Josef Hesse, Abteilungsleiter von Blau-Weiß Schwege: „Wenn er mit seiner Leistung unzufrieden ist, kann er auch schon mal die gesamte Halle zusammenfalten.“

Doch das kommt nicht so oft vor: Denn auch im 100. Spiel hintereinander ließ Robert seinem Gegner keine Chance. „Mein Jubiläums-Sieg war eine schöne Veranstaltung. Meine Mitstreiter haben richtig für mich mitgefiebert“, sagt Robert. Reihenweise entscheidet er die Duelle für sich, weshalb „seine Kontrahenten jetzt richtig aufrüsten, um ihn zu schlagen“, erzählt Hesse. Doch Robert spornt genau das gerade an. „Klar, meine Gegner sind aufgrund meiner Serie natürlich umso mehr motiviert. Ich habe gehört, dass sogar ein Kopfgeld auf mich ausgesetzt worden ist“, erzählt Robert. Doch nicht immer hatte er leichtes Spiel. „Ich hatte viele 5-Satz-Spiele, bei denen ich viele Matchbälle abwehren musste“, sagte Robert, „das war kein Selbstläufer.“ Oft habe er die ersten zwei Sätze verloren, sei dann aber wieder zurückgekommen – die große Stärke des Sportlers. „Vielleicht ist mein Erfolgsrezept meine mentale Stärke. Auch wenn es mal nicht läuft, versuche ich, mich nur auf mein Spiel zu konzentrieren. Der Tischtennis-Sport ist oftmals Kopfsache.“

Mit dem Tischtennis angefangen hat Robert als Kind zu Hause im Keller – zwischenzeitlich im Verein aktiv, legte er wieder eine achtjährige Pause ein. Nun ist er bei Blau-Weiß Schwege in der 3. Kreisklasse im Osnabrücker Land wieder auf der Siegerstraße. Bei dem Verein, für den der Südlohner so manche Strecken auf sich nimmt. „Da ich etwas weiter weg wohne, muss ich immer zwischen Schwege und meinem Zuhause pendeln“, sagt Robert. Aber es lohnt sich, denn „er ist uns quasi auf den Kopf gefallen. Plötzlich war er da und entpuppte sich direkt als Erfolgsgriff“, freut sich Abteilungsleiter Hesse.

Schon sein 60. Sieg in Folge wurde vom Verein geehrt. Doch die Zahlen interessierten ihn nicht, gibt Robert zu. „Ich zähle meine Siege nicht. Ich spiele eigentlich nur, weil ich Spaß an dem Sport habe, nicht nur, um zu gewinnen“, gibt er bescheiden zu. Sollte die Serie irgendwann einmal reißen, werde ihn das nicht runterziehen. „Wenn jemand kommen sollte, der stärker ist als ich, dann werde ich ihm als fairer Sportsmann gratulieren“, sagt Robert. „Das gehört einfach dazu. Der Spaß steht im Vordergrund.“ Bis dahin sollen aber noch ein paar Siege hinzukommen – am besten die nächsten 100.