Gemeinde ehrt erfolgreiche Sportler Wallenhorster Weltmeister wollte eigentlich nur ein Eis essen

Von Sportredaktion

Für die sportlichen Einlagen zuständig: Die Tanzgruppen der Sportfreunde Lechtingen. Foto: ThöleFür die sportlichen Einlagen zuständig: Die Tanzgruppen der Sportfreunde Lechtingen. Foto: Thöle

Wallenhorst. Die Gemeinde Wallenhorst hat ihre Sportler geehrt, die in den Jahren 2016 und 2017 besondere Erfolge verzeichnet haben. Dabei kamen einige Teilnehmer überraschend ins Schwitzen.

Eigentlich waren die sportlichen Einlagen den Tanzgruppen der Sportfreunde Lechtingen vorbehalten, aber auch Marlon Schütze und Adam Heese kamen am Ende des Abends nicht um eine kurze Demonstration auf der Bühne herum. Im Sakko gab das Duo einen Einblick in den Formenlauf. Bei der Taekwondo-Disziplin geht es darum, eine Kampfabfolge ohne Gegner technisch sauber auszuführen. Die beiden Athleten der Kampfsportschule Schawe beherrschen das im Zusammenspiel so gut, dass sie Weltmeister im Synchron-Formenlauf sind.

Deshalb landeten sie auch bei der Sportlerehrung auf Platz eins unter acht nominierten Mannschaften. Auf den Plätzen folgten die Tennis-Männer 60 der Sportfreunde Lechtingen, die inzwischen in der zweithöchsten deutschen Spielklasse aufschlagen, und die G-Junioren-Fußballer des TSV Wallenhorst, die unter anderem beim Franz-Grammann-Turnier als Sieger vom Feld gingen. Einen Ehrenpreis verlieh die Jury an die vierte Fußballmannschaft von BW Hollage, die sich vorbildlich für ihren lange erkrankten Trainer Benjamin Klepker und dessen Familie einsetzte.

Von den zwölf nominierten Einzelsportlerinnen sammelte Lena Böning die meisten Punkte der Juroren. Die Springreiterin vom RuF Rulle hatte ihr fünfjähriges Pony Da Capo 2017 zum Sieg beim Bundeschampionat geritten. Der Reitsport hat aber aktuell nur die zweithöchste Priorität: Weil das Abitur bevorsteht, verbringt Böning aktuell mehr Zeit über den Büchern als im Stall, wie die 18-Jährige bedauernd sagte. Kickboxerin Layla Hassan (unter anderem Deutsche Profimeisterin, 2.) und die Hollager Fußballzwillinge Jasmin und Sarah Jabbes (3.), die 2017 in die deutsche U-17-Nationalelf berufen wurden, landeten auf den Plätzen.

Bei den Männern mussten Kickboxer Gabriel Engraf (Dritter) und der Hollager Judoka Mirko Buhr (Zweiter) einem anderen Kampfsportler den Vortritt lassen: Marlon Schütze, mehrfacher Welt- und Europameister in der Kickbox-Variante Pointfighting, kam mit Abstand auf Platz eins – was umso bemerkenswerter ist, wenn man auf den Karrierestart des 15-Jährigen aus Neuenkirchen bei Bramsche blickt. Eigentlich sei er mit seinen Eltern in Wallenhorst gewesen, um ein Eis zu essen, sagte Schütze. Die Familie machte einen Abstecher in die Kampfsportschule von Oliver Schawe – offensichtlich ein lohnenswerter Schritt.

Bei der Ehrung gehe es in erster Linie nicht darum, einzelne Erfolge gegeneinander aufzuwiegen, wie Bürgermeister Otto Steinkamp betonte. Die Gemeinde wolle mit der Veranstaltung, die zum fünften Mal stattfand, vielmehr alle erbrachten Leistungen würdigen. „Alle hier im Saal sind Gewinner“, sagte Steinkamp.