Zukunft des RSC-Trainers offen Wiegmann: „Wir waren die Besten – und sind dennoch nicht Meister“

Von Christian Detloff

Zufrieden mit der Leistung seines Teams: Trainer Frits Wiegmann. Foto: David EbenerZufrieden mit der Leistung seines Teams: Trainer Frits Wiegmann. Foto: David Ebener

Osnabrück. Vor der Saison in der 2. Rollstuhlbasketball-Bundesliga sprach Frits Wiegmann als Trainer des RSC Osnabrück davon, dass er mit Platz zwei oder drei zufrieden wäre. Nun als abschließender Zweiter nach dem 86:50 (36:22) bei den RBC Köln 99ers II lobt der Coach sein Team zwar für eine starke Saison, äußert aber dennoch Bedauern: „Wir haben als einzige Mannschaft der Liga kein Spiel auf dem Feld verloren, die meisten Punkte erzielt und die wenigsten kassiert. Wir waren die besten – und sind dennoch nicht Meister.“

Zur Erinnerung: Die einzige Niederlage kassierte der RSC am grünen Tisch, als er die Anreise zum Hinspiel beim späteren Meister ASV Bonn wegen der widrigen Witterung abbrechen musste: „Dass die Bedingungen auf der Straße so schlimm werden, war nicht abzusehen. Mit Fußgängern hätte man vielleicht in den Zug umsteigen können, mit Rollstuhlfahrern kann man nicht kurzfristig ganz flexibel reagieren.“ Noch immer ärgert sich Wiegmann darüber, dass Bonn einen Antrag stellte, die Punkte am grünen Tisch zu kassieren. „Es wäre nur fair gewesen, wenn sie für eine Neuansetzung plädiert hätten. Dann wäre es auch so gekommen.“ Im Rückspiel siegte der RSC mit 70:34.

So hatte der RSC punktgleich mit Bonn das Nachsehen. Ob die Osnabrücker allerdings eine nunmehr zehnte Bundesligasaison gegebenenfalls finanziell hätten stemmen können, hätte auf einem anderen Papier gestanden. „Es wäre schwierig geworden, aber nicht zwingend unmöglich“, sagt Wiegmann.

Seine flinken niederländischen Landsleute Quinten Zantinge (mit im Schnitt 19 Punkten Topscorer), Bo Kramer und Amy Kaijen erfüllten die Erwartungen voll. Unter den Körben entwickelte sich Christoph Lübrecht auffällig weiter. „Wir haben sehr guten Basketball gespielt. Unser Umschalten von Verteidigung auf Offensive war stark“, lobt Wiegmann, der noch nicht weiß, ob er auch in der kommenden Saison den RSC trainiert oder eine neue Erfahrung sammeln will. „Mit Ausnahme einer Saison bin ich jetzt seit 1991 beim RSC tätig. Es gibt Anfragen. In den nächsten Wochen werde ich mich mit der Mannschaft und dem Verein zusammensetzen“, sagt der 65-Jährige: „Solange ich fit bin, bleibe ich Trainer.“