VLN-Meister wird disqualifiziert Nürburgring: Wallenhorster Rennfahrer Schrey schiebt Auto ins Ziel

Von Yannick Richter

Mit letzter Kraft schiebt Michael Schrey (gelber Helm) seinen Rennwagen über die Ziellinie. Foto: Björn SchüllerMit letzter Kraft schiebt Michael Schrey (gelber Helm) seinen Rennwagen über die Ziellinie. Foto: Björn Schüller

Adenau. Spektakulärer Endspurt am Nürburgring: Im Auftaktrennen der VLN-Meisterschaft musste der Wallenhorster Rennfahrer Michael Schrey sein Auto über die Ziellinie schieben. Ein Kraftakt, der nicht belohnt wurde. Der Titelverteidiger wurde von der Rennleitung disqualifiziert.

Es sind dramatische Szenen, die sich zum Ende des ersten Rennens der VLN-Langstreckenmeisterschaft am Nürburgring abspielen. Wenige Meter vor dem Ziel springt der Wallenhorster Motorsportler Michael Schrey aus seinem Wagen. Mit letzter Kraft schiebt er seinen 1450 Kilogramm schweren BMW über die Ziellinie. Völlig erschöpft sinkt der Rennfahrer zu Boden. Dann folgt der nächste Schock, denn der Kraftakt wird nicht belohnt. Die Rennleitung disqualifiziert den zweifachen VLN-Meister. Was war passiert?

Verstoß gegen VLN-Reglement

„Es sieht so aus, als sei uns einfach der Sprit ausgegangen“, sagt Schrey nach dem für ihn frustrierenden Auftaktrennen. Vermutlich sei beim Tanken während eines Boxenstopps etwas schiefgelaufen, glaubt der Titelverteidiger. Aufschluss darüber, ob das Auto tatsächlich wegen Benzinmangels ausrollte, soll noch ein ausführlicher Wagencheck geben.

Der Rennleitung blieb jedenfalls keine andere Wahl, als Schrey aus der Wertung zu nehmen, da er einen klaren Regelverstoß begangen hatte: Laut VLN-Reglement muss der Wagen die Ziellinie mit eigener Motorkraft erreichen. „Ich bin intuitiv ausgestiegen, war voller Emotionen“, sagt Schrey: „An einen Regelverstoß habe ich überhaupt nicht gedacht.“

Schrey führt bis zur Panne

Besonders bitter: Bis zur Panne liegt Schrey im vierstündigen Rennen der 64. ADAC Westfalenfahrt auf Siegeskurs. Er geht in der BMW M235i-Cup-Klasse als Führender in die letzte Runde. Für den 35-Jährigen sieht im ersten Wettkampf der neun-teiligen Rennserie alles nach einem Start nach Maß aus. „Wir hatten den Sieg eigentlich schon in der Tasche.“

Mit seiner spektakulären Aktion hätte er dann zumindest noch Rang vier und ein paar Wertungspunkte ins Ziel gerettet. Kein Wunder, dass die Enttäuschung tief sitzt: „So haben wir uns das erste Rennen natürlich nicht vorgestellt. Eigentlich wollten wir ein positives Zeichen setzen“, sagt Schrey.

Anerkennung in den Sozialen Netzwerken

Kleiner Trost für den Motorsportler: In den Sozialen Netzwerken feierten Zuschauer und Rennsport-Fans den Einsatz von Schrey. Viele Facebook-Nutzer zollten dem Wallenhorster Respekt für seine außergewöhnliche Leistung. Einer verlieh ihm den Titel „VLN Held 2018“, ein anderer nannte ihn „Sieger der Herzen“. Die Rennleitung kritisierte das waghalsige Manöver. „Die ganze Aktion war natürlich ultragefährlich“, sagt VLN-Pressesprecher Patrik Koziolek.

Rückschlag für Saisonziel

Hinsichtlich der Gesamtwertung und der Mission Titelverteidigung kassieren Schrey und sein Team Bonk Motorsport mit dem Wertungsausschluss im Auftaktrennen zwar einen erheblichen Dämpfer. Den dritten Titel in Folge hat der Rennfahrer dennoch nicht aus den Augen verloren. „Wir schauen jetzt nach vorne und greifen neu an.“ Optimistisch stimmt ihn dabei auch das Regelwerk der VLN-Serie. Schließlich dürfen in der Gesamtwertung pro Fahrer zwei Ergebnisse gestrichen werden.

Zweites Rennen findet nach Ostern statt

Zeit zum Ärgern bleibt für Schrey ohnehin nicht. Der zweite Lauf der VLN-Meisterschaft auf dem Nürburgring startet schon am Wochenende nach Ostern. Das 43. DMV 4-Stunden-Rennen der RG Düren findet am Samstag, 7. April statt.