Hart erarbeiteter Auftakterfolg Panthers feiern in Playoffs 63:49-Sieg gegen Lichterfelde

Von Johannes Kapitza

Durchgesetzt: Evita Iiskola von den Girolive-Panthers kommt gegen die Lichterfelderinnen Nyara Sabally und Annalena Blume (von links) zum Wurf. Foto: Helmut KemmeDurchgesetzt: Evita Iiskola von den Girolive-Panthers kommt gegen die Lichterfelderinnen Nyara Sabally und Annalena Blume (von links) zum Wurf. Foto: Helmut Kemme

Osnabrück. Die Girolive-Panthers Osnabrück haben im ersten Playoff-Halbfinale der 2. Basketball-Bundesliga nach langer Anlaufphase einen 63:49-Sieg gegen den TuS Lichterfelde gefeiert und gehen in der Serie mit 1:0 in Führung. Am kommenden Samstag (31. März, 18 Uhr) in Berlin können die OSC-Frauen den Einzug ins Finale perfekt machen.

Anderthalb Minuten brauchten die Panthers bis zu den ersten Punkten. Dann aber lief es: Mikaela Gustafsson steuerte sechs Zähler zur 8:1-Führung bei (5. Minute). Für Lichterfelde hatte Nyara Sabally nur einen Freiwurf verwandelt. Mehr als fünf Minuten dauerte es, bis die Gäste erstmals aus dem Spiel trafen. Die Panthers hatten die Rebound-Hoheit, machten Tempo, verpassten es aber, die Führung auszubauen. Lichterfelde erhöhte den Druck, profitierte von Foul-Pfiffen gegen die Gastgeber und kam durch vier Freiwürfe binnen fünf Sekunden auf 9:7 heran (8.). Aber auch die Panthers verstanden es, Druck aufzubauen. Zwei Fastbreak-Punkten ließ Jenny Strozyk einen Ballgewinn folgen. Weil Berlin am Ende des Viertels mehrere Chancen in Reihe nicht nutzte, ging der OSC mit einer 13:7-Führung in die Pause.

Panthers-Führung wächst

Ausgeglichen ging es in den zweiten Abschnitt, zunächst mit wenigen Punkten auf beiden Seiten. Mit Milica Milosevs erstem Dreier und Strozyks energischem Antritt durch die Lichterfelder Abwehr baute der OSC seine Führung aus (22:12, 15.). Weil sich die Panthers danach überhastete Ballverluste leisteten und die Gäste unter dem OSC-Korb energischer zupackten, verkürzte Lichterfelde auf 24:17 (17.). Angetrieben von Trainer Mario Zurkowski, riss sich der OSC zusammen, verteidigte wieder aufmerksamer, sammelte die Bälle unter dem eigenen Korb auf und war wieder im Spiel. Mit 31:22 ging es in die Halbzeitpause.

Panthers verspielen Führung, arbeiten sich aber wieder in Front

Nach der Pause blieben die Panthers fünf Angriffe lang gegen eine aggressivere Gäste-Defensive ohne Punkt. Der Vorsprung schmolz. „Wake up“ schrie Zurkowski seinen Frauen in einer Auszeit nach einem 8:0-Lauf der Gäste an (31:30, 24.). Aber das brachte keinen umgehenden Erfolg. Weitere Angriffe blieben ungenutzt, so dass Felicia Zeis die Gäste in Führung warf (32:31, 25) – da hatte sich Zurkowski an der Seitenlinie schon seines Sakkos entledigt. 5:20 Minuten sollte es dauern, bevor Tonia Dölle die ersten Punkte im Viertel für den OSC erzielte. Ohne Not hatten es die Panthers wieder spannend gemacht, die sich wieder am Riemen rissen, auf sieben Punkte Vorsprung davonzogen (39:32, 28.) und acht Zähler Polster mit in den Schlussabschnitt nahmen (44:36).

Tews Dreier ist der Knackpunkt

Das vierte Viertel eröffnete Lichterfelde mit frühen Punkten, aber Jacinda Myers-Sanders antwortete mit einem Dreipunktspiel. Bei beiden Teams war die Defensivleistung ausschlaggebend für den Erfolg im Spiel: Wenn der Druck hoch genug war, hatte der Gegner Schwierigkeiten, zum Abschluss zu kommen. Die Panthers kamen etwas besser damit zurecht: Dara Taylor sorgte mit einer Einzelaktion und zwei Freiwürfen für die 53:42-Führung (36.). Ramona Tews‘ Dreier tanzte auf dem Ring, fiel aber durchs Netz (56:44, 37.) – kollektives Aufatmen. Der Jubel wurde noch lauter, als Lichterfelde zwei Freiwürfe vergab, Taylor von der Linie erhöhte und Tews nach einem Taylor-Ballgewinn den Vorsprung weiter ausbaute (60:44, 37.). Es war die vorentscheidende Führung, auf die Lichterfelde keine Antwort mehr hatte. Am Ende trug das Publikum mit stehendem Applaus die Panthers zum hart erarbeiteten 63:49-Erfolg und zur 1:0-Führung in der Playoff-Halbfinalserie.

Zurkowski: Nur einen kleinen Schritt gemacht

„Wir haben den Sieg verdient, aber wir haben heute nur einen ganz kleinen Schritt gemacht“, sagte Trainer Zurkowski. „Am Ende haben wir uns durch die Defense wieder reingekämpft. Durch Ballgewinne haben wir einfache Punkte gemacht und konnten wegziehen. Das hat uns aufgebaut“, sagte Ramona Tews. Im zweiten Spiel am kommenden Samstag dürften die Panthers den Gegner „auf keinen Fall unterschätzen“, sagte sie. „Auf uns wartet in Berlin eine Mammutaufgabe“, wusste Zurkowski.