13 Jungs, ein Team Förderschüler in Bad Laer haben eigene Fußball-Mannschaft

Von Kristina Müller

Torjubel: Bei einem Treffer ist die Freude der Schüler groß. Foto: David EbenerTorjubel: Bei einem Treffer ist die Freude der Schüler groß. Foto: David Ebener

Bad Laer. Jeden Montagnachmittag stehen sie auf dem Kunstrasenplatz in Bad Laer, warten auf ihren Trainer und können es kaum erwarten, loszulegen: 13 Schüler der Susanne-Raming-Schule haben ihre eigene Fußball-Mannschaft.

„Jaaa“, jubelt einer der Schüler, reißt die Arme hoch und rennt über den Platz. Tor für sein Team. Für ihn und seine Mitschüler der Susanne-Raming-Schule ist das Match das Highlight des Fußballtrainings ihrer Mannschaft. Jede Woche trainieren die Kinder und Jugendlichen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit Alfons Jostwerth.

Der 66-Jährige ist eigentlich Rentner und arbeitet ehrenamtlich als Fahrer an der Schule. Seit etwa zwei Jahren kümmert er sich aber auch um die Fußball-Gruppe, denn reichlich Vorerfahrung bringt Jostwerth als ehemaliger Trainer von Jugendmannschaften des SV Bad Laer schon mit. „Es macht mir viel Spaß, manchmal ist es aber auch schwierig, dass sie das Gesagte umsetzen“, erzählt Jostwerth. „Wichtig ist ja aber, dass sie auch Spaß daran haben.“

„Schwierig, im Sportverein mitzuhalten“

Doch bevor es ans Spielen geht, wird zuerst geübt: Gymnastik, Sprint, Koordination, Kondition, Taktik und Passspiel. „Sie haben schon einen Fortschritt gemacht, seitdem sie trainieren“, freut sich Stefan Ostholt, Pädagoge an der Schule. Ostholt organisiert die verschiedenen Nachmittagsgruppen, die der Tabi Kids Verein Bad Laer für die Schüler anbietet. Darunter Kochen und Backen, Kreativarbeiten – und auch das Fußball-Training. „In den Nachmittagsgruppen machen sie das, was andere Kinder im Verein machen“, berichtet Ostholt. „Für unsere Schüler ist es schwierig, im Sportverein leistungsmäßig mitzuhalten.“

Seit die Fußballbegeisterten vor Kurzem einheitliche Trainingsanzüge von der Bäckerei Meyer aus Bad Laer gesponsert bekamen, macht ihnen das Training noch mehr Spaß. Während der Übungen können es die Schüler kaum abwarten, sich den Ball gegenseitig zuzuspielen – das Tor immer im Blick. In einem davon steht Jostwerth und feuert seine Schützlinge an: „Super!“ oder „Gib alles!“, ruft er ihnen immer mal wieder zu. Im anderen Tor steht einer ihrer Mitschüler, der das Netz tapfer verteidigt. „Schön gehalten!“, loben ihn seine Teamkollegen und klatschen ab.

Meisterschaften mit anderen Schulen

Doch nicht nur innerhalb der Mannschaft wird gegeneinander gespielt: Regelmäßig nehmen die Schüler an Meisterschaften mit anderen Schulen teil, das letzte fand erst Mitte Februar in Hannover statt. Und um die Schüler noch mehr anzuspornen, so Ostholt, dürfen die Jugendlichen dank Spenden auch mal zu richtigen Fußball-Spielen – und den Profis beim Kicken zuschauen.