Zwei Siege für Ausrichter im ersten Teil Gehörlosen-Basketballer starten überzeugend in die DM

Von André Pottebaum

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Osnabrück. Die Basketballer vom Gehörlosensportverein Osnabrück (GSV) sind erfolgreich in die 32. Deutsche Meisterschaft gestartet. Mit Siegen gegen Nürnberg und Berlin wahrten die Männer um Kapitän Ingo Grothmann ihre Chance auf einen möglichen Titelgewinn.

Zwei Spiele, zwei Siege, 4:0 Punkte – so lautet die Bilanz der gehörlosen GSV-Basketballer nach dem ersten Teil der Deutschen Meisterschaft. Damit erspielte sich der 17-fache Deutsche Meister eine gute Ausgangslage für die drei noch ausstehenden Partien am 20. und 21. April in Würzburg. Während der Kampf um den Titel in den Vorjahren bereits mit dem Viertelfinale begann, wird seit diesem Jahr im Ligamodus gespielt. Bei nunmehr fünf Spieltagen kämpfen die sechs teilnehmenden Teams unter dem Motto „Jeder gegen jeden“ in direkten Duellen um den Titel.

Dass die Basketballer vom GSV erneut ein Wort bei der Titelvergabe mitreden wollen, bewiesen sie gleich im ersten Spiel gegen den GSC Nürnberg. Als Ausrichter der ersten Runde übernahmen die Hasestädter vor heimischen Publikum in der Sporthalle der Integrierten Gesamtschule in der Mitte des zweiten Viertels zunehmend die Kontrolle über das Spiel. Eine gut organisierte Defensive und schnelle Gegenstöße über Matthew Harrison (16 Punkte) und den erst 16-jährigen Felix Grothmann (10 Punkte) sorgten am Ende für einen ungefährdeten 72:46-Erfolg. „In der ersten Halbzeit hatten wir viele Ballverluste. Die zweite Halbzeit war sehr gut, wir haben schnell umgeschaltet und viele einfache Punkte gemacht“, freute sich Spielertrainer und Kapitän Ingo Grothmann.

Deutlich enger ging es im zweiten Spiel des Tages zu. Gegen der Berliner GSV gerieten die Hasestädter nach guter Anfangsphase zwischenzeitlich mit sieben Punkten in Rückstand. Erst in der zweiten Hälfte kämpften sich die Osnabrücker, angeführt von Max Hoischen (18 Punkte) und Marcel Plogmann (18 Punkte), zurück ins Spiel. Zwei Freiwürfe kurz vor Schluss sicherten ein knappes 60:55 für die Männer vom GSV.

In den übrigen Partien setzten sich die Favoriten aus Frankfurt und Würzburg erwartungsgemäß durch. Vor allem die Würzburger zeigten beim 92:22 gegen den GTSV Essen ihre Klasse. Auf die Osnabrücker wartet im kommenden Spiel eine schwere Aufgabe, wenn es gegen den Mitfavoriten aus Frankfurt geht. „Wir müssen von Spiel zu Spiel schauen und natürlich gegen Frankfurt gewinnen. Dann gucken wir weiter“, sagte Ingo Grothmann zurückhaltend. Vielleicht wartet am Ende ja sogar der 18. Titel der Vereinsgeschichte auf die gehörlosen Basketballer.


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