Grenzte an Leistungsverweigerung Dragons müssen nach Pleite ins Entscheidungsspiel gegen Leverkusen

Von Malte Schlaack

Die mitgereisten Fans der Artland Dragons mussten in Leverkusen eine schwache Leistung der Drachen mitansehen. Foto: Christian WüstDie mitgereisten Fans der Artland Dragons mussten in Leverkusen eine schwache Leistung der Drachen mitansehen. Foto: Christian Wüst

Leverkusen. Mit einer ebenso rätselhaften wie katastrophalen Leistung haben sich die Artland Dragons im Achtelfinale der Playoffs in der ProB ein drittes Spiel eingebrockt. Die zweite Halbzeit bei der klaren 70:84-Niederlage (41:36) bei den Bayer Giants Leverkusen grenzte dabei an Leistungsverweigerung.

Acht Spiele hatten die Dragons zuletzt in Folge gewonnen. Dabei hatten sie nicht immer geglänzt, aber meistens die Spielkontrolle gehabt und in den wichtigen Momenten die richtigen Entscheidungen getroffen. Auch das erste Spiel gegen Leverkusen hatte die Mannschaft über weite Strecken dominiert und souverän gewonnen. Warum von dem erarbeiteten Selbstvertrauen und der Sicherheit gerade in der zweiten Halbzeit des zweiten Spiels absolut nichts mehr zu sehen war, ist ein großes Rätsel.

Gegner zeigte Einsatz

„Wir waren überhaupt nicht in der Intensität für die ProB und erst recht nicht für die Playoffs“, sagte Trainer Christian Greve nach dem Spiel und ergänzte: „Wir haben die ganze Woche gewarnt, dass wir in jeder Sekunde alles geben müssen. Leverkusen hatte nichts mehr zu verlieren, und so haben sie auch gespielt.“ Die Gastgeber brannten zwar kein basketballerisches Feuerwerk ab, aber sie zeigten Wille und viel Einsatz. Das reichte schon.

Die Dragons hatten schon nicht berauschend begonnen, waren in der ersten Halbzeit aber insgesamt die bessere Mannschaft. Die meiste Zeit führten sie, verteidigten ordentlich, verpassten es aber, sich weiter abzusetzen. Dennoch: Bei fünf Punkten Vorsprung zur Pause und einem recht ausgeglichenen Reboundduell (18:20) sprach vieles dafür, dass die Quakenbrücker vorzeitig das Viertelfinale gegen Iserlohn erreichen.

Alles falsch gelaufen

Immerhin lässt sich die Frage, was denn in der zweiten Halbzeit falsch gelaufen ist, ziemlich einfach beantworten: Alles. Von der Körpersprache über die Zuordnung bis hin zum Passspiel und der Wurfauswahl. Die Dragons traten auf wie in einem bedeutungslosen Testspiel. Ein Blick auf die Reboundstatistik belegt das am eindrucksvollsten. Während Leverkusen in der zweiten Hälfte 23 holte, griffen sich die Drachen gerade einmal acht Bälle nach Fehlwürfen. Die Giants bekamen so zum einen immer wieder zweite Chancen, zum anderen hätten die Gäste in der Offensive gut treffen müssen, um im Spiel zu bleiben. Taten sie aber nicht.

Schon zum Ende des dritten Viertels lagen die Dragons so mit 55:59 zurück. Dass es sogar noch schlechter geht, bewies das Team dann zu Beginn des Schlussabschnitts. Innerhalb von drei Minuten zog Leverkusen auf 68:55 davon, und die Partie war entschieden. Ein ganz kurzes Aufbäumen kurz vor Schluss war zu wenig vor rund 1000 lautstarken Zuschauern, unter ihnen 300 Dragons-Fans, in der Ostermann-Arena.

„Frustration extrem hoch“

„Die Frustration ist extrem hoch. Leverkusen hat zwar gut gespielt, aber auch nur, weil wir es zugelassen haben“, meinte Trainer Florian Hartenstein. Bei vielen Beteiligten, die schon in der vergangenen Saison dabei waren, schlich sich so eine Art Déjà-vu ein. Im März 2017 hatten die Dragons das erste Playoffspiel gegen Würzburg auch recht souverän gewonnen. In der zweiten Partie folgte ein Leistungseinbruch, und nach einer weiteren schwachen Vorstellung in Spiel drei war die Saison frühzeitig beendet.

Einer, der damals dabei war und jetzt verhindern will, dass dieses Szenario erneut eintritt, ist Max Rockmann. „Wir müssen wieder zu unserem Spiel finden. Wir hatten vorher eine ganz andere Aggressivität und sind viel entschlossener aufgetreten. Jetzt sind die Spiele, in denen es drauf ankommt, und da muss man auf gut Deutsch gesagt einen Arsch in der Hose haben“. Dass die Dragons eben jenen haben, müssen sie nun im Entscheidungsspiel am Dienstag ab 19.30 Uhr beweisen.