„Mit Abstand friedlichstes Derby“ VfL Osnabrück gegen Münster: Null Pyrotechnik, null Verletzte

Von Benjamin Kraus

Enttäuscht von der Stimmung Marcos Álvarez (vorne). Foto: osnapixEnttäuscht von der Stimmung Marcos Álvarez (vorne). Foto: osnapix 

Osnabrück. Die beste Bilanz zog Alexander Meyer: „Das war mit Abstand das friedlichste Derby zwischen Osnabrück und Münster in der 3. Liga“, sagte der Einsatzleiter der Polizei Osnabrück am Sonntagabend. Hatten zuletzt Pyro-Ausfälle und Rangeleien mit bis zu 40 Verletzten pro Spiel als Folge den Sport überlagert, hieß es diesmal: keine Pyrotechnik im Stadion und in der Stadt – und null Verletzte.

„Beide Fanlager haben sich diesmal absolut friedlich verhalten. Dazu haben unsere präventiven Maßnahmen gegriffen“, sagte Meyer – und nannte die 104 Betretungsverbote, die im Vorfeld gegenüber Preußen-Fans ausgesprochen worden sind, die zuvor als Chaoten aufgefallen waren. „So konnten wir weite Teile der Münsteraner Störerszene daran hindern, nach Osnabrück zu kommen“, erklärte Meyer. 13 weitere Betretungsverbote waren gegen Osnabrücker für die Bremer Brücke verhängt worden.

Polizei stoppte Gruppe

Dazu hatte die Polizei auf dem Weg zum Stadion in der Liebigstraße eine 127 Personen große Gruppe gestoppt: „Zum Großteil bekannte Störer, Hooligan- und Ultra-Klientel“, so Meyer. Ein Chaot drückte sein Missfallen über die Aufnahme der Personalien mit dem Wurf einer Bierdose in Richtung der Polizisten aus – Festnahme. Die folgende Durchsuchung förderte einige im Stadion verbotene Gegenstände (Quarzhandschuhe mit Protektoren, Kampfsport-Utensilien) zutage: Vier weitere Personen erhielten wegen „Passiv-Bewaffnung“ einen Platzverweis. Dazu wurden fünf nicht angemeldete Spruchbänder mit beleidigendem Inhalt konfisziert.

„Normalerweise voll da“

Der VfL hatte Hausverbote gegen Beteiligte an den Pyro-Ausfällen gegen Meppen verhängt und die Zulassung von Fanutensilien (großflächige Banner und Fahnen) massiv eingeschränkt. Ein kleiner Teil der Ostkurve reagierte mit „Wehlend raus“- Rufen an die Adresse des VfL-Geschäftsführers, der große Rest des Publikums nahm diese Rufe schweigend zur Kenntnis. Insgesamt herrschte im Stadion für ein Derby eine triste Atmosphäre. „Normalerweise sind unsere Fans voll für uns da – diesmal ist die Unterstützung nur selten da gewesen und schnell wieder abgeflaut. Dafür, dass Choreografien verboten werden, können wir Spieler nichts“, sagte Marcos Álvarez.