„Wir wollen wieder oben mitmischen“ GSV Osnabrück richtet DM der gehörlosen Basketballer aus

Von Christian Detloff

17-fach deutscher Meister im Basketball ist Ingo Grothmann mit dem Gehörlosen Sportverein (GSV) Osnabrück geworden. Foto: Hermann Pentermann17-fach deutscher Meister im Basketball ist Ingo Grothmann mit dem Gehörlosen Sportverein (GSV) Osnabrück geworden. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Am Samstag ist es so weit: Wie bereits 2015, damals in der Sporthalle der Domschule, richten die gehörlosen Basketballer des Gehörlosensportverein Osnabrück ab 9 Uhr in der Integrierten Gesamtschule (Grüner Weg) wieder die Deutsche Meisterschaft aus – diesmal aber „nur“ den ersten Teil.

Ein neuer Modus wurde im vergangenen Jahr auf der Spartentagung des Deutscher Gehörlosen-Sportverbands (DGS) beschlossen: Begann die deutsche Meisterschaft in den Jahren zuvor mit dem Viertelfinale – die Verlierer dieser Runde waren im Titelkampf bereits aus dem Rennen und kämpften „nur“ noch um den fünften Platz –, wird nun im Ligamodus gespielt. Bei nunmehr fünf Spieltagen unter dem Motto „Jeder gegen jeden“ wäre eine Niederlage im Auftaktspiel für eine Mannschaft nicht mehr gleich das Ende aller Titelträume.

Der GSV Osnabrück hat in der Vergangenheit 17 Deutsche Meisterschaften und zudem 12 Pokalsiege gefeiert. Kein deutscher Verein hat bislang mehr Titel eingeheimst. Zuletzt hatten die Hasestädter 2013 den DM-Titel gebührend gefeiert. Die Leistungsträger bei den meisten Titelgewinnen wie Center Friedhelm Wobken und die Flügelspieler Ingo Grothmann (Kapitän und Spielertrainer) und Max Hoischen sind allerdings nicht jünger geworden.

Dennoch: „Wir haben zuletzt mehr trainiert, sind topfit und wollen wieder oben mitmischen“, sagt Aufbau- und Flügelspieler Timo Kruckemeyer. Samo Dolanc, Dario Pössel, Jean-Pascal Rinschen, Felix Grothmann, Marcel Plogmann, Veli Coskun und Matthew Harrison komplettieren die Mannschaft der Osnabrücker, die 2016 DM-Dritter und 2017 DM-Vierter waren.

Die Osnabrücker treffen in ihrem ersten Spiel am Samstag ab 13 Uhr auf den GSC Nürnberg. Zum Abschluss um 19 Uhr ist der Berliner GSV der Gegner. Vor diesen Duellen mit Vereinen, die nicht zu den Titelkandidaten zählen – Titelverteidiger GSV Würzburg und der GTSV Frankfurt gelten als die Favoriten – sagt Kruckemeyer: „Es wäre wichtig für uns, die ersten beiden Begegnungen zu gewinnen, um mit einer guten Ausgangsposition nach Würzburg zu fahren.“ Dort steigen am 21. und 22. April die übrigen drei Spieltage. Sechste Mannschaft im DM-Bunde ist der GTSV Essen.