Noch zwei Ehrennadeln für seine Sammlung Osnabrücker spielt seit 50 Jahren Schach – per Postkarte

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Seit Jahren unter den Geehrten: Gerhard Müller (rechts) vom Schachverein Osnabrück. Links Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Hermann PentermannSeit Jahren unter den Geehrten: Gerhard Müller (rechts) vom Schachverein Osnabrück. Links Oberbürgermeister Wolfgang Griesert. Foto: Hermann Pentermann

Osnabrück. Zuhause hat er bereits eine ganze Sammlung, jetzt kommen wieder zwei Nadeln hinzu: Für seinen Einsatz in der Deutschen Nationalmannschaft bei der Fernschach-Olympiade und für den zweiten Platz im Team bei der Deutschen Fernschach-Mannschaftsmeisterschaft ist Gerhard Müller jeweils mit Gold und Silber geehrt worden.

Seine erste Auszeichnung erhielt der 64-Jährige vor 25 Jahren: Damals wurde er Landesblitzmeister im Schach. Seitdem erhielt er immer wieder Ehrungsnadeln für seine Leistungen. „Das ist eine Anerkennung für die Arbeit, die man da rein steckt“, freut sich der Osnabrücker.

Mit 14 Jahren begann er, Schach zu spielen. „Als Jugendlicher hatte ich damals ein Schachbuch und bin damit Bezirks- und Verbandsmeister geworden. Mittlerweile haben die jüngeren schon mit zehn Jahren einen Trainer“, sagt Müller. Drei Jahre später probierte er sich auch im Fernschach aus, damals ursprünglich zu Trainingszwecken: „Das war eine Möglichkeit für mich, mein Spiel zu verbessern, weil ich mich so mehr mit der Theorie und Analyse beschäftigt habe.“

Früher per Post, jetzt digital

Auf diese Form des Spiels konzentrierte er sich dann später und errang sogar den Fernschach-Großmeistertitel. „Mit Familie und Beruf hatte ich keine Zeit mehr für das normale Schach“, erzählt er. Früher schickte er noch jeden seiner Züge er mit Postkarten ab – so hatte eines seiner Spiele mit einem Gegner aus Russland sogar fünf Jahre gedauert. Mittlerweile funktioniert das Ganze digital über speziell eingerichtete Server, über die ein virtuelles Schachbrett aufgebaut ist.

Bei der Fernschach-Weltmeisterschaft, die 2007 beendet wurde, schaffte er es bis ins Finale; 2011 wurde er mit der Deutschen Mannschaft in der Fernschacholympiade sogar Mannschafts-Weltmeister. „Gegen starke Spieler zu spielen, ist schon eine besondere Sache. Das macht einen stolz“, sagt Müller.


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