Ex-VfL-Spieler als Botschafter Fußball-Freestyler Korte: Fußball als gemeinsame Sprache

Von Luis Rewwer

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Osnabrück. Sein bester Freund ist der Ball – die Rede ist von Daniel Korte. Während der ehemalige Jugendspieler vom VfL Osnabrück im Liegen den Fußball mit der Sohle jongliert, kann man als Zuschauer meinen, Fußball-Freestyle sei gar nicht so schwer.

„Du musst trainieren, trainieren, trainieren. Talent zu haben ist nur zweitrangig, harte Arbeit ist der Weg zum Ziel“, sagt der deutschlandweit bekannte Korte. 2016 trat der 29-Jährige mit seinem Freestyle-Partner Max Meyer bei der Preisverleihung des Deutschen Fußball Botschafters vor Jürgen Klinsmann und dem damaligen deutschen Außenminister Frank-Walter Steinmeier auf. Korte drehte Werbespots für die deutsche Nationalmannschaft und engagiert sich weltweit, um den Spaß am Fußball zu vermitteln und Deutschland zu repräsentieren.

Vor Kurzem wurden Korte und Meyer vom Auswärtigen Amt nach Indien eingeladen, um dort an Schulen und Bildungsinstituten Deutschland kulturell zu vertreten. „Es ist Wahnsinn, wenn die Kids um dich herum stehen und dich feiern“, sagt Korte. Sein Anliegen ist, die Kinder zum Sport zu motivieren und zu ermutigen, auch bei Negativerlebnissen „immer weiter zu machen“. Diese Auslandsauftritte sind die Momente, die Korte als echte Highlights seiner Karriere bezeichnet. Verständigen können er und die Kinder sich im Ausland nicht, doch eines ist sicher: Die gemeinsame Sprache ist der Fußball.

Wie fast jeder kleine Junge ist Korte mit dem Fußballspielen groß geworden. Dass sein außergewöhnliches Hobby eines Tages zum Beruf wird, ahnte er damals noch nicht. Als A-Jugend-Spieler des VfL Osnabrück interessierte sich der Wietmarschener Fußball-Jongleur nicht nur für das Spiel und die Taktik, sondern auch für die Tricks und Akrobatik mit dem Ball. Mit 17 Jahren begann er seine ersten Schritte im Freestyle. „Der VfL hat mich unterstützt – bei der Weiterentwicklung als Fußballer und als Freestyler“, sagt Korte – bis sein Trainer Joe Enochs hieß. Korte solle sich auf eine Sache konzentrieren, verlangte der Trainer. Also musste sich dieser in der U 23 des VfL entscheiden und abwägen, in welchem Bereich er seine Zukunft sieht. Der Innenverteidiger entschied sich für die Fußballakrobatik – mit Erfolg.

Fortan trainierte Korte bis zu sechs Mal in der Woche, wurde von einer Agentur angesprochen. Wie seine Eltern und Bekannten zu seiner neuen Berufung standen? Korte schmunzelt: „Meine Eltern waren am Anfang nicht so sehr begeistert und eher skeptisch. Viele Leute haben mich belächelt und nicht an mich geglaubt, doch das motivierte mich umso mehr.“ Erst mit größeren Auftritten nahmen Familie und Freunde sein Hobby ernst. Mit zunehmendem Erfolg und Professionalität stieg sein Ansehen.

In Saudi-Arabien trat der geborene Lingener einst mit seiner Fußballakrobatik-Show vor 15.000 Menschen auf. Das Besondere: Diese Veranstaltung ist die Einzige in Saudi-Arabien, auf der Männer und Frauen gemeinsam sein dürfen. „Ein unglaubliches Erlebnis“, schildert Korte fasziniert.„Als Fußball-Freestyler muss man extrovertiert sein und es mögen, eine Show auf der Bühne vor großem Publikum abzuliefern“, gibt der 29-Jährige zu. Den Bezug zu Osnabrück hat Korte trotz des großen Erfolgs und vielem Reisen um die Welt nicht verloren. Er erinnert sich gerne zurück an seine VfL-Vergangenheit und pflegt daher regelmäßig alte Kontakte – besonders zu Ex-Mannschaftskollegen, wie er erzählt. Korte plant, eine eigene Stiftung zu gründen. „Ich möchte das machen, was mir Spaß macht und was ich kann – Kinder unterstützen.“

Das Wichtigste für Korte ist und bleibt aber „den Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“, betont er immer und immer wieder.


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