Blom beendet ihre Karriere Ein letztes Mal im Rampenlicht – „Roll On“ begeistert

Von Stefan Alberti

Will sich nun auf ihr Masters-Studium konzentrieren: Johanna Blom. Foto: Swaantje HehmannWill sich nun auf ihr Masters-Studium konzentrieren: Johanna Blom. Foto: Swaantje Hehmann

Osnabrück. Rollkunstlauf vom Feinsten: Am Wochenende zeigten 57 Läuferinnen des Osnabrücker SC an zwei Tagen ihr Können bei der Veranstaltung „Roll On“. Der kleine Wermutstropfen: Johanna Blom beendet ihre Karriere.

Die voll besetzte Tribüne ließ nicht nur die Organisatoren der Rollkunstlauf-Abteilung des OSC strahlen. Auch die Läuferinnen waren begeistert, erst recht Abteilungsleiterin Wiebke Göppert: „Ich bin vollkommen überwältigt, dass so viele Leute gekommen sind.“

Zum Start standen gleich die Jüngsten im Rampenlicht. Beim Programm „Soy Luna“, das an eine TV-Serie angelehnt ist, zeigten die Sechs- bis Zwölfjährigen ihre ausgeprägte Körperbeherrschung. Wie gut sie mal werden könnten, demonstrierte die amtierende deutsche Vizemeisterin Blom. Die 24-Jährige begeisterte mit ihren Pirouetten und Sprüngen das Publikum und erklärte anschließend im Gespräch mit Moderatorin Sarah Köhne charmant den Unterschied zwischen Toeloop und Lutz, damit auch diejenigen etwas mit nach Hause nehmen konnten, die sonst nicht beim Rollkunstlauf zu Hause sind.

„Alles in Eigenleistung“

Besonders eindrucksvoll war der große Arbeitseinsatz, den die Läuferinnen und die Abteilungsmitglieder in die Veranstaltung investierten. „Wir haben seit Sommer darauf hintrainiert und auch alle Kostüme selbst gestaltet. Generell ist das alles in Eigenleistung entstanden“, sagte Göppert. Oft waren die Auftritte angelehnt an bekannte Spielfilme wie „High School Musical“ oder „James Bond“, andere aber auch komplett selbst entworfen. Die Abteilungsleiterin wies aber auch auf ein Problem des Rollkunstlaufs hin: „Es ist ein sehr teurer Sport. Die Kostüme müssen selbst gekauft und gestaltet werden, die Rollschuhe sind ebenfalls teuer. Deshalb sind wir auf Spenden und Sponsoren angewiesen.“ Um weitere Veranstaltungen wie „Roll On“ durchzuführen, standen die Läuferinnen nach dem Ende an den Ausgängen mit Sparschweinen, die durch die zahlreichen Zuschauer gut gefüllt wurden.

Lieblingskür zum Abschied

Zuvor hatte der OSC dem Publikum aber noch zwei besondere Leckerbissen serviert: Blom zeigte zum Abschluss ihrer Karriere zum letzten Mal ihre Lieblingskür. „Das war die Kür, mit der ich 2015 bei der Deutschen Meisterschaft auf Platz drei gelandet bin“, verriet die 24-Jährige. Und warum soll jetzt Schluss sein? „Wenn es am schönsten ist, soll man doch aufhören“, meinte die Rollkunstläuferin mit einem Augenzwinkern. „Dieser Satz trifft durchaus ein wenig auf mich zu, denn im vergangenen Jahr bin ich deutsche Vizemeisterin geworden. Ansonsten gibt es aber noch viele kleine Gründe für das Karriereende.“ Im Sommer starte sie mit dem Masters-Studium Gesundheitsmanagement, „dazu müssten dann auch Job, Training und Privatleben unter einen Hut gebracht werden“. Das alles sei sehr zeitintensiv. Blom: „Da muss ich Prioritäten setzen, zumal der Trainingsaufwand in meiner Sportart eher größer werden würde, weil es viele Regeländerungen in Anlehnung an den Eiskunstlauf gibt.“

Zurück zu „Roll on“. Zum Finale legten alle Läuferinnen noch eine gemeinsame Choreografie aufs Parkett. Die Kinder, Jugendlichen und Frauen im Alter von sechs bis 62 Jahren verabschiedeten sich gemeinsam von ihrem begeisterten Publikum.

Übrigens: Wer einmal Rollkunstlauf „schnuppern“ möchte, sollte zum Probetraining kommen. Der OSC bietet in der Sporthalle des Gymnasiums „In der Wüste“ gleich zwei Termine an: 7. und 14. März, jeweils um 17 Uhr.