TSG Burg Gretesch zählt sechs Rekorde Schwingenschlögl dominiert beim 14. Nettebad-Meeting

Von Johannes Kapitza


Osnabrück. Die TSG Burg Gretesch hat bei ihrem 14. Schwimm-Meeting im Osnabrücker Nettebad wieder hochklassige Schwimmer begrüßen dürfen: Sechs Veranstaltungsrekorde wurden eingestellt, zwei davon durch den wohl prominentesten Teilnehmer Fabian Schwingenschlögl aus Neckarsulm. Für die SG Osnabrück schwammen Jonas Bergmann und Jannis Vornholt zu Siegen.

Es war ein teures Wochenende für die Schwimmabteilung der TSG Burg Gretesch: Zusätzlich zu den Preisgeldern für die Sieger musste die TSG Prämien für sechs Meeting-Rekorde auszahlen – finanziell ein Verlust, aber gleichzeitig ein Beleg für die sportliche Klasse der Veranstaltung. „Das war es auf jeden Fall wert“, sagte Volker Willmann, der mit Abteilungsleiter Tim Frerichs die Organisationsfäden in der Hand hält. „In der Spitze waren wir so gut wie lange nicht mehr besetzt. Dass wir uns auch bei der 14. Auflage im Nettebad immer noch so steigern können und Topschwimmer aus Deutschland, den Niederlanden und jetzt auch der Schweiz zu uns kommen, macht uns unwahrscheinlich stolz“, freute sich Willmann.

Schwingenschlögl schwimmt zweimal Meeting-Rekord

Zwei Rekorde gingen auf das Konto von Fabian Schwingenschlögl. Der 26-Jährige aus Neckarsulm siegte über 50 Meter in Meeting-Bestzeit von 28,26 Sekunden. 1:02,73 Minuten über 100 Meter Brust reichten im Finale zum Sieg und wären ebenfalls eine Bestmarke für das TSG-Meeting gewesen. Im Vorlauf hatte Schwingenschlögl allerdings schon 1:02,40 Minuten abgeliefert. Über 200 Meter Brust gewann er in 2:22,93 Minuten – fast unspektakulär, fast sechs Sekunden über dem Rekord.

„Ohne harte Arbeit schwimmt man keine Rekorde“

„Es ist schön, wenn mein Name bei einem Rekord steht. Das zeigt, dass ich richtig gearbeitet habe. Ohne harte Arbeit schwimmt man keine Rekorde“, sagte Schwingenschlögl, der nach einem zweiwöchigen Trainingslager in der Türkei erst am Freitag wieder in Stuttgart gelandet war, um sich wenige Stunden später schon wieder in den Zug nach Osnabrück zu setzen. „Ich bin richtig platt, aber solche Wettkämpfe nehme ich gerne mit“, sagte er. Die angestrebte EM-Norm verfehlte Schwingenschlögl. „Es kommen ja noch weitere Rennen. Das war aber schon ein guter Schritt in die richtige Richtung“, sagte er.

Osnabrücker vermittelt Kontakt nach Neckarsulm

Über einen Osnabrücker Sponsor, der Schwimmer in dem süddeutschen Verein unterstützt, war die Neckarsulmer Sport-Union (NSU) erstmals im Nettebad am Start. „Der Trainer hat am Ende des Turniers die Kontaktdaten mit uns ausgetauscht, damit wir die Einladung für das nächste Jahr zusenden können. Wenn ein Verein 600 Kilometer Anreise hat und sich so verabschiedet, ist das für uns als Veranstalter toll“, sah sich Willmann bestätigt.

Zwei Meeting-Rekorde gehen in die Niederlande

Auch für Bente Fischer von der NSU lohnte sich die Reise. Über 400 Meter Lagen schwamm sie in 5:02,45 Minuten zum Meeting-Rekord. Abgesehen von den begrenzten Ausschwimm-Möglichkeiten im Spaßbad biete Osnabrück „echt tolle Bedingungen“, lobte Fischer. Auch die Niederländerin Sterre Mooiweer (Denekamp), die 100 Meter Rücken in 1:03,54 Minuten und 200 Meter Rücken in 2:15,83 Minuten gewann, sowie Yannick Plasil (200 Meter Schmetterling in 2:04,56 Minuten) verließen das Nettebad als Rekordhalter.

Bergmann und Vornholt feiern fünf Siege

Für die regionalen Starter reichte es nicht zu Bestmarken. Dafür verzeichneten zwei Schwimmer der SG Osnabrück fünf Siege in der offenen Wertung. Jonas Bergmann siegte über 50 Meter Schmetterling (24,95 Sekunden), 50 Meter Freistil (23,55 Sekunden) und 100 Meter Freistil (52,87 Sekunden). Jannis Vornholt gewann über 100 Meter Rücken (1:01,25 Minute) und 50 Meter Rücken (27,20 Sekunden), letztere Strecke hauchdünn vor Bergmann. „Es war megaknapp. Ich war nur drei Hundertstelsekunden langsamer, aber der zweite Platz ist auch gut, und Jannis gönne ich den Sieg ja auch“, sagte Bergmann.

Schwierigen Bedingungen getrotzt

„Es ist schön, wenn auch mal ein paar Preisgelder in Osnabrück bleiben“, freute sich SGO-Trainerin Janina Braun. Ihren beiden Vorzeigeschwimmern bescheinigte sie „solide Leistungen“ – vor allem vor dem Hintergrund, dass Bergmann Anfang des Monats zwei Wochen wegen eines grippalen Infekts pausieren musste und Vornholt in der Vorbereitung aufs Abitur steckt.

SG Osnabrück dominiert im Medaillenspiegel

Auch die anderen Schwimmer des Vereins durften sich über „überwiegend zufriedenstellende“ Ergebnisse freuen, darunter sechs erfüllte Normen für die Deutsche Jahrgangsmeisterschaft Ende Mai in Berlin. Im Medaillenspiegel dominierte die SGO mit insgesamt 47 Siegen in offenen und Jahrgangswertungen vor dem Schweizer SC Aarefisch Aarau (20 erste Plätze), der SG Gladbeck/Recklinghausen (18 erste Plätze) und „De Dinkel“ aus Denekamp (17 erste Plätze).