Fehlerfreie Überraschung Bad Essener gewinnt Großen Preis von Neumünster

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Unerwarteter Sieg: Christopher Kläsener gewann auf Cassandra den Großen Preis von Neumünster. Foto: Andre SellUnerwarteter Sieg: Christopher Kläsener gewann auf Cassandra den Großen Preis von Neumünster. Foto: Andre Sell

Neumünster. Christopher Kläsener ist gerade mal 23 Jahre alt, aber in Neumünster hat der Bad Essener Springreiter jüngst seinen ersten Sieg in einem internationalen Grand Prix gefeiert.

Christopher Kläsener war nach seinem Erfolg von Neumünster von sich selbst überrascht: „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sagte er. Beim Abschluss des Top-Turniers in Schleswig-Holstein setzte sich der 23-Jährige, der erst seit Oktober in Bad Essen lebt, mit einem fehlerfreien Ritt im Sattel von Cassandra im Stechen durch und gewann den mit 12500 Euro dotierten Großen Preis. Die Schweizerin Clarissa Crotta (RSC Osnabrücker Land) wurde mit „Lord Poldy“ Dritte.

„Ich kenne das Pferd erst seit kurzer Zeit. Es ist erst unser drittes gemeinsames Turnier und der erste Große Preis auf diesem Niveau“, freute sich Kläsener: „Dann zu gewinnen ist gewaltig.“ Das kurze Kennenlernen mit Cassandra war nicht der einzige Aspekt, der den Sieg aus Sicht des Reiters aufwertete. „Das war ein anspruchsvoller Parcours. Ich war schon glücklich, dass ich den normalen Umlauf geschafft habe“, sagte er.

Perfekter Überraschungssieg

Viele Favoriten verfehlten das finale Stechen. Weltmeister Jeroen Dubbeldam aus den Niederlanden kassierte beispielsweise zwölf Strafpunkte und landete im Gesamtklassement nur auf Rang 29. Tim Rieskamp-Goedeking vom RFV Westerkappeln/Velpe/Lotte/Wersen wurde Siebter, der Niederländer Arne van Heel vom RSC Osnabrücker Land Neunter, Toni Haßmann aus Lienen Zehnter. Der Osnabrücker Patrick Stühlmeyer kam auf Rang 13. Damit war der Weg frei für einen Außenseiter wie Kläsener.

Außer ihm war nur Harm Lahde (Heeslingen) mit „Oak Grove’s Heartfelt“ im ersten Umlauf fehlerfrei geblieben. Vor dem Stechen habe er sich keinen Druck gemacht, beteuerte Kläsener. Allein im Stechen anzutreten habe „schon alle Erwartungen übertroffen“. Als Einziger blieb er fehlerfrei. Lahde leistete sich vier Fehlerpunkte, der Überraschungssieg war perfekt.

Seit 15 Jahren auf dem Pferd

Der Jungprofi reitet seit mehr als 15 Jahren und hat auch im berühmten Mühlener Sportstall bei Paul Schockemöhle gearbeitet. „Weil meine Eltern auch selbst reiten, bin ich damals auch dazu gekommen“, erinnert sich Kläsener. Seit Oktober gehört er in Bad Essen zum Team von Marco Kutscher, einst Doppel-Europameister, und seiner Lebensgefährtin, der sechsmaligen Deutschen Meisterin Eva Bitter. Sie waren hochzufrieden mit Kläseners Leistung in Neumünster.

Glücklich war auch Clarissa Crotta. Die Mannschafts-Europameisterin von 2009 hat ihren „Lord Poldy“ auch noch nicht lange und konnte mit Bronze gut leben. „Ich habe mich gefreut, dass ich starten durfte. Es ist ein sehr gut organisiertes Turnier mit sehr speziellem Publikum. Die Zuschauer kennen sich hier aus im Sport“, fasste Crotta zusammen.

Mehr als „ausverkauft“ geht nicht

Das weiß niemand besser als Turnierchef Paul Schockemöhle. Die Zuschauer in Neumünster wollen überzeugt werden. Das gelang Schockemöhle und seinem Partner Ullrich Kasselmann. Mit einem Zuwachs von knapp 500 Besuchern auf insgesamt 38600 waren die Veranstalter zufrieden – zumal mehr als „ausverkauft“ nicht geht.

Vor vielen Zuschauern wird auch Kläsener in den kommenden Wochen reiten. Die nächsten Turnierteilnahmen sind geplant: Anfang März tritt der Neu-Bad-Essener bei den Löwen-Classics in Braunschweig an. Ende März ist er zum Höhepunkt der Hallensaison beim Signal-Iduna-Cup in Dortmund am Start. Was die Freiluftsaison betrifft, sind Kläseners Planungen „noch relativ offen“.


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