Regeländerung im Sommer 2017 Verlängerung ungültig: Sieg der Junior Panthers zählt nicht

Von Johannes Kapitza

Emma Eichmeyer (am Ball) und die Junior Panthers gewannen das Hinspiel gegen die Girls Baskets Braunschweig/Wolfenbüttel nach Verlängerung – die war jedoch nicht zulässig: Das 57:57 nach dem vierten Viertel gilt als Ausgangslage vor dem Rückspiel. Foto: Moritz FrankenbergEmma Eichmeyer (am Ball) und die Junior Panthers gewannen das Hinspiel gegen die Girls Baskets Braunschweig/Wolfenbüttel nach Verlängerung – die war jedoch nicht zulässig: Das 57:57 nach dem vierten Viertel gilt als Ausgangslage vor dem Rückspiel. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. Rückschlag für die Junior Panthers: Der 74:65-Sieg, den die U18-Basketballerinnen des OSC nach Verlängerung gegen die Girls Baskets Braunschweig/Wolfenbüttel gefeiert haben, zählt laut Regelwerk nicht. Stattdessen geht es am Samstag mit einem Stand von 57:57 ins Playoff-Rückspiel.

Als ob sie es geahnt hätten, hatten sich die beiden Trainer vor dem Spiel gefragt: Was passiert eigentlich bei einem Unentschieden? Im Ligabetrieb gibt es kein Remis, sondern Verlängerung. Über eine Sonderregel für die Playoffs, die in Hin- und Rückspiel ausgetragen werden, war in der Ausschreibung nichts zu finden. Axel Eichmeyer vom OSC erhielt vor dem Spiel auf telefonische Nachfrage vom Spielleiter die Information: Dann wird Verlängerung gespielt. Davon gingen auch die Schiedsrichter aus, denn tatsächlich endete die Partie 57:57. Es gab fünf Minuten oben drauf, in denen der OSC-Nachwuchs die Partie mit neun Punkten gewann.

Verlängerung von Bundesspielleitung annuliert

Die vermeintlich komfortable Ausgangslage vor dem Rückspiel wurde Eichmeyer vom Spielleiter sogar schriftlich bestätigt: Eine Niederlage mit acht Punkten würde den Junior Panthers zum Weiterkommen reichen. Diese Sichtweise wurde allerdings kurz darauf von höherer Stelle revidiert. „Wir halten das für ein ungewöhnliches und eigenartiges Vorgehen“, sagt OSC-Basketballkoordinator Stefan Eggers. Unglücklich sei vor allem die Informationspolitik: Der Verein habe erst durch einen entsprechenden Artikel auf der Internetseite des Deutschen Basketball-Bundes von der neuen Wertung erfahren und schriftlich nichts zugestellt bekommen. Auch auf Anfrage habe es bis Mittwoch vom Verband keine Antwort gegeben.

Regeländerung im Sommer 2017

Für Uwe Albersmeyer, den Geschäftsführer der Nachwuchs-Bundesliga-GmbH, die auch den Spielbetrieb in der weiblichen U18-Bundesliga abwickelt, ist die Sache eindeutig. Er beruft sich auf die offiziellen Regeln des Deutschen Basketball-Bundes und eine Regeländerung im Sommer 2017. Für Duelle im Hin- und Rückspielmodus heißt es da: „Steht es am Ende des ersten Spiels unentschieden, wird keine Verlängerung gespielt.“ Die Schiedsrichter hätten demnach keine Verlängerung spielen lassen dürfen, erklärt Albersmeyer. „Das hätten auch die Teams wissen müssen“, sagt er. Ein schwacher Trost für den OSC, für den die Playoffs am Samstag allem Anschein nach wieder bei Null beginnen.