DM-Dritter Dammermann im Interview Osnabrücker Leichtahtlet über EM-Ambitionen und Doping-Proben

Von Christian Detloff

Gut gelaunt: Fabian Dammermann. Foto: GantenbergGut gelaunt: Fabian Dammermann. Foto: Gantenberg

Osnabrück. Seinen Traum von einem Start mit der deutschen 4×400-Meter-Staffel bei der Europameisterschaft im Sommer in Berlin hat Fabian Dammermann von der LG Osnabrück mit dem dritten Platz bei der Hallen-DM weiter genährt. „Durch die Bronzemedaille in Dortmund und die noch bessere Zeit zwei Wochen zuvor in Luxemburg habe ich gezeigt, dass mit mir zu rechnen ist“, sagt der 20-Jährige.

Herr Dammermann, wie ausgiebig haben Sie Ihren ersten Podestplatz bei einer Männer-DM gefeiert?

Verhältnismäßig ruhig – erst auf der Rückfahrt und zu Hause mit meinem Trainer Anton Siemer, dann mit der Familie und Freunden. Es war schön. Die rund 50 Glückwunschnachrichten habe ich nicht sofort, dann aber nach und nach beantwortet. Jetzt freue ich mich auf das Wiedersehen mit meiner Trainingsgruppe, die mit mir gefiebert hat.

Ruhig waren ja bereits die ersten beiden Stunden nach der Siegerehrung…

Das stimmt (lacht). Die Dopingprobe hatte ich quasi erst am Ende des Wettkampftages erledigt. Das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber wenn man vor dem Rennen vor Nervosität dreimal auf Toilette rennt, kann das nach dem Rennen halt leider schon mal so lange dauern…

Sie haben sich schnell in den Top 10 der deutschen Langstreckensprinter etabliert. Sind Sie Ihrem EM-Traum näher gekommen?

Die Wahrscheinlichkeit ist gestiegen, dass es mit Berlin etwas werden kann. Meine ersten Schritte im Männerbereich habe ich gut hinbekommen. Mein Trainer und ich sind sehr zuversichtlich, dass es auch im Sommer ähnlich gut funktionieren kann.

Ihr Ziel, Bronze zu holen, haben Sie umgesetzt. Mit Ihrer Zeit von 48,55 Sekunden – eine Sekunde langsamer als in Luxemburg – waren Sie aber nicht voll zufrieden.

Ich hatte mich schon nach dem Vorlauf gefragt, warum ich nicht schneller war. Vielleicht haben mich die Hüftschmerzen irritiert und beeinflusst. Genau weiß ich es aber nicht. Es stärkt mich jedenfalls in der Absicht, in den nächsten drei, vier Monaten auch im Kopf noch ein paar Prozent herauszuholen.

Wie meinen Sie das genau?

Ich will in wichtigen Rennen mein Potenzial zukünftig noch besser abrufen – mich weniger davon beeinflussen lassen, wenn etwas bei mir zwickt oder die Rennbedingungen nicht ideal für mich erscheinen. Davon kann und sollte ich mich noch unabhängiger machen. Mit zu vielen Gedanken vor einem Start können schnell ein paar Prozente an Leistung verloren gehen. Das kann und will ich mir nicht länger erlauben. Dieses Selbstverständnis will ich mir erarbeiten.

Und was ist rein sportlich noch an mittelfristiger Steigerung möglich?

Mit gutem Training sollten die Chancen gut stehen, dass ich unter Freiluftbedingungen die 47-Sekunden-Marke endlich knacke. Gerade in der ersten Rennhälfte habe ich noch Steigerungspotenzial. Wenn ich die ersten 200 Meter dann in 22,0 Sekunden angehe, wäre auch wieder der Kopf wichtig, um hinten heraus das Tempo zu halten. Als ich das erste Mal unter 50 Sekunden geblieben war, lief ich anschließend nie mehr langsamer. Auch bei der 47-Sekunden-Marke ist das erste Mal das Wichtigste.

Und nun drücken Sie den U-20-Läufern der LGO bei deren Hallen-DM am Wochenende in Halle an der Saale die Daumen?

Ja, unsere Truppe hat sich super entwickelt, es ist eine große Wundertüte für mich, was unsere Jungs dort letztlich herausholen. Klar ist, dass sie heiß auf die DM sind. Die 4x200-Meter-Staffel kämpft um eine Endlaufplatzierung – das A-Finale könnte drin sein, aber auch das B-Finale wäre beachtlich. Auch Finn Stuckenberg traue ich den Endlauf über 400 Meter zu. Das gilt ebenso für Timon Schöning über 800 Meter und Nils Huhtakangas über die längere Distanz, wenn alles zusammenpasst.