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Sonntag um Medaille - Möllers Neunte Leichtathletik-DM: Osnabrücker Dammermann erreicht A-Finale

Von Christian Detloff

Viertschnellster der DM-Vorläufe: Fabian Dammermann steht am Sonntag um 14.55 Uhr im Finale. Foto: Dirk GantenbergViertschnellster der DM-Vorläufe: Fabian Dammermann steht am Sonntag um 14.55 Uhr im Finale. Foto: Dirk Gantenberg

Dortmund. Leichtathlet Fabian Dammermann von der LG Osnabrück hat bei der deutschen Hallenmeisterschaft der Männer und Frauen in Dortmund den A-Endlauf (So., 14.55 Uhr, live auf leichtathletik.de) über 400 Meter erreicht. „Ich bin happy, im Finale zu stehen, und zuversichtlich, morgen noch eine Schippe draufzulegen“, sagt der Langsprinter, insgesamt Viertschnellster der drei Vorläufe.

Am Samstagmittag war der 20-Jährige im zweiten Vorlauf in 48,65 Sekunden hinter Routinier Thomas Schneider (Bayer Leverkusen, 48,25 sek.) als Zweiter ins Ziel gekommen. „Ich bin zu langsam angelaufen und habe nach vorne eine kleine Lücke reißen lassen. Das war nicht ideal“, sagt Dammermann: „Während des Rennens war das Gefühl okay. Ich war sogar erstmal etwas verwundert, dass es keine schnellere Zeit war.“ Um das Final-Ticket musste Dammermann vor dem mit nur zwei Startern besetzten dritten Vorlauf aber nicht mehr bangen.

Gesamt-Vorlaufschnellster war in der Helmut-Körnig-Halle Lokalmatador Torben Junker (LG Olympia Dortmund). Der Vierte der Hallen-DM 2017 in Leipzig siegte im dritten Vorlauf in 48,06 Sekunden vor dem Vorjahresdritten Florian Weeke (DSHS Köln), der in 48,44 Sekunden die drittschnellste Vorlaufzeit erreichte.

Titelfavorit Marvin Schlegel (LAC Chemnitz, 2. im Vorjahr) erzielte hingegen nur die sechstschnellste Zeit (48,75 sek.) als Zweiter des ersten Vorlaufes hinter Alexander Juretzko (Hannover 96, 48,70 sek.). Juretzko verpasste mit fünf Hundertstel Rückstand auf Dammermann das A-Finale der vier schnellsten Vorläufer.

Das komplette Starterfeld war deutlich unter den Qualifikationszeiten geblieben. Junker hätte als Schnellster der acht Vorläufer mit seiner Zeit bei der Hallen-DM vor einem Jahr, als Marc Koch (LG Nord Berlin) in 46,40 Sekunden siegte, nur Rang fünf erreicht. Der Druck im Teilnehmerfeld, dessen Leistungen eng zusammenliegen, war offensichtlich hoch.

Dammermann war vor zwei Wochen in Luxemburg in 47,56 Sekunden gut eine Sekunde schneller langgesprintet als nun im Dortmunder Vorlauf (48,65 sek.) - Steigerungspotenzial ist also vorhanden. „Ich habe mich direkt nach dem Rennen fit gefühlt. Nach dem Lauf in Luxemburg hatte mein Körper förmlich gebrannt. Das stimmt mich zuversichtlich. Ebenso, dass ich vor einem Jahr bei der U-23-DM noch so eben das Finale erreicht hatte und tags darauf mit meiner damaligen persönlichen Bestzeit Zweiter geworden bin“, sagt Dammermann: „Ich erwarte am Sonntag ein enges Finale.“

Für dieses bekam der 20-Jährige am Samstagnachmittag die innen liegende und unter den Langsprintern unbeliebte Bahn eins zugelost. Das stört Dammermann aber nicht weiter: „Die Bahn eins hat auch gute Seiten. Die Konkurrenz läuft vor einem, man hat Orientierung, dadurch auch ein gewisses Maß an Sicherheit und muss nicht zusehen, dass man nach 150 Metern ideal nach innen wechselt.“

„Das erste Ziel ist erreicht“, freut sich auch sein Vereinstrainer Anton Siemer: „Das Finale ist völlig offen, auch wenn Fabian als der Jüngste Außenseiter ist.“

Die Mellerin Ria Möllers (Bayer 04 Leverkusen) guckte derweil unzufrieden, nachdem sie im Stabhochsprung die Latte in Höhe von 4,11 Metern zum dritten Mal grissen hatte. Die am Fuß verletzte Möllers, die ohne große Ambitionen nach Dortmund gefahren war, hatte zuvor 3,96 Meter im ersten Anlauf überquert und wurde somit im Zehnerfeld Neunte.