Am Ort seines ersten Triumphs Die erste DM-Medaille für Dammermann im Männerbereich?

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Osnabrück. Fast auf den Tag genau vor zwei Jahren war der Stern von Langsprinter Fabian Dammermann als deutscher Überraschungsmeister in der U20 in der Dortmunder Helmut-König-Halle aufgegangen. An selber Stelle ist der 20-Jährige von der LG Osnabrück mittlerweile auch bei der DM der Männer ein Medaillenkandidat.

Wobei Dammermann selbst eine Medaille nicht als Ziel formuliert. „In der Halle kann sehr viel schiefgehen“, weiß der 400-Meter-Läufer. Immerhin hat er sich mit seinem starken Auftritt vor zwei Wochen in Luxemburg in 47,56 Sekunden als drittschnellster Deutscher der bisherigen Hallensaison für Dortmund qualifiziert – in einer Zeit, die vor einem Jahr bei der Hallen-DM in Leipzig zur Bronzemedaille geführt hätte. Doch damals fehlten ihm im Vorlauf in 48,14 Sekunden zwei Hundertstelsekunden zum Finaleinzug. „Es war mein erster richtig großer Start – und bislang das einzige Mal, dass ich so knapp an einem Ziel vorbeigeschrammt bin“, erinnert sich Dammermann, der in der vergangenen Woche unter einem grippalen Infekt litt. „Ich fühle mich wieder fit und hoffe, dass sich die Grippe nicht auf meine Form ausgewirkt hat“, so der 20-Jährige: „Ich bin zuversichtlich.“

Als abergläubisch bezeichnet sich der Osnabrücker nicht, dennoch sind die Abläufe wie beim Erfolg vor zwei Jahren geplant: Die Anreise ist am Freitag, am Samstag geht es zurück nach Osnabrück – unabhängig davon, ob am Sonntag die Finalteilnahme ansteht. „Wir hatten es so gut hinbekommen“, sagt der Student: „Ein Stück weit sehe ich es auch als gutes Omen.“ Die Vorläufe beginnen am Samstag um 12.30 Uhr, das Finale ist für Sonntag um 14.55 Uhr angesetzt. Ein B-Finale gibt es nur dann, wenn es mehr als zwei Vorläufe, also mehr als acht Starter, gibt. Zehn Teilnehmer sind gemeldet.

Dass er mit der bislang drittschnellsten deutschen Zeit dieser Saison startet, hat für Dammermann wenig zu bedeuten. „Es ist häufiger so, dass auf der DM noch eine Schippe draufgelegt wird. Hinter mir sind mit Florian Weeke und Torben Junker zwei Konkurrenten gemeldet, denen locker zuzutrauen ist, noch etwas draufzupacken.“ Ein Vorteil hat die Vorplatzierung aber: Dammermann darf außen auf der Bahn drei oder vier starten: „Die Kurven sind dort etwas weiter, man hat etwas mehr Platz. Die Bahn drei fände ich noch besser, dann hat man noch rechts neben sich jemanden, an dem man sich orientieren kann.“

Über Platzierungen oder gar konkret eine mögliche Medaillenambition will sich der 20-Jährige im Vorfeld nicht äußern: „Ich will einen guten Vorlauf abliefern und die Leistung von Luxemburg bestätigen. Im Idealfall erreiche ich dann das A-Finale.“ In diesem starten die schnellsten Vier der Vorläufe.

In Abwesenheit von Freiluftmeister Johannes Trefz (Verzicht), Titelverteidiger Marc Koch (startet über 60 Meter) und Alexander Gladitz (nach Verletzung) gelten Marvin Schlegel (Chemnitz/47,40 Sek. als Bestzeit 2018) und Thomas Schneider (Leverkusen/47,43) als Favoriten. Mit ihnen stand Dammermann bei der U-20-WM beziehungsweise bei der Männerstaffel-WM 2016 in der deutschen Staffel. „Wenn Fabian ins Finale einzieht, schließe ich nichts aus“, sagt sein Trainer Anton Siemer.

Zweite Starterin dieser Region ist die Mellerin Ria Möllers (Bayer Leverkusen). Trotz des zurückgeschraubten Trainings ohne Sprint und Sprungübungen – ihr im letzten Sommer operierter Fuß „hält nur bedingt“ – hat sich die Stabhochspringerin bei der NRW-Meisterschaften mit übersprungenen 4,10 Metern für die DM qualifiziert. „Ich freue mich, dabei zu sein“, sagt Möllers. Ende Februar entscheidet sich, ob sie noch einmal am Fuß operiert werden muss.

„Wenn der Fuß bis zum Sommer wieder fit ist, würde ich gerne auf die längeren Stäben umsteigen – die Konkurrenz springt mittlerweile fast ausnahmslos mit 4,45 Meter oder 4,60 Meter langen Stäben. Dann wären Höhen um die 4,20 Meter ganz schön. Bei meinen letzten deutschen Meisterschaften in der Altersklasse U23 würde ich dann gerne wieder aufs Treppchen“, so Möllers.

In Dortmund nicht mit dabei ist Svenja Gilde. Die Hürdensprinterin aus Gaste hatte sich am Ende der Sommerpause eine Erkrankung zugezogen, die sie länger vom Sport abhielt. Nachdem sie nun ein Referendariat begann, will sie bis zur nächsten Hallensaison wieder die alte Form erreichen.


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