Spitzenreiter eine Nummer zu groß Bad Laers Zweitliga-Volleyballerinnen unterliegen Köln 0:3

Von Fabian Pieper

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Vergeblich gestreckt: Johanna Müller und Laura Seete (von links) konnten im Block nicht verhindern, dass Spitzenreiter Köln um Viola Torliene (rechts) einen 3:0-Sieg in Bad Laer einfuhr. Foto: Moritz FrankenbergVergeblich gestreckt: Johanna Müller und Laura Seete (von links) konnten im Block nicht verhindern, dass Spitzenreiter Köln um Viola Torliene (rechts) einen 3:0-Sieg in Bad Laer einfuhr. Foto: Moritz Frankenberg

fap Bad Laer. Es wurde nichts mit einem Überraschungserfolg für die Zweitliga-Volleyballerinnen des SV Bad Laer: Gegen Spitzenreiter DSHS SnowTrex Köln unterlag der Aufsteiger mit 0:3 und zahlte – wie so häufig in dieser Saison – Lehrgeld. Für Unruhe sorgten Flaschen, die im dritten Satz von der Zuschauertribüne hinter den Anschreibetisch fielen.

Wie bereits in der Vorwoche bei der 2:3-Niederlage in Berlin machte eine Grippewelle der Mannschaft des SVB zu schaffen und bereitete Trainerin Danuta Brinkmann Kopfzerbrechen: „Einige Spielerinnen kamen quasi vom Bett aus direkt in die Halle“, verdeutlichte sie die Misere, die eine gezielte Vorbereitung auf das Spiel gegen Tabellenführer Köln unmöglich gemacht hatte.

Große Unterstützung für Kölns Torliene

Die Kölnerinnen reisten mit dem Selbstbewusstsein des Tabellenführers in den Südkreis und brachten viele Fans mit. Einige von ihnen kamen nur, um Viola Torliene anzufeuern. Die 26-Jährige, die mit Auszeichnungen als wertvollste Spielerin in acht Partien die viertbeste Akteurin der Liga ist, stammt aus Bersenbrück und studiert in Köln. „Meine Familie und viele Freunde waren da“, freute sie sich nach dem Spiel über die Unterstützung aus der Heimat.

Bad Laer hält nach schwachem Start mit

Noch erfreulicher dürfte für Torliene und ihre Mitspielerinnen der Beginn des ersten Satzes gewesen sein. Bad Laer hatte enorme Probleme mit dem Aufschlagspiel der Gäste, sodass Danuta Brinkmann beim Stand von 4:12 bereits die zweite Auszeit nahm. Danach lief es besser. Vor allem Alina Hellmich, die auf Bad Laerer Seite zur wertvollsten Spielerin der Partie gewählt wurde, und Laura Seete fanden immer wieder Lücken in der Kölner Verteidigung. Bad Laer kam auf 11:13 und später sogar auf 20:21 heran, ehe mehrere Fehler dafür sorgten, dass Köln den Satz mit 25:20 für sich verbuchte. Immerhin: Bad Laer hielt, von der Anfangsphase abgesehen, gut mit.

Kein Mittel gegen Kölns Aufschläge

Motiviert gingen die Gastgeberinnen in den zweiten Satz – und wurden brutal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt. Bei Bad Laer klappte gar nichts, bei Köln alles, sodass der Spitzenreiter auf 17:3 davonzog. Vor allem den harten Aufschlägen von Kerstin Freudenhammer, die zur Spielerin des Spiels gewählt wurde, und Franziska Kalde hatte der Aufsteiger wenig entgegenzusetzen. Erst, als der Satz bereits verloren schien, berappelte sich Bad Laer und betrieb noch etwas Ergebniskosmetik.

Zweiter Satz „katastrophal und peinlich“

Das deutliche Resultat gab Trainerin Brinkmann die Möglichkeit, „im Hinblick auf die nächsten Spiele“ personell und taktisch etwas zu experimentieren. Bad Laer verbuchte beim 10:25 wenigstens noch einen zweistelligen Punktstand. Außenangreiferin Johanna Müller fand jedoch deutliche Worte für den „katastrophalen und peinlichen“ Auftritt im zweiten Satz.

Fallende Flaschen geben „ein völlig falsches Bild“ ab

„Danach hatten wir nichts mehr zu verlieren“, gab Müller zu. Das schlug sich im dritten Satz positiv im Ergebnis nieder. Bad Laer agierte auf Augenhöhe und hielt das Spiel eng. Unruhig wurde es nur, als bei einer Auszeit beim Stand von 15:16 mehrere, mehrheitlich leere Flaschen Bier von den Zuschauerrängen hinter den Anschreibetisch fielen und eine Wischerin knapp verfehlten. Sie sei unverletzt geblieben, schrieb der Verein am Sonntag im sozialen Netzwerk Facebook, kritisierte aber auch, dass der Vorfall „leider ein völlig falsches Bild von uns“ abgebe. Nach einer Aufräumunterbrechung ging es weiter.

Bad Laer punktet mit starkem Außenangriff

Das richtige Händchen bewies indes Trainerin Brinkmann, die den Außenangriff verstärkte. Von Spielmacherin Michelle Bollien in Position gebracht, kamen Johanna Müller und Kapitänin Franziska Bentrup häufiger erfolgreich zum Abschluss und sorgten mit dafür, dass der SV Bad Laer mit 22:21 führte. Die Gastgeberinnen hatten den Anschluss vor Augen, aber ein Netzroller brachte die Kölnerinnen in Führung, die anschließend ihren ersten Matchball zum 25:23 verwandelten. „Total schade“ sei die deutliche Niederlage, befand Müller. Sie wusste aber auch um die Stärke der Gäste vor allem im Aufschlag. „Die spielen da in einer anderen Liga“, sagte Müller, und auch Brinkmann erkannte an: „Köln steht nicht ohne Grund da ganz oben.“


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