Schulspektakel im Nettebad 67. Staffelwettbewerbe der Osnabrücker und Belmer Schulen begeistern

Von Luis Rewwer und Daniel Brickwedde


Osnabrück. Die Kinder jubeln, Eltern klatschen, Lehrer feuern an: Die 67. Staffelwettbewerbe der Osnabrücker und Belmer Schulen begeistern auch in diesem Jahr. Im Hintergrund findet ein Umbruch statt.

Schon beim Betreten des Nettebads wird sichtbar: Der jährliche Staffelschwimmwettbewerb ist etwas ganz Besonderes. Während sich im Laufe des Tages 170 Staffeln von 38 Schulen aus Osnabrück und Belm messen, ist die Freude auch rund um das Becken riesig. Eltern, Betreuer, Mitschüler und Lehrer unterstützen die Kinder lautstark, um sie zur Bestform anzuspornen.

Doch nicht nur die Leistung zählt. Der Spaß am Schwimmen soll ebenfalls im Vordergrund stehen. FSJlerin und Betreuerin Judith Pöttker von der Montessori-Förderschule erklärt: „Auch wenn die Kinder unserer Förderschule nicht auf dem ersten Platz landen, bereitet die Veranstaltung den Kindern trotzdem Freude. Es geht um den Spaß, das ist das Wichtige.“

Die Siegerehrung der Grundschulklassen ist das Highlight am Vormittag. Organisator Wolfgang Orth weiß, wie Stimmung geht. Der Fachberater für den Schulsport im Landkreis Osnabrück hält bei der Siegerehrung die Spannung hoch. „Das Herzstück der Veranstaltung sind die Kinder“, unterstreicht Orth. Für die Kinder gibt es derweil kein Halten mehr. Die Grundschüler fiebern den Podestplätzen entgegen, der Aufschrei und die Freude sind unnachahmlich. Die Schüler nehmen den Wettkampf ernst. „Unser Ziel ist es zu gewinnen“ lautet die Zielsetzung einiger Kinder.

Der diesjährige Schwimmwettbewerb steht auch im Zeichen des Umbruchs. Neben dem langjährigen Ansager Claus Rettkowski verabschiedet sich auch Hauptorganisator Jürgen Witte, der in den Ruhestand geht. Er arbeitete seinen Nachfolger Benjamin Rothkehl an diesem Tag intensiv ein. „Es herrscht eine geniale Stimmung. Diese Veranstaltung muss auch in den nächsten Jahren weitergehen“, lobt Rotkehl, seit 2011 Lehrer an der Ratsschule in Melle. Was Witte, der seit 2004 das Event betreute, rückblickend besonders freut: „Die Förderschulen sind in diesem Wettbewerb voll integriert und waren von vornherein dabei. Darauf haben wir Wert gelegt.“

Für die Schülerinnen Antonia Beier und Frieda Willmann ist der Staffelwettbewerb „etwas ganz Besonderes. Wir sind nächstes Jahr wieder dabei.“

„Die Wettbewerbe sind für die Kinder eine der wenigen Möglichkeiten, mit der Schule gegen andere Schulen anzutreten. Die Gemeinschaft in Verbindung mit dem Wettkampfgedanken bereichert das Schulleben total“, sagt Hannah Volkering, Lehrerin an der Gesamtschule Schinkel.

Nicht nur die Schüler geben ihr Bestes, auch ein Lehrer fällt besonders auf. Am Beckenrand verausgabt sich Leif Bongalski vom EMA-Gymnasium. Er feuert seine Schützlinge in emotionaler Weise an und erklärt anschließend: „Wir müssen den Kindern den Ehrgeiz vorleben. Das Besondere hier ist, dass es bei dieser Veranstaltung keinen Unterschied zwischen Hautfarbe, Schule oder Alter gibt. Wir schwimmen alle gemeinsam!“ Auch FSJler Matthias Redeker vom EMA-Gymnasium teilt diese Meinung: „Dieses Event fördert das Sozialverhalten und das Selbstwertgefühl der Kinder. Hier kann jeder zeigen, was er kann.“

Den sportlichen Höhepunkt in der Jahnschwimmfeststaffel entscheidet die Ursulaschule in 3:19,2 Minuten mit knapp acht Sekunden Vorsprung vor dem Gymnasium Carolinum und der Angelaschule für sich.

Unabhängig von den Ergebnissen wurde wieder einmal klar: Sport verbindet die Menschen.

Die Kooperation mit den Stadtwerken, dem Niedersächsischen Turnerbund und Nettebad sowie den Schulen sorgte wieder einmal für einen gelungenen Staffelwettbewerb.