Kolumbianer Mena dankt Mitspielern für Spenden Bersenbrücker Stürmer: Neue Energie nach Heimaturlaub

Von Daniel Bressler

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Kicken mit den Kumpels stand auch beim Heimatbesuch in Kolumbien hoch im Kurs für Luis Mena aus Bersenbrück (Zweiter von rechts). Foto: Antonio RodriguesKicken mit den Kumpels stand auch beim Heimatbesuch in Kolumbien hoch im Kurs für Luis Mena aus Bersenbrück (Zweiter von rechts). Foto: Antonio Rodrigues

Bersenbrück. Am 18. Februar geht für die Oberligafußballer des TuS Bersenbrück mit dem Duell beim SC Spelle-Venhaus wieder der Spielbetrieb los. Dann will auch Stürmer Luis Mena mit neuem Schwung nach seinem Heimaturlaub in Kolumbien für Furore sorgen.

Mena konnte Weihnachten und Neujahr bei seiner Familie in Kolumbien, wos eine Mutter in ärmlichen Verhältnissen zusammen mit der Tante und drei Geschwistern lebt verbringen. Und das bekanntlich dank einer erfolgreichen Spendenaktion, die von seinen Mitspieler initiiert wurde. Mit neuer Energie kehrte der 21-Jährige nun nach Deutschland zurück und hat sowohl mit dem TuS als auch für sich selbst klare Ziele. Seine Zukunft ist dennoch ungewiss.

„Es war unglaublich, wieder zu Hause gewesen zu sein. Meine Familie, meine Freunde, ich konnte alle wiedersehen“, strahlt Mena. Der schnelle Offensivspieler, der vor der Saison aus der Fußballakademie Schüttorf zum TuS kam, verbrachte fast einen Monat in der Heimat. Für die Spendenaktion ist Mena seinen Mannschaftskollegen und allen Geldgebern sehr dankbar. „Dass selbst Leute gespendet haben, die ich nicht kenne, ist großartig. Bersenbrück ist wie eine Familie für mich.“ Die erste Zeit war er bei der Familie seiner Stiefschwester in der Metropole Medellín, bevor er zu seiner Mutter in die Kleinstadt Quibdó fuhr. „Fast niemand wusste, wann ich kommen würde. Daher ist mir die Überraschung gelungen“, sagt Mena.

In der Heimat hat er viel Platz mit seinen Freunden auf dem Fußballplatz verbracht. Zudem bereitete sich Mena in einer Trainingsgruppe auf die Rückrunde in der Oberliga vor, mit der er schon morgens um 6 Uhr auf dem Feld stand. Abends unternahm die Familie meistens etwas zu Hause, da die Kriminalität in Quibdó sehr hoch ist. „Da kann es sein, dass dich jemand umbringt, nur um dich auszurauben. So etwas kennt man in Deutschland gar nicht“, erklärt er. In langen Gesprächen hat Menas Mutter ihm viel Motivation für seine Rückkehr nach Bersenbrück gegeben. Denn besonders die Sprache bereitet dem Kolumbianer Schwierigkeiten. „Ich würde gerne hierbleiben, aber Deutsch zu lernen, ist sehr schwierig.“

Seine sportliche und private Zukunft ist ungewiss– auch weil es im Mai Probleme mit der Aufenthaltserlaubnis geben könnte. Hinzu kommt, dass sein Sponsor den Druck erhöht und Mena höherklassigen Teams vorstellen will. Ein Verbleib in Bersenbrück über das Saisonende hinaus ist daher völlig offen. Doch bevor es so weit ist, hat Mena noch klare Ziele mit dem TuS. In der Oberliga will der Kolumbianer um den Aufstieg spielen. Er selbst strebt zunächst einmal mehr Spielzeit an, um alle Skeptiker von seinen Qualitäten zu überzeugen. In den Testspielen präsentierte sich Mena bereits in guter Form – wohl auch dank der Vorbereitung unter der Sonne Kolumbiens.


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