Selbstbewusst ins Duell mit dem Topteam SV-Bad-Laer-Spielmacherin Bollien: „Wir rocken das Ding“

Von Christian Detloff

Gut gelaunt ins Duell mit dem Topteam: Michelle Bollien (Nr. 4, vor Johanna Müller und Laura Seete). Foto: Swaantje HehmannGut gelaunt ins Duell mit dem Topteam: Michelle Bollien (Nr. 4, vor Johanna Müller und Laura Seete). Foto: Swaantje Hehmann

Bad Laer. Als krasser Außenseiter empfangen die Zweitliga-Volleyballerinnen des SV Bad Laer am Samstag (20 Uhr) den Meister und Tabellenführer DSHS Snowtrex Köln. Doch Bange machen gilt nicht: „Wir sind gut drauf und holen auf jeden Fall Punkte – wir rocken das Ding“, verspricht Spielmacherin Michelle Bollien.

„Wir lassen uns bestimmt nicht davon beeindrucken oder gar unterkriegen, dass der Kölner der klare Titelfavorit sind. Auch der Spitzenreiter ist zu packen – und dafür werden wir alles geben“, verspricht die 22-Jährige. „Wir sind jetzt als Aufsteiger besser auf den Gegner vorbereitet als noch vor dem Hinspiel, was in diesem Fall ein Vorteil für uns ist. Wir wissen, dass Köln sehr variabel und für einen Drittligisten ungewöhnlich spielt: Mal mit seltenen hohen Bällen über die Mitte, dann wieder mit sehr schnellen Bällen.“

Das Hinspiel hatte ihre Mannschaft klar mit 0:3 verloren. Wobei „klar“ in diesem Fall relativ ist: Im Schnitt hatte Bad Laer 24 Punkte pro Satz erbeutet: 24:26, 23:25 und 25:27 endeten die Durchgänge.

Jeweils mit 2:3, also mit einem Punkt, hat der Aufsteiger seine letzten drei Spiele verloren. Wobei dieses Ergebnis vor allem im vergangenen Spiel beim BBSC Berlin als Erfolg gelten muss: „Nur Laura Seete und ich waren in diesem Spiel topfit“, sagt Bollien zur Grippewelle. Diese hat auch Auswirkungen auf die laufende Trainingswoche, in der drei Spielerinnen der ersten Sechs nicht trainieren konnten. „Wir haben uns in Berlin richtig klasse zusammengerauft. Uns zeichnet wieder ein toller Teamgeist aus.“

Acht Spiele stehen für Bad Laer in dieser Saison noch an. „Wir sagen uns mittlerwiele nicht mehr: Wir haben ja noch Zeit. Wir machen uns zwar keinen zusätzlichen Druck, doch man merkt: Die Gespräche vor den Spielen werden immer ernster“, so Bollien. Den Zwei-Punkte-Vorsprung auf den ersten Abstiegsrang will das Team von Trainerin Danuta Brinkmann behaupten – oder im besten Falle ausbauen: „Mit einem 2:3 gebe ich mich im Vorfeld des Heimspiels gegen Köln bestimmt nicht zufrieden. Wir wollen den Sieg“, sagt die selbstbewusste und emotionale Zuspielerin. Im vorletzten Auswärtsspiel hatte der Spitzenreiter letztmals verloren – glatt mit 0:3 gegen die Stralsunder Wildcats. Erstmals seit zwei Jahren verloren die Kölner ein Duell ohne Satzgewinn.

Bei Köln sorgt eine Akteurin aus dem Osnabrücker Norden für Furore. Viola Torliene wurde bereits achtmal nach Spielen zur besten Akteurin ihres Teams gewählt. Nur zwei Zweitligaspielerinnen wurde bislang häufiger die Ehre zuteil als der ehemaligen Jugendspielerin vom TuS Bersenbrück und TuS Neuenkirchen, die Sportstudentin in Köln ist. Auch ihr Vater Bernd spielte einst für Bersenbrück in der 2. Liga.