Rostock, Karlsruhe, Würzburg 3. Liga: Die Verfolger lauern hartnäckig auf Ausrutscher

Von Daniel Brickwedde und Luis Rewwer

Sprinten der Karlsruher SC und Jonas Föhrenbach (in Blau) noch an Stephan Andrist und dem SV Wehen Wiesbaden vorbei? Die Verfolger warten nur auf Ausrutscher der Spitzenklubs. Foto: imago/Jan HuebnerSprinten der Karlsruher SC und Jonas Föhrenbach (in Blau) noch an Stephan Andrist und dem SV Wehen Wiesbaden vorbei? Die Verfolger warten nur auf Ausrutscher der Spitzenklubs. Foto: imago/Jan Huebner

dbri/rww Osnabrück. Der Tabellenzweite 1. FC Magdeburg schwächelt, auch der drittplatzierte SV Wehen Wiesbaden ist in der 3. Fußball-Liga noch lange nicht am Ziel seiner Träume. Fünf Mannschaften dahinter lauern besonders auf Ausrutscher des Spitzentrios. Ein Blick auf die Form des Verfolgerfeldes.

Hansa Rostock

Mit zwei Siegen nach der Winterpause bestätigt Hansa Rostock seine Rolle als erster Verfolger des Spitzentrios. Dank des formstarken Top-Torschützen Soufian Benyamina (fünf Tore in den letzten sieben Spielen) sind die Hanseaten das auswärtsstärkste Team. Mit Neuzugang Pascal Breier aus Stuttgart verpflichteten die Rostocker einen weiteren Stürmer. Stabilisiert hat sich auch die Abwehr, die mit nur 20 Gegentoren die drittbeste Defensive darstellt. Trotz positiven Trends bremst Cheftrainer Pavel Dotchev die Euphorie: „Wir sind noch keine Spitzenmannschaft!“

Ausblick: Können die Rostocker ihre Auswärtsstärke behaupten und zu Hause mit dem zweitgrößten Zuschauerschnitt der Liga die nötigen Punkte holen, ist selbst der direkte Aufstieg noch möglich. Das Sturmduo Breier und Benyamina macht Hoffnung auf mehr.

Fortuna Köln

Nachdem sich Fortuna Köln bis zum 16. Spieltag auf einem Aufstiegsplatz etablierte, droht sie nach nur einem Sieg aus den letzten neun Spielen den Anschluss an die Aufstiegsränge zu verlieren. In Osnabrück verspielte das Team von Uwe Koschinat zuletzt zum wiederholten Male eine 2:0-Führung. Neuzugang Christoph Menz soll die Defensive als Abwehrchef stabilisieren. Positiv: Toptorschütze Daniel Keita-Ruel (neun Tore) trifft verlässlich und hat maßgeblichen Anteil an der drittbesten Offensive der Liga.

Ausblick: Mit dem Karlsruher SC und Wehen Wiesbaden trifft die Fortuna in den nächsten beiden Spielen auf direkte Konkurrenten. Gelingt es nicht bald, den Negativtrend zu stoppen, müssen die Kölner vom Ziel Relegationsplatz Abstand nehmen.

Karlsruher SC

Nach dem misslungenen Saisonstart des Zweitliga-Absteigers Karlsruher SC klettert die Mannschaft von Cheftrainer Alois Schwartz in der Tabelle seit dem 12. Spieltag stetig nach oben. Der KSC stellt das drittstärkste Heimteam der Liga und ist in dieser Saison als einzige Mannschaft zu Hause noch ungeschlagen. Dazu stellen die Karlsruher mit nur 19 Gegentoren die beste Defensive und können somit die im Vergleich zu den Konkurrenten schwächere Offensive kompensieren.

Ausblick: Gelingt es der Mannschaft, die Offensive um Torjäger Fabian Schleusener noch besser in Szene zu setzen und die Heimstärke beizubehalten, scheint zumindest der Relegationsplatz doch noch möglich.

Spvg. Unterhaching

Zur Winterpause lag Aufsteiger Spvg. Unterhaching nur zwei Punkte hinter dem Relegationsplatz. Anfangen zu träumen wollte in Unterhaching jedoch niemand. Dem Münchner Vorstadtclub geht es zunächst um eine stabile Struktur, ehe in Zukunft der Aufstieg in die 2. Bundesliga in Angriff genommen werden soll. Entsprechend sorgt die jüngste Negativserie mit nur zwei Siegen aus acht Ligapartien für keinerlei Beunruhigung. Auffällig, dass die Ergebniskrise mit einer kleinen Flaute von Stephan Hain einhergeht. Der Top-Torjäger der 3. Liga (14 Treffer) erzielte in seinen vergangenen sieben Einsätzen nur insgesamt ein Tor. Zuletzt gelang beim trostlosen 0:0 gegen Fortuna Köln zumindest ein Teilerfolg.

Ausblick: Dass Unterhaching auf den sicheren Klassenerhalt abzielt, ist Understatement. Wenn sich der Aufsteiger aber nicht rasch steigert, landet er höchstens auf Rang fünf.

Würzburger Kickers

Der Trend der Würzburger Kickers stimmt. Im Oktober übernahm Michael Schiele die Mannschaft und führte Würzburg mit zwischenzeitlich sieben Siegen in Folge aus der Abstiegszone in die obere Tabellenhälfte. 24 Punkte holten die Kickers unter ihrem ehemaligen Co-Trainer – inklusive eines Dreiers am Wochenende gegen den FC Magdeburg. „Wir holen nach, was wir zu Saisonbeginn verpasst haben“, erklärte Torhüter Patrick Drewes zu Jahresbeginn. Mit nur zwei Liga-Toren in den vergangenen drei Partien ist der Mannschaft jedoch derzeit die offensive Durchschlagskraft abhandengekommen.

Ausblick: Die Lücke zum Relegationsplatz beträgt für den Absteiger neun Punkte. Zuversicht gibt aber der Blick auf die Saison 2015/16: Auch damals lag der Verein am 23. Spieltag neun Punkte hinter Platz drei – und schaffte noch den Sprung in die Relegation und in die 2. Bundesliga. Auch diesmal noch möglich, wenn das Team rasch auf den Erfolgskurs zurückkehrt.