Vier Tore in 45 Minuten Preußen Münster: Rizzi wiederholt Kunststück nach 21 Jahren

Von Ansgar Griebel

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Daumen hoch: Jeron Al-Hazaimeh (links) und Tobias Rühle feiern den vierfachen Torschützen Michele Rizzi (rechts). Foto: imago/Kirchner-MediaDaumen hoch: Jeron Al-Hazaimeh (links) und Tobias Rühle feiern den vierfachen Torschützen Michele Rizzi (rechts). Foto: imago/Kirchner-Media

Münster. Es war ein großer Tag für Michele Rizzi: Mit vier Toren in einer Halbzeit hatte er den SKV Rohracker quasi im Alleingang zum Sieg geschossen. Acht Jahre war der Minikicker damals alt – und sein fußballerisches Talent unverkennbar.

Der SVK Rohracker konnte seinen begabten Torjäger dann aber nicht nachhaltig vor den Spähern der großen Nachbarn verstecken.

Fünf Jahre spielte Rizzi später in der Jugend des VfB Stuttgart, ehe es ihn in der A-Jugend zu den Kickers zog, bei denen er in der Regionalliga erste Erfahrungen im Herrenbereich sammelte. 2011 wechselte der Sohn eines italienischen Vaters und einer deutschen Mutter zur SG Sonnenhof Großaspach, und trug tatkräftig dazu bei, dass sich seine neue Heimat auch jenseits des bundesweiten Andrea-Berg-Fanclubs einen Namen machte. 2014 stieg die SG in Liga drei auf.

Dort hatte Rizzi, mittlerweile in Diensten von Preußen Münster, am vergangenen Samstag ein unerwartetes Deja-Vu-Erlebnis: Gut 20 Jahre nach seiner Gala beim SVK Rohracker ließ es der 29-Jährige wieder vier Mal im gegnerischen Tor klingeln. Der Mittelfeldmann hatte mit allem gerechnet, nur nicht damit, noch am Abend in einem Atemzug mit Robert Lewandowski genannt zu werden. Dem war es beim 5:1 gegen den VfL Wolfsburg im September 2015 als bis dahin einzigem Spieler der drei deutschen Top-Ligen gelungen, nach seiner Einwechslung vier oder mehr Tore zu schießen. Am 3. Februar 2018 kam Rizzi nach seiner Einwechslung gegen die U23 von Werder Bremen immerhin auf vier Treffer: Endstand 4:2.

Für den Vierfachpacker begann eine bizarre Zeitreise: „So viele Nachrichten bekomme ich sonst nicht mal am Geburtstag“, sagt Rizzi, dessen bisheriges Leben noch einmal in einer flotten Parade an ihm vorüberzog. Alte Freunde aus Schulzeiten, Kommilitonen aus dem Studium, Ex-Trainer und -Mitspieler, Kollegen aus der Marketingagentur, in der Rizzi nach seinem Studium in BWL und Sport- und Dienstleistungsmanagement in Teilzeit arbeitete, sendeten digitale Schulterklopfer. Die Mitspieler erledigten das derweil analog und nutzten die Rückfahrt zum Konzert, bei dem jegliches verfügbare Liedgut auf den Vollstrecker umgedichtet wurde. „Das wurde mir fast ein bisschen zu viel. Es war aber auch schön.“

Ruhe suchte Rizzi am Sonntag mit seiner Freundin an Münsters Aasee. Doch aus dem vermeintlich ruhigen Spaziergang wurde nichts. „Ich werde sonst eigentlich nie angesprochen. aber…“ Zumindest das war beim SVK Rohracker noch anders.


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