Mitreißendes Derby vor 300 Fans VCO dreht gegen Schledehausen 0:2-Rückstand noch

Von Lutz Hölker


Osnabrück. Der Besuch des mitreißenden Derbys in der Volleyball-Regionalliga zwischen den Aufsteigerinnen des VC Osnabrück und TV Schledehausen hat sich für die 300 Zuschauer in der Schlosswallhalle gelohnt. Der favorisierte VCO drehte einen 0:2-Rückstand noch in einen 3:2-Sieg.

Nach den ersten beiden Sätzen sah es noch so aus, als könnte das Gästeteam von Trainer Dieter Wültener einen Überraschungserfolg beim deutlich besser platzierten VCO landen. Der TVS war zunächst die klar bessere Mannschaft und ging verdient mit 2:0 in Führung. Vor allem in der Defensive wussten die Gäste zu überzeugen. Immer wieder sammelten sie mit starken Blocks einfache Punkte.

Der VCO, der im ersten Abschnitt (21:25) eine 21:19-Führung verspielte, fand keine richtige Antwort auf dieses Abwehrbollwerk. Dazu gesellten sich bei den Gastgeberinnen einfache Fehler. Beispielsweise landeten nicht wenige Aufschläge im Netz oder im Aus, sodass vor Beginn des dritten Abschnitts alles auf einen klaren Sieg von Schledehausen hindeutete.

Dementsprechend positiv fiel das Zwischenfazit von Wültener aus: „In den ersten beiden Sätzen haben wir das, was wir uns vorgenommen haben, gut umgesetzt. Wir waren in der Block- und Abwehrarbeit gut eingestellt“, lobte der Trainer seine Mannschaft.

Ab dem dritten Satz zeigte Osnabrück jedoch sein anderes Gesicht. Das Team stellte seine Fehler weitestgehend ab und agierte nun viel dynamischer im Angriff. Angeführt von der ehemaligen TVS-Spielerin Franziska Detmer und Kapitänin Linda Dieckmann gewann der VCO die nächsten beiden Abschnitte deutlich mit 25:16 und 25:8.

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Schledehausen hatte hingegen nicht mehr viel entgegenzusetzen. „Der dritte Satz war für uns der Knackpunkt, da waren wir völlig von der Rolle“, bedauerte Wültener. Folgerichtig ging es also in den entscheidenden Tiebreak.

Der Entscheidungssatz gestaltete sich wieder ausgeglichener. Beide Teams kämpften aufopferungsvoll um jeden Ball. Unter lautstarken Anfeuerungsrufen der mit Trommeln ausgestatteten Fans ging Schledehausen trotz der Verletzung von Mittelblockerin Merle Wültener zwischenzeitlich in Führung. Am Ende setzten sich aber doch die Gastgeberinnen vom VC Osnabrück mit einem Punktestand von 15:12 durch.

VCO-Trainer Gunnar Kraus zeigte sich nach dem knapp zweistündigen Match äußerst unzufrieden mit dem Beginn seiner Mannschaft. „So schlecht wie in den ersten beiden Sätzen haben wir noch nie gespielt. Ich denke, dass die Einstellung das Problem war. Wir waren nach den letzten Siegen vielleicht einfach zu arrogant“, kritisierte er.

Der Grund, warum es aber doch keine Überraschung gab, war für Kraus eindeutig: „Am Ende hat die Qualität der Kader den Ausschlag gegeben. Wir haben einfach die bessere Mannschaft – und das haben wir ab dem dritten Satz auch gezeigt.“ Derweil befand Wültener, der sich über den Punkt für seine abstiegsbedrohte Mannschaft freute, die am Samstag den Tabellendritten SC Langenhagen empfängt: „Meine Mädchen haben heute gekämpft bis zum Umfallen. Wir hätten den Sieg ebenfalls verdient gehabt.“