Hallenbestzeiten von Osnabrücker Trio Dammermann, Pütz und Stuckenberg gewinnen Zuversicht

Von Christian Detloff

Trio mit Grund zum Strahlen: Fabian Dammermann, Josh Pütz und Finn Stuckenberg (von links). Foto: Danny SchottTrio mit Grund zum Strahlen: Fabian Dammermann, Josh Pütz und Finn Stuckenberg (von links). Foto: Danny Schott 

Osnabrück. Drei Starter, drei Bestzeiten, drei DM-Tickets. Fabian Dammermann, Finn Stuckenberg (beide LG Osnabrück) und Josh Pütz (OTB) haben beim Leichtathletik-Meeting in Luxemburg voll überzeugt. Dabei waren alle drei unter ganz unterschiedlichen Voraussetzungen gestartet.

„Es war klar, dass ich gegenüber meinem ersten Hallenstart in Dortmund noch etwas draufzupacken hatte“, sagt Dammermann. „Dass ich aber mehr als eine Sekunde schneller bin, kam auch für mich überraschend – zumal ich mich in der zweiten Runde alleine vorne durchbeißen musste.“ Nach 47,56 Sekunden kam er ins Ziel – als derzeit drittschnellster Deutscher über 400 Meter. Mit dieser Zeit wäre er bei der Hallen-DM 2017 Dritter geworden.

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„Es macht wenig Sinn, über mein Abschneiden bei der Hallen-DM in knapp zwei Wochen in Dortmund zu spekulieren. Natürlich ist mein Ziel, mich dort für das Finale zu qualifizieren. In der Halle ist man aber immer stark davon abhängig, wie man in direkter Konkurrenz zu den Läufern auf seinen Nachbarbahnen aus der zweiten und aus der letzten Kurve kommt. In der Halle kann man schnell ausgebremst werden.“

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Dennoch: Das Rennen in Luxemburg sei ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung gewesen. „Und im Hinblick auf die Sommersaison mit dem Traum von einem Staffelstart bei der EM in Berlin war es strategisch nicht so schlecht, schon mal in Richtung Bundestrainer Bundestrainer Hallo zu sagen: Mit mir ist zu rechnen“, so Dammermann, der in Münster auf Lehramt studiert.

Während Dammermann bereits zum zweiten Mal in Luxemberg dabei war, war der erste Auslandsstart für seinen Vereinskameraden Finn Stuckenberg über 400 Meter ein außergewöhnliches Erlebnis. „Selten darf ein U-20-Athlet überhaupt an solch einem Meeting teilnehmen. Schon mit gestandenen internationalen Startern zu speisen, war ein super Erlebnis“, freut sich der 17-Jährige, der seine Hallenbestzeit auf 49,88 Sekunden verbesserte und nun neben der 4x400-Meter-Staffel auch im Einzel für die U-20-DM in Halle (Saale) qualifiziert ist. Und das, obwohl er in den beiden Wochen vor Luxemburg wegen des letztlich unbestätigten Verdachts auf Pfeiffersches Drüsenfieber nicht trainieren durfte.

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„Auf Bahn 1 zu starten, war nicht ideal. Aber darüber habe ich mir keinen Kopf gemacht. Ich bin einfach mein Rennen gelaufen“, so der Dammer, der in der Regel viermal die Woche in der Heimat und zudem zweimal bei der LGO unter Trainer Anton Siemer trainiert. Noch unklar ist, ob sich Stuckenberg in Halle voll auf sein Einzelrennen konzentriert oder eher auf die Staffel. Im Team mit Adrian Düring, Felix Hasselmann, André Rohling und Marc Nilsson dürfte er sogar auf eine Medaille hoffen.

Überrascht von seiner Hallenbestzeit (1:52,80 Minuten) als Fünfter über 800 Meter in seiner Heimat war auch Josh Pütz vom Osnabrücker TB. „Ich bin mitten im Ausdauertraining, derzeit absolviere ich rund 100 Kilometer pro Woche. Weil Schnelligkeit noch hinten ansteht, hätte ich nicht gedacht, dass ich in der letzten Runde meines einzigen Hallenstarts noch so zulegen kann“, so Pütz. „Als neues Mitglied des luxemburgischen Nationalkaders war es wichtig, mich zuhause als schnellster Luxemburger stark zu präsentieren“, sagt der 21-Jährige, der die DM-Norm erfüllte, aber nicht in Dortmund startet.

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Am heutigen Montag fliegt Pütz mit seinem Vater für ein 17-tägiges Trainingslager nach Faro (Portugal). Mit seinem Vereinstrainer Michael Karsch hat Pütz mit Blick auf die hohen Ziele für die Sommersaison einen straffen Trainingsplan erarbeitet: „Bei der Freiluft-DM der Männer würde ich gerne das Finale erreichen, bei der U-23-DM um eine Medaille mitlaufen. Zudem wäre es klasse, bei den Kleinstaatenspielen in Liechtenstein für Luxemburg ein Wörtchen um die Podestplätze mitzureden“, sagt der Wirtschaftsrecht-Student in Osnabrück.