545 Judoka aus sieben Nationen Crocodiles-Cup: Reddig siegt im Schnelldurchgang

Von Peter Vorberg


pv Osnabrück. Die Judo Crocodiles Osnabrück haben zum 32. Mal den Crocodiles Cup für U12- und U15-Judoka perfekt über die Bühne gebracht. Beim bundesweit beachteten Turnier mit international besetzten Teilnehmerfeldern überzeugte der Osnabrücker Finn Luka Reddig.

39 Alters- und Gewichtsklassen – das Gewusel auf den und rund um die sieben Wettkampfmatten war atemberaubend. „Da muss man die Ruhe bewahren“, waren Christoph Glüsenkamp und Jürgen Füchtmeyer aus dem vielköpfigen Organisationsteam einer Meinung. „Wir sind aber über 30 Jahre eingespielt, das macht unsere gute Organisation aus“, meinte Füchtmeyer: „Viele von uns freuen sich, dass sie sich bei dem Turnier einmal wiedersehen.“ Füchtmeyer hatte unzählige Anfragen zu beantworten. Wo kämpft die Klasse bis 37 Kilogramm? Können wir unser Sieger-T-Shirt in einer anderen Größe tauschen? Alle Probleme wurden am Ende stets mit einem freundlichen Lächeln gelöst.

Reddig siegt im Schnelldurchgang

Aus sportlicher Sicht war es vor allem Finn Luka Reddig, der von den Crocodiles herausragte. Der 13-Jährige gewann alle seine fünf Kämpfe mehr als eindrucksvoll in der U15-Klasse bis 55 Kilogramm. Das längste Duell, das Finale gegen Volkan Aman (Hamburg), dauerte 1:06 Minute. Den Bad Iburger Max Neumann hatte der frischgebackene Landesmeister in der zweiten Turnierrunde sogar schon nach elf Sekunden auf die Matte gelegt.

Landestrainer von Reddig begeistert

„Der ist nicht nur gut, sondern richtig gut“, ist Landestrainer Gottfried Burucker von Reddig begeistert: „Er stellt sich seinen Gegner richtig gut, um ihn dann mit seiner Spezialtechnik auszuhebeln. Das ist außergewöhnlich für sein Alter. Deshalb fährt er auch im Mai mit ins Auswahlcamp nach Polen.“ Heimtrainer und Crocodiles-Vorsitzender Teja Ahlmeyer hatte seinen Schützling unter Druck gesetzt, wollte einen Sieg sehen, und Reddig erfüllte die Mission. „Das war schon Druck. Im Finale war ich nicht so nervös, da ich meinen Gegner schon kannte“, sagte Reddig, der seine Siegesserie am kommenden Wochenende bei der Norddeutschen Meisterschaft fortsetzen will.

Meyer kämpft sich nach Grippe ins Trostrunden-Finale

Weniger Freude hatte dagegen Thore Meyer, ein weiteres großes Talent der Crocodiles. Ihm saß noch eine Grippe in den Knochen. Trotzdem quälte er sich durch den U15-Wettkampf (bis 43 Kilogramm). Nach einer Auftaktniederlage gegen Quentin van der Veen (Zeven) führte sein Weg immerhin noch ins Finale der Trostrunde, wo der Osnabrücker aber in der Verlängerung gegen Alexej Klein (PSV Berlin) unterlag.

Leonie Ellmeyer siegt in der U12

Einen zweiten Heimsieg bejubelte Leonie Ellmeyer (U12, bis 52 kg). Bronzemedaillen sicherten sich Alexander Christov (U12, bis 37 kg), Mika Doll (U12, bis 26 kg) und Lilian Bücker (U12, bis 27 kg).

Spaß bereitete auch der erst neunjährige Karim Chenine (U12, bis 31 kg), den Ahlmeyer für ein großes Talent hält „Ich bin unheimlich stolz über meinen dritten Platz. Das habe ich mir so gewünscht“, freute sich der wieselflinke Junge nach seinem erst vierten Wettkampf. „Der hat ein großes Kämpferherz“, ist sein Trainer von Chenines Talent überzeugt.

Paula Liebchen vom Osnabrücker SC landete derweil in der mit drei Teilnehmerinnen besetzten U12 bis 44 Kilogramm auf dem zweiten Platz.

Lob von renommierten Klubs für die Veranstalter

Viel Lob erhielten auch die Veranstalter. Trainer Ruslan Delmanbetov hatte für seine sechs Starter aus dem russischen Twer auf zwei Medaillen gehofft. Am Ende strahlte er sogar über drei Podestplätze. „Das ist eine große Ehre für uns. Wir sind sehr gut untergekommen. Für die Kinder sind das ganz großartige Erfahrungen für ihre Zukunft“, bedankte sich Delmanbetov bei den Crocodiles für die Einladung, die demnächst zum Gegenbesuch nach Twer reisen werden. Jasper Huitsing vom renommierten niederländischen Judoclub Kenamju Haarlem, der schon etliche Olympiateilnehmer hervorgebracht hat, fährt ebenfalls gerne zum Crocodiles-Cup. „Hier gibt es richtig gute Teilnehmerfelder und für unsere U15-Kämpfer wichtige internationale Erfahrungen zu sammeln. So häufig geht das in der Altersklasse nicht.“ Wolfgang Amoussou von JC66 Bottrop, ein Verein, der bei Frauen und Männern in der Judo Bundesliga vertreten ist, pflichtete ihm bei: „Das ist eins, wenn nicht das beste Turnier in diesen Altersklassen in Deutschland.“

Crocodiles trotz Absagen zufrieden

Ahlmeyer durfte zurecht ein zufriedenes Fazit ziehen: „Krankheitsbedingt hatten wir diesmal zwar ein paar mehr Absagen als sonst“, sagte er über die 545 Teilnehmer aus sieben Nationen, „dafür ist aber alles perfekt gelaufen“.