Girolive-Panthers gegen OTB Titans Mitbewohnerinnen werden im Basketballderby zu Gegnerinnen

Von Ansgar Maßbaum

Freundinnen unter sich: Maike Hagedorn (OTB, rechts) und Melina Knopp (OSC) suchten sofort nach dem Derby den Austausch. Foto: Michael GründelFreundinnen unter sich: Maike Hagedorn (OTB, rechts) und Melina Knopp (OSC) suchten sofort nach dem Derby den Austausch. Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Melina Knopp von den Girolive-Panthers und Maike Hagedorn von den Osnabrücker TB Titans haben viel gemeinsam. Sogar die Wohnung teilen sich die beiden Basketballerinnen, die beim Derby am Sonntag als Gegnerinnen aufeinandertrafen.

Sofort nach der Schlusssirene stürmte Verliererin Hagedorn zur glücklichen und gleichzeitig geschafften Siegerin Knopp in den Mittelkreis und gratulierte fair mit einer herzlichen Umarmung. Gespielt hatte Hagedorn nicht. 40 Minuten lang saß sie auf der Bank und musste mit ansehen, wie ihre WG-Mitbewohnerin in 26 Einsatzminuten elf Punkte zum Sieg der OSC-Frauen beisteuerte.

„Wir ticken auf der selben Wellenlänge“

„Wir machen fast alles zusammen. Sowohl in der Freizeit als auch beruflich und sportlich ticken wir auf der selben Wellenlänge“, sagt Knopp. Seit zwei Jahren wohnen sie und Hagedorn im Heger-Tor-Viertel in einer Wohngemeinschaft. Regelmäßig jobben die beiden 23-Jährigen in der Joe-Enochs-Sports-Bar und verdienen sich ein paar Euro dazu, aber das sind nicht alle Gemeinsamkeiten. Beide haben im Mai Geburtstag, und natürlich studieren sie die selben Fächer an der Universität in Osnabrück. Grundschullehrerinnen möchten sie werden. Ihre Fächer: Deutsch und Sport.

Spielbericht zum Nachlesen: Panthers gewinnen Nervenschlacht gegen Titans

Grundstein der Freundschaft auf Ameland gelegt

Kennengelernt haben sie sich bereits als Kinder, wenn es mit der Sommerfreizeit des OSC nach Ameland ging. „Da müssen wir so acht Jahre alt gewesen sein“, schätzt Hagedorn. „Da haben wir den Grundstein unserer Freundschaft gelegt“, ergänzt Knopp. Während Knopp ein „Kind“ des OSC ist, begann für Hagedorn beim Hagener SV die Liebe zum Basketball, ehe sie vor zwei Jahren zum OSC wechselte und mit der zweiten Mannschaft prompt die Meisterschaft in der 1. Regionalliga feierte. Seit dieser Spielzeit verstärkt sie die Titans in der 2. Bundesliga. „Natürlich hätte ich gerne gespielt, aber ich werde die Woche über wieder hart trainieren und hoffe, nächste Woche wieder zum Einsatz zu kommen“, sagt Hagedorn.

Reaktionen zum Derby: Der Dreier war nicht wirklich geplant

Frotzeleien vor dem Derby gehörten dazu

„Vor dem Derby haben wir gefrotzelt, ob der andere auch genügend Power hat und ausreichend Früchte und Vitamine zu sich genommen hat. Jeder freut sich für den anderen, wenn er gewonnen oder eine gute Leistung gebracht hat“, erklärt Knopp und ergänzt: „Schade, dass Maike heute nicht eingreifen durfte, aber ich weiß, dass sie eine exzellente Spielerin ist und ihre Chance bekommen wird. Nach der Partie ist alles gut, und keiner zieht den anderen auf.“

Knopp will aufsteigen, Hagedorn in die Playoffs

Für Knopp und die Panthers ist der Derbysieg nur ein Schritt zum großen Ziel: „Ich hoffe, dass der Knoten jetzt geplatzt ist. Der Sieg war super hart erkämpft und wichtig. Unser Ziel ist der Aufstieg“, sagt Knopp. Die Titans lassen sich auch von der Niederlage nicht umwerfen. „Wir müssen genau so weiter machen“, sagt Hagedorn, die mit dem OTB „unbedingt in die Playoffs“ will – gerne auch mit den Panthers als Gegner. „Wer weiß, ob man sich vielleicht noch mal wiedersieht“, sagt Hagedorn lachend. Für sie und Knopp gilt das auf jeden Fall.


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