Girolive-Panthers gegen OTB Titans Gustafsson: Der Dreier war nicht wirklich geplant



Osnabrück. Wenn die Girolive-Panthers und die OTB Titans zum Derby in der 2. Basketball-Bundesliga antreten, ist Nervenkitzel angesagt: Vor 800 Zuschauern in der ausverkauften OSC-Halle gewannen die Gastgeberinnen durch einen Dreier 4,5 Sekunden vor Schluss mit 63:62.

Genau wie im Hinspiel (56:55) gewannen die Panthers mit nur einem Punkt und verteidigten die Tabellenführung vor den TG Neuss Tigers – dank Mikaela Gustafsson, die in den Schlusssekunden per Dreier zum Sieg traf. Geplant waren der letzte Angriff und ihr Abschluss „nicht wirklich“, wie die Schwedin zugab. „Es ist einfach so passiert, aber ich war ja frei“, sagte sie. Es fühle sich „wirklich großartig“ an, solch ein Spiel mit vielen Emotionen und großem Prestigewert zu gewinnen, erklärte die 24-Jährige ziemlich cool: „Es war ein Thriller, der für die Zuschauer gut anzusehen war.“

Dramatische Endphase lässt den Rest des Spiels vergessen

39 umkämpfte, aufreibende, teils fahrige Minuten waren für viele schnell vergessen. Was im Gedächtnis blieb, war die dramatische Endphase. Bei drei Punkten Rückstand (58:61) vergaben Gustafsson und Ramona Tews vier Freiwürfe für den OSC. Aber der OTB verpasste die Entscheidung: 24 Sekunden vor Schluss verwarfen Xylina McDaniel und N’Dea Bryant ebenfalls viermal von der Freiwurflinie. Es blieb beim 62:60 – und dann kam Gustafsson. Der letzte OTB-Verzweiflungswurf von McDaniel verfehlte sein Ziel.

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„Es war mein Fehler“, übernahm Bryant für ihre verworfenen Freiwürfe Verantwortung. Die ehemalige OSC-Spielerin hatte zuvor groß aufgespielt. 32 Punkte standen für sie zu Buche. „Ich bin enttäuscht, aber das Spiel ist vorbei. Jetzt konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel“, wollte die US-Amerikanerin nicht zu lange über die Niederlage nachdenken.

Hannah: Da spielen die Nerven eine Rolle

OTB-Trainer James Hannah relativierte Bryants Schuldeingeständnis. „Normalerweise sind Freiwürfe einfach, aber wenn sie in so einer Stimmung so viel bedeuten, dann spielen die Nerven eine Rolle“, wusste er. Nach der Niederlage war der Coach enttäuscht, aber auch stolz: „Meine Mannschaft hat alles gegeben. Wir haben daran geglaubt, dass wir gewinnen können, und das haben wir auch auf dem Feld gezeigt.“

Eggers: Der OTB hat uns aus dem Rhythmus genommen

Mit einem engagierten Auftritt hatten sich die Titans bis zu sieben Punkte Führung erspielt. „Es war genau das Spiel, das wir erwartet hatten. Der OTB hat uns aus dem Rhythmus genommen. Wir haben extrem langsam gegen die Zonenverteidigung gespielt. Wenn du dann von außen wenig triffst, hast du ein Problem“, sagte Panthers-Co-Trainer Stefan Eggers.

„Unfassbar schlechte Entscheidungen“ und viele Ballverluste

„N’Dea Bryant hatte ihre Einzelaktionen. Das war zu erwarten. Ansonsten haben wir gut verteidigt, aber in der Offensive haben wir zum Teil unfassbar schlechte Entscheidungen getroffen“, analysierte Panthers-Trainer Mario Zurkowski. Sein Team drehte nach der Pause auf, aber auch neun Zähler Vorsprung im dritten Viertel waren kein sicheres Polster. „Wir hatten 22 Ballverluste. Das ist eine katastrophale Bilanz. Das darf uns nicht passieren“, kannte Eggers eine Schwäche seines Teams.

Zurkowski: Wir haben die richtige Reaktion gezeigt

Der Co musste im Schlussviertel spontan Verantwortung übernehmen, als Cheftrainer Zurkowski mit dem zweiten Technischen Foul früh aus der Halle musste – eine von mehreren Entscheidungen der Unparteiischen, die beim OSC für Unverständnis sorgten. „Ich weiß bis jetzt nicht, wofür ich das zweite Foul bekommen habe“, sagte Zurkowski, der die Schlussphase aus der alten Sprecherkabine unter dem Hallendach verfolgte. „Da war der Puls höher als an der Seitenlinie, aber die Mannschaft hat eine Reaktion gezeigt und noch mal etwas an Aggressivität draufgepackt. Sie hat einen unfassbaren Willen, Spiele zu gewinnen.“ Am Ende sei der Sieg auch glücklich gewesen, räumte Eggers ein. Auf jeden Fall war das Derby Werbung für den Basketball – von beiden Mannschaften.


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