Panthers-Reserve kämpft um Klassenerhalt OSC-Basketballerinnen bitten OTB um Hilfe

Die zweite Frauenmannschaft des Osnabrücker SC (hier mit Lotta Eichmeyer, am Ball) hat Personasorgen. Foto: Moritz FrankenbergDie zweite Frauenmannschaft des Osnabrücker SC (hier mit Lotta Eichmeyer, am Ball) hat Personasorgen. Foto: Moritz Frankenberg

Osnabrück. In der vergangenen Saison noch Meister, jetzt Vorletzter der 1. Basketball-Regionalliga: Für die zweite Frauenmannschaft des Osnabrücker SC ging es in dieser Saison steil bergab. Nun hofft der OSC auf Hilfe vom Lokalrivalen, um den Personalproblemen zu trotzen und die Saison noch versöhnlich zu beenden.

Mit der Mannschaft aus der Vorsaison, die am letzten Spieltag den Meistertitel perfekt machte, sei der aktuelle Kader nicht zu vergleichen, sagt OSC-Basketballkoordinator Stefan Eggers. Leistungsträgerinnen wie Tonia Dölle, Emma Eichmeyer und Emily Enochs spielen in dieser Saison eine größere Rolle in der ersten Mannschaft der Panthers. Auch Melina Knopp und Jenny Strozyk, die bei der zweiten Mannschaft aushalfen, werden noch stärker im Meisterschaftsrennen der 2. Bundesliga gebraucht, und „wir haben einige Spielerinnen* an den OTB verloren“, sagt Eggers. Gemeint sind Kira Dölle, Marie Ovelgönne und Maike Hagedorn, die sich im Sommer dem Turnerbund anschlossen.

Hoffnung auf Nachbarschaftshilfe

So gab es für die OSC-Reserve in bislang acht Spielen nur einen Sieg zu feiern. Tiefpunkt war die Partie Ende November bei den Weddinger Wieseln: Weil der kleine Kader durch Verletzungsprobleme weiter geschwächt war, trat der OSC die Reise nach Berlin gar nicht erst an und verlor kampflos.

„Wir versuchen händeringend, die 1. Regionalliga zu halten. Der Klassenerhalt ist nicht unmöglich“, sagt Eggers. Für diese Mission erhofft sich der OSC Nachbarschaftshilfe vom OTB: Die deutschen Spielerinnen, die unter die U24-Regelung fallen und bei den Titans in der 2. Bundesliga nicht so viel Einsatzzeit bekommen, könnten mit einem Zweitspielrecht in der 1. Regionalliga für den OSC auflaufen. „Gerade die jungen Spielerinnen müssen so viele Spiele machen wie möglich, um die hohe Qualität aus dem Training auch unter Wettkampfbedingungen zu vertiefen“, wirbt Eggers um eine Zusammenarbeit.

Gespräche sollen stattfinden

Wenn die Spielerinnen einverstanden sind, ist der OTB den Überlegungen nicht grundsätzlich abgeneigt – nur eine Einigung ist noch nicht erzielt. Die Vereine seien „in Gesprächen für eine Kooperation“, bestätigt OTB-Vorstandsvorsitzender Matthias Strauß den Austausch über ein Gesamtkonzept. Es gehe darum, „wie wir gemeinsam eine vernünftige sportliche Perspektive im Basketball in Osnabrück hinkriegen“. Hinterfragt wird dabei anscheinend auch, wie sinnvoll es ist, dass sich die Nachbarn in der 2. Frauen-Bundesliga Konkurrenz machen. Und das bei ungleichen Voraussetzungen: Der OSC peilt den Aufstieg in die Bundesliga an. Für den OTB geht es darum, so früh wie möglich den Klassenerhalt zu sichern und sich dann möglichst gut zu platzieren.

Wenn am Wochenende wieder der Basketball-Spielbetrieb losgeht, wird die OSC-Reserve noch auf sich gestellt sein: Am Samstag (17 Uhr) muss das Team beim bislang sieglosen Schlusslicht Kieler TB bestehen. Am Sonntag (16 Uhr, OSC-Halle A) treffen die Panthers und die OTB Titans zum Rückrundenstart in der 2. Bundesliga aufeinander. An einen Aushilfseinsatz von OTB-Spielerinnen am Abend zuvor in Kiel ist bei allem Willen zur Zusammenarbeit nicht zu denken.


*In einer ersten Version dieses Textes hieß es im Zitat „Spieler“ statt „Spielerinnen“. Das ist einem Fehler des Verfassers zuzuschreiben. Herr Eggers hatte von „Spielerinnen“ gesprochen.

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