„Wertschätzung für deutsche Spielerinnen“ Panthers-Trainer Zurkowski über den German Allstar Day

Beim German Allstar Day dabei: Jenny Strozyk, Ramona Tews und Panthers-Trainer Mario Zurkowski (von links). Foto: Michael GründelBeim German Allstar Day dabei: Jenny Strozyk, Ramona Tews und Panthers-Trainer Mario Zurkowski (von links). Foto: Michael Gründel

Osnabrück. Beim ersten German Allstar Day der Zweitliga-Basketballerinnen trifft am Samstag um 16 Uhr in Bamberg eine Nord- auf eine Südauswahl. Mario Zurkowski, Trainer der Girolive-Panthers, steht für den Norden an der Seitenlinie. Im Interview spricht er über das Format und die Spielernominierungen.

Herr Zurkowski, der German Allstar Day findet zum ersten Mal statt? Wie finden Sie das Format?

„Ich finde die Idee ziemlich gut. Das ist eine Wertschätzung für die deutschen Spielerinnen, die viel Leidenschaft in den Basketball stecken. Es ist eine schöne Plattform, sich dort zu präsentieren und dadurch den Frauen-Basketball einer breiten Öffentlichkeit zugänglicher zu machen.“

Das Spiel findet in Bamberg statt. Hat sich Osnabrück für die Austragung des Spiels auch beworben?

„Es gab im Vorfeld der Saison eine öffentliche Ausschreibung. Wir haben uns natürlich auch beworben, weil Osnabrück einfach ein toller Standort für Frauen-Basketball ist. Wir haben tolle Zuschauer und tolle Fans – ein insgesamt begeistertes Publikum. Osnabrück wäre auch eine gute Wahl gewesen. Aber im Endeffekt hat Bamberg den Zuschlag bekommen. Die werden das dort aber auch gut machen.“

Weil Sie mit den Panthers zum Ende der Hinrunde Tabellenführer waren, dürfen Sie die Nord-Auswahl coachen. Haben Sie sich über die Nominierung gefreut?

„Ich finde es klasse, bei einer Allstar-Veranstaltung dabei zu sein. Ich freue mich auf das Spiel. Es ist eine schöne Wertschätzung meiner Arbeit. Als Trainer bist du ja meistens immer im Fokus. Wenn die Mannschaft gewinnt, gewinnt die Mannschaft. Und wenn die Mannschaft verliert, verlierst du als Trainer. Es ist einfach eine schöne Geschichte. Aber es sollen letztendlich die Spielerinnen im Fokus stehen – und das völlig zurecht.“

Mit Nicola Happel aus Opladen, Leonie Rosemeyer aus Wolfenbüttel, Franziska Worthmann aus Neuss sowie Nyara Sabally und Ireti Amojo aus Lichterfelde wurden fünf Spielerinnen in einem dreiwöchigen Fan-Voting vorab gewählt. Wie bewerten Sie diese Abstimmung?

„Die Spielerinnen, die es durch diese Abstimmung in die Starting Five geschafft haben, sind stark und völlig zurecht da. Das sind starke Spielerinnen. Wahrscheinlich hätte ich es auch ähnlich bewertet. Klar hat man als Trainer die eine oder andere Präferenz. Aber alle haben tragende Rollen in ihren Teams. Nyara Saballi ist mit ihren 17 Jahren ein riesengroßes deutsches Talent. Nicola Happel ist für mich die beste Verteidigerin der gesamten Liga. Ireti Amojo kenne ich noch aus gemeinsamen Herner Zeiten. Sie ist eine verdiente ehemalige deutsche Nationalspielerin. Und Leonie Rosemeyer ist trotz ihrer jungen Alters schon jahrelang in der 2. Bundesliga aktiv. Mit Franziska Worthmann hat die aktuell stärkste scorende Spielerin leider frühzeitig abgesagt. Dafür habe ich Karo Tzokov aus Neuss nachnominiert.“

Sie mussten dann noch fünf weitere Spielerinnen auswählen. Für welche haben Sie sich entschieden?

„Ich habe versucht, die Nominierungen auf die verschiedenen Vereine zu verteilen. Ich habe aus unserem Team Jenny Strozyk und Ramona Tews nominiert, von Grünberg Stella Marie Reichert, aus Opladen Mareike Nettersheim und aus Wolfenbüttel Theresa Simon.“

Welche Kriterien waren bei der Auswahl entscheidend?

„Ich habe nach gestandenen Spielerinnen geschaut, die schon viel Zeit und Aufwand betrieben haben, um in der Liga zu spielen. Solche Spielerinnen, die mit viel Leidenschaft und Herz dabei waren und konstant über Jahre hinweg Leistung gezeigt haben. Und ich habe nach Spielerinnen geschaut, die diese Saison gut performen, teilweise auch jünger sind und auch schon in jungen Jahren viel Leidenschaft in den Sport investieren. Jede Spielerin, die nominiert ist, hat mich unter der Saison im Scouting-Report Nerven gekostet.

Was hat den Ausschlag für die Wahl von Jenny Strozyk und Ramona Tews gegeben?

„Beide sind konstant. Ramona zeigt über die Saison hinweg eine wirklich gute Leistung und übernimmt viel Verantwortung. Und Jenny hat im letzten Jahr und auch in diesem Jahr bewiesen, dass sie auf der Point-Guard-Position viel Verantwortung übernehmen kann. Und sie hat die Jugend-Nationalmannschaft in den letzten beiden Jahren als Starting-Point-Guard und als Kapitänin aufs Feld geführt.“

Ein Blick auf die Auswahl aus dem Süden. Wie stark schätzen Sie den Gegner ein?

„Ich muss zugeben, dass ich mich mit der Süd-Staffel nicht so beschäftigt habe. Aber es gibt einige Namen, die man kennt. Emily Bessoir ist eine herausragende Jugendspielerin und Jessika Schiffner kenne ich noch aus WBV-Zeiten. Ich glaube, dass es ein wirklich interessantes Spiel werden wird mit dem Prestigegedanken Nord gegen Süd. Das Wichtigste ist aber, dass alle verletzungsfrei bleiben, einen guten Tag haben und es genießen können.


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