Werden Fahrverbote zurückgenommen? Falsch auf A2 kontrolliert: Polizei zahlt tausende Verwarnungsgelder zurück

06.06.2018, 18:12 Uhr

ngr/pm Münster/Recklingen. Gute Nachrichten für tausende Autofahrer: Wegen eines falschen Verkehrsschildes in einer Baustelle auf der A2 bei Recklinghausen in Fahrtrichtung Oberhausen bekommen 3219 Autofahrer das gezahlte Verwarnungs- oder Bußgeld zurück. Was mit Fahrverboten oder Punkten in Flensburg passiert, muss noch geklärt werden.

In der Baustelle auf der A2 bei Recklinghausen, die seit Oktober 2017 in Fahrtrichtung Oberhausen eingerichtet war, galt eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h. In einem Teilbereich aber war laut einer Mitteilung der Polizei 60 km/h als Höchstgeschwindigkeit ausgeschildert. Und daran orientierten sich die Beamten bei der Geschwindigkeitsüberprüfung.

3219 Verstöße festgestellt

Zwischen Dezember 2017 und März 2018 kontrollierte die Autobahnpolizei Münster an 25 Tagen die Geschwindigkeit. Dabei erfassten die Polizisten 3219 Verstöße. 1766 Fahrer waren maximal 20 km/h zu schnell unterwegs. Gegen sie verhängten die Polizisten ein Verwarngeld. Die übrigen 1453 waren noch schneller unterwegs. Gegen sie wurde bei der zuständigen Bußgeldstelle des Kreises Recklinghausen ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Geld zurück

Jetzt gab die Polizei bekannt, dass sie die Rückbuchung der 1766 erhobenen Verwarnungsgelder veranlasste. Das Geld werde in den kommenden Tagen auf den Konten der Betroffenen sein. Auch die Fahrer, die ein Bußgeld zahlen mussten, können sich – zumindest schon mal teilweise – freuen. Wie ein Sprecher des Kreises Recklinghausen auf Nachfrage unserer Redaktion sagt, wird auch das Bußgeld erstattet. Allerdings sei noch nicht abschließend geklärt, ob auch die teilweise verhängten Fahrverbote sowie Punkte in Flensburg zurückgenommen würden. Dazu müssten noch rechtliche Fragen geklärt werden. „Die Autofahrer können ja nichts dafür, dass das Schild da stand“, sagt der Sprecher.

Warum auf dem Teilstück der Baustelle ein falsches Schild stand, konnte laut Mitteilung der Polizei nicht geklärt werden. Der Leiter der Autobahnpolizei ordnete deshalb für künftige Geschwindigkeitsüberwachungen eine zusätzliche Prüfroutine an.