„Wer meckert, wird erschossen!“ Wer hat das Schild in der Ausländerbehörde Bielefeld aufgehängt?

14.06.2016, 13:55 Uhr

In Bielefeld herrscht Empörung über ein Plakat mit der Aufschrift „Wer hier meckert, wird erschossen!“, das in einem Büro in der Zentralen Ausländerbehörde aufgehängt wurde. Die Herkunft des Plakates ist nach Angaben der Stadt unklar.

Die Mitarbeiter der Behörde hätten sich bei einer Befragung bestürzt geäußert, sagte die Pressesprecherin der Stadt Bielefeld, Gisela Bockermann. Das umstrittene Plakat wurde nach Angaben Bockermanns entfernt.

Die Mitarbeiter der Ausländerbehörde hätten sich in keiner Weise mit dem geschmacklosen Text identifiziert, sondern pflegten einen menschlichen Umgang mit den Asylsuchenden, sagte die Stadtsprecherin. Das hinter einer Glasscheibe angebrachte Schild war für alle Geflüchteten sichtbar, die sich zur Registrierung an der Pforte der Ausländerbehörde vorstellen. In dem Raum, in dem das Plakat zu sehen war, arbeiten während der Öffnungszeiten der Ausländerbehörde die Beschäftigten des Amtes, erläuterte Bockermann.

Nach Feierabend und an den Wochenenden nutzten Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes das Zimmer. Ein Gespräch mit dessen Geschäftsführer über den Vorgang stehe noch aus, erklärte die Sprecherin.

„Mir ist es unerklärlich, wie hier solch ein menschenverachtendes Schild hängen kann“, so Lina Droste von der Flüchtlingshilfe Lippe e.V.

Hanna Küsgen von der Antirassismus AG der Universität Bielefeld teilte mit: „Wir sind schockiert über die fehlende Sensibilität der ZAB-Angestellten ein solch gewaltvolles Bild aufzuhängen. Gerade hier müsste ein Bewusstsein dafür vorhanden sein den Menschen mit ihren individuellen Fluchterfahrungen respektvoll zu begegnen.“