Vertragsverlängerung Auch Kreis Steinfurt gegen FMO-Chef Gerd Stöwer

Von Jörg Sanders | 15.12.2015, 17:40 Uhr

Erst Osnabrück, nun der Kreis Steinfurt: Am späten Montagabend hat sich der zweitgrößte Anteilseigener des Flughafens Münster/Osnabrück (FMO) gegen eine Vertragsverlängerung des Geschäftsführers Gerd Stöwer ausgesprochen.

 Das berichteten die „Westfälischen Nachrichten“ am Dienstag. Stöwers Vertrag läuft im September 2016 aus. Der Kreis Steinfurt ist mit 30,28 Prozent nach Münster (35,06 Prozent) der zweitgrößte Gesellschafter des FMO. Am Donnerstag entscheiden die Gesellschafter über eine Vertragsverlängerung.

Osnabrück gegen Stöwer

Am 8. Dezember hatte sich der Osnabrücker Rat gegen eine Wiederwahl Stöwers ausgesprochen. Der Anteil der Osnabrücker Beteiligungs- und Grundstücksentwicklungs-Gesellschaft (OBG) beträgt 17,2 Prozent. Oberbürgermeister Wolfgang Griesert bekam vom Rat den Auftrag, einer Vertragsverlängerung in der Gesellschafterversammlung der FMO GmbH nicht zuzustimmen. Stöwer äußerte sich aufgrund der laufenden Verhandlungen nicht zu dem Votum. Der Rat der Stadt Münster sowie der Gevener Rat (5,89 Prozent) entscheiden am Mittwoch.

Aufsichtsrat für Stöwer

Münsters Oberbürgermeister Markus Lewe zählt zu den Unterstützern Stöwers. Auch der Aufsichtsrat des FMO sprach sich am 10. Dezember für den 56-Jährigen aus. Er empfahl, seinen Vertrag um ein Jahr zu verlängern. Der Aufsichtsrat vertritt die Auffassung, dass die von den Gesellschaftern gewünschte Neuausrichtung des Flughafens mit Stöwer angegangen und bis spätestens Mitte 2017 abgeschlossen sein sollte, hatte Griesert mitgeteilt. Osnabrücks Oberbürgermeister ist der Aufsichtsratsvorsitzende. Dabei ist Stöwer auch im Aufsichtsrat nicht unumstritten: Kritiker meinen, er sei der nicht Richtige für die Entwicklung eines neuen Geschäftsmodells.

Weniger Fluggäste

Im laufenden Jahr verzeichnete der FMO deutlich weniger Fluggäste. Waren es 2014 noch knapp 900.000 Passagiere, wird für 2015 nur noch mit 830.000 gerechnet. Von Januar bis Ende November zählte der Flughafen 786.795 Fluggäste – ein Minus von 8,8 Prozent.

Stöwer leitet den Airport seit 1996. Sollte sein Vertrag verlängert werden, gilt die übliche Laufzeit von fünf Jahren als unwahrscheinlich.