Verbale Ausfälle auf Facebook Bielefelder AfD-Jungpolitiker droht Frau mit „Hatefuck“

Von Meike Baars | 09.09.2015, 11:17 Uhr

Einer engagierten Jungliberalen drohte er auf Facebook mit einem „übelsten Hatefuck“ und nannte sie „Schlampe“. Wegen seiner verbalen Entgleisungen ist der stellvertretende Vorsitzende der AfD-Jugend in NRW, Maximilian Kneller, nun zurückgetreten. Die Polizei ermittelt gegen den Bielefelder.

Die „Junge Alternative NRW“ spricht von einem „einmaligen Ausrutscher“ Maximilian Knellers. Die Nachwuchsorganisation der rechtspopulistischen AfD bedaure deshalb den Rücktritt ihres stellvertretenden Landesvorsitzenden, heißt es in einem Statement auf ihrer Facebook-Seite. Am Dienstagabend habe Kneller sein Amt niedergelegt – auch um seine Partei zu schützen.

Doppelter Ausrutscher

Um genau zu sein, hätte die „JA“ allerdings von einem doppelten „einmaligen Ausrutscher“ schreiben müssen. Denn ihr Landesvize wurde gleich zweifach verbal ausfällig. Ziel seiner Angriffe unter der Gürtellinie war eine junge Frau aus Bochum, die am 5. September an einer Demonstration der FDP-Nachwuchsorganisation „Junge Liberale“ teilgenommen hatte. Ihr Protest wandte sich gegen einen Auftritt der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry.

Unter einem Facebook-Foto der Demo, das die junge Frau zeigte, kommentierte Kneller: „naja, der blonden würde ich auf jeden fall den übelsten hatefuck verpassen. sowas erlebt die bei ihren bebrillten, linksliberalen hipster freunden in hundert jahren nicht.“ Zwei Likes bekam Kneller für diese Beleidigung, von der zuerst der Blog „Ruhrbarone“ berichtete. Der Kommentar wurde inzwischen gelöscht, ist als Screenshot aber weiterhin im Netz auffindbar.

Polizei nimmt Ermittlungen auf

Damit nicht genug. Auch in der geschlossenen Facebook-Gruppe „Liberale Zukunft Deutschland“ soll Kneller gepöbelt haben. Auch von dieser Äußerung kursiert ein Screenshot.

Die Polizei in Bochum bestätigte unserer Redaktion, dass inzwischen eine Anzeige wegen Beleidigung gegen Kneller vorliege. Da es sich bei Beleidigungen um sogenannte „Antragsdelikte“ handele, müsse zunächst überprüft werden, wer die Anzeige gestellt hat, erklärt die Pressestelle der Polizeibehörde. In diesen Fällen müsse die Anzeige vom Opfer selbst aufgegeben werden. Ermittler würden nun beginnen, sich mit den Vorwürfen gegen Kneller zu beschäftigen.

Fernsehteam getäuscht

Es ist derweil nicht das erste Mal, dass der Nachwuchspolitiker öffentlich für Aufsehen sorgt: Anfang des Jahres mischte sich Kneller im Hamburger Wahlkampf unters Wahlvolk. Gegenüber einem Reporterteam des NDR gab er sich als interessierter Bürger aus, um den AfD-Spitzenkandidaten Jörn Kruse in einem besseren Licht erscheinen zu lassen. Doch Kneller flog auf.

TEASER-FOTO: