Stadt bekommt neues Stellwerk Ohne Anschluss: In den Ferien fährt kein Zug nach Wuppertal

Von dpa | 13.02.2017, 19:12 Uhr

Eine Stadt ohne Bahn. In Wuppertal wird das in den Oster- und Sommerferien Wirklichkeit. Die Stadt bekommt ein neues Stellwerk. Busse sollen den Engpass überbrücken - Pendler müssen aber mit erheblichen Verspätungen rechnen. Der Oberbürgermeister ist besorgt.

Tausenden Pendlern aus Wuppertal drohen in den Oster- und Sommerferien massive Verkehrsprobleme auf dem Weg zur Arbeit. Die 350 000-Einwohner-Stadt ist in dieser Zeit vom Bahnverkehr abgeschnitten. Grund ist der Bau eines neuen Stellwerks. Betroffene müssen auf Busse und Autos umsteigen - oder gleich zu Hause bleiben. Fragen und Antworten zu den Plänen:

Was bringt das neue elektronische Stellwerk?

Es sei absolut notwendig, neueste Technik einzusetzen, sagt Peter Alsbach, der bei der Bahn für das Projekt verantwortlich ist. Das 32 Millionen Euro teure Stellwerk soll für einen reibungsloseren Zugverkehr sorgen. „Wir werden die Störungen deutlich reduzieren.“ Zwei der alten Stellwerke, die ersetzt werden, stammen von 1964, das dritte aus dem Jahr 1976.

Auf welche Verkehrsmittel können Reisende umsteigen?

Busse sollen die Züge im Regional- und S-Bahn-Verkehr ersetzen. In der Hauptverkehrszeit sollen für die Regionalbahnen pro Stunde vier Flotten von jeweils fünf Gelenkbussen zwischen Wuppertal und Düsseldorf fahren. Allerdings verdoppelt sich die Fahrtzeit auf 40 Minuten. Angesichts der vielen Staus dauert es aber möglicherweise noch länger. Intercitys und ICEs sollen Wuppertal umfahren.

Was rät die Stadt den Betroffenen?

Wuppertals Oberbürgermeister Andreas Mucke (SPD) sagt, der Stopp des Schienenverkehrs betreffe die Stadt massiv. „Ich mache mir Sorgen um die Pendler“, sagte er. Die Stadt empfiehlt betroffenen Mitarbeitern, in der Zeit von zu Hause aus zu arbeiten.

Was passiert, wenn die Maßnahmen in den Osterferien nicht greifen?

Bei dem geplanten Ersatzverkehr in den Osterferien handelt es sich um eine Art Testlauf. „Wir wollen das beobachten“, sagt Oberbürgermeister Mucke. Martin Husmann, Chef des VRR, erklärt, man wolle schauen, wo es hakt. „Dass es hakt, davon bin ich überzeugt.“ Der VRR gibt allein für Maßnahmen während der Sperrung an Ostern 1,5 Millionen Euro zusätzlich aus. „Die Fahrgäste sind mit am meisten gefordert“, sagt der VRR-Chef.

Wie viele Pendler und Fahrgäste könnten betroffen sein?

Etwa 9000 Wuppertaler pendeln zur Arbeit in eine andere Stadt, rund 3000 Beschäftigte fahren nach Wuppertal. Die Gesamtzahl der Fahrgäste, die hier täglich die Bahn nutzen, ist nicht bekannt. Aber allein die einzigartige Schwebebahn hat werktäglich 85 000 Fahrgäste.

Wie reagiert die Universität?

Der Stopp des Schienenverkehrs fällt in die Vorlesungszeit, die 22 000 Studenten sind also sehr betroffen. Nur rund 5000 von ihnen wohnen in Wuppertal. „Solange es ausreichend Ersatz gibt, können wir mit der Situation umgehen“, sagt ein Sprecher der Hochschule.

Wann sind die Sperrungen?

In den Osterferien von Freitag, 7. April, 22 Uhr, bis Montag, 24. April um 4 Uhr. In den Sommerferien von Sonntag, 16. Juli, 22 Uhr, bis Mittwoch, 30. August, 4 Uhr. Am 30. August soll das neue Stellwerk ans Netz gehen.